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ÖSTERREICHISCHE HALLENMEISTERSCHAFTEN: "TEST FÜR DIE NÄCHSTE GENERATION"

Alle auf einen Fleck: Alte und Junge, international nicht mehr Aktive und international noch nicht Erfolgreiche, ehemalige Talente und künftige Durchstarter. Für ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller (Bild) sind Staatsmeisterschaften (14.-21.2.) das ideale Mittel, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

"Junge Wilde gegen alte Bewährte"
(9.2.2009)

Sie werden auch heuer wieder bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften in Neusiedl vor Ort sein. Was werden Sie dort sehen, was Sie nicht ohnehin schon wissen?
Stimmt schon, es werden viele Spitzenspieler fehlen, trotzdem sind die Meisterschaften ein guter Test für die nächste, die zweite Generation. Im Vorjahr konnte sich Nico Reissig sogar bis ins Endspiel vorkämpfen. Es wird also den jungen Wilden die Chance geboten, sich gegen die schon Bewährten durchzusetzen. Einen Ager oder Schiessling muss man erst einmal schlagen.

In den letzten vier Jahren hat drei Mal Thomas Schiessling die Hallenmeisterschaften gewonnen. Ein 34-jähriger Spieler, der international so gut wie überhaupt nicht mehr in Erscheinung tritt.
Er spielt aber noch immer ein sehr gutes Tennis. Würde er Future-Turniere spielen, würde er wahrscheinlich sehr viel gewinnen und innerhalb kurzer Zeit ein Ranking von 250 bis 400 haben. Wie auch Johannes Ager. Er hat 2008 drei Futures gewonnen. Das ist ein Zeichen dafür, dass er noch immer ein Potential hat. Wenn die beiden bei den Staatsmeisterschaften mitspielen, dann ist das für die Jungen eine Bewährungsprobe, und sie können sich orientieren und profilieren. Staatsmeisterschaften sollten immer eine Mischung sein – aus arrivierten Spielern, die sich für andere Wege entschieden haben, es aber nicht nach oben geschafft haben und Youngsters, die jetzt nach oben stoßen.

Welche unserer Nachwuchstalente haben das größte Potential, um nicht nur bei Staatsmeisterschaften, sondern früher oder später auch international durchzustarten?
Da gibt es einige. Bei Philipp Lang z. B. ist sehr viel Potential da. Er muss bloß noch lernen, es richtig einzusetzen und auszuschöpfen. Im mentalen Bereich hat er noch Reserven. Nico Reissig hat 2008 das Bundesheer gemacht und trotzdem einige Highlights gehabt. 2009 ist ein Jahr der Bewährung für ihn, wo er das, was er 2008 angedeutet hat, fortsetzen sollte. Tristan-Samuel Weissborn ist für mich einer aus der Gruppe, wo ich sage: Ich hoffe, dass da etwas weitergehen wird. Er hat sich im ITF-Ranking weit nach oben gearbeitet und wird 2009 bei den Grand Slams dabei sein. Er ist aber auch einer, bei dem v. a. im Freien auf Granulat der Aufschlag noch nicht so weit ist wie ich es gerne hätte. Ich glaube aber schon, dass er bei den Hallenmeisterschaften für die eine oder andere Überraschung sorgen wird. Dominik Wirlend hat 2008 die U18-Staatsmeisterschaften gewonnen, ist körperlich sehr gut in Form, wir müssen allerdings noch etwas an seiner mentalen Stärke arbeiten. Max Neuchrist hat Ende 2008 mit einer Bauchmuskelzerrung kämpfen müssen. Er ist aber ein prädestinierter Spieler für die Halle, da er sehr gut serviert. Es fehlt allerdings noch etwas die Kompaktheit in den Grundschlägen. Er ist für mich ein Spieler, der für die Zukunft sehr interessant werden könnte.

wowo

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