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ÖSTERREICHISCHE HALLENMEISTERSCHAFTEN: "SICHTUNG FÜR DEN NACHWUCHS"

Österreichische Meisterschaften als erster Schritt ins Erwachsenentennis. Für Fed Cup-Kapitän Alfred Tesar (Bild) steckt in dem Duell „Alt“ gegen „Jung“ einerseits ein interessanter Blick in die nahe Zukunft, andererseits aber auch die Frage: Gelingt diesen Youngsters der nächste Schritt, nämlich der ins internationale Damentennis?

„Meisterschaftsehren für den Nachwuchs“
(10.2.2009)

Was bringt Ihnen als Fed Cup-Captain eine Österreichische Staatsmeisterschaft? Sind sie ein Spiegelbild vom aktuellen Stand des Damen-Tennis in Österreich?
Das eher weniger, sie sind mehr eine Sichtung für österreichische Nachwuchsspielerinnen. Die jüngeren Jahrgänge sollten daher schon dort anwesend sein, wo sich auch die Topspieler befinden – selbst, wenn die absoluten Spitzenspieler Österreichische Meisterschaften schon lange nicht mehr spielen. Aber so, wie das in der Vergangenheit war - wenn eine Nachwuchsspielerin die Österreichischen Meisterschaften gewinnt, dann ist das für sie schon ein gewisser Leistungsnachweis. Deshalb erhoffe ich mir, dass viele Nachwuchsspielerinnen präsent sein werden und eine davon es vielleicht sogar zu Meisterschaftsehren schafft. Wenn man sich die Jahrgangslisten anschaut, dann gelingt nur sehr wenigen der Einstieg ins „Erwachsenentennis“.

Im Vorjahr hat Janina Toljan die Meisterschaft gewonnen, seither hat man wenig von ihr gehört.
Sie ist Ende der 2008er-Saison um die 700 gestanden. Das ist nicht so schlecht! Man kann nicht von jeder Spielerin verlangen, dass sie so einen raschen Aufstieg wie Tamira Paszek macht. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung wäre aber schon sehr wichtig. Vor allem aber sollten wir endlich wieder einmal viel mehr Spielerinnen in die WTA-Weltrangliste bringen, das wäre schon sehr wichtig. Wir waren schon einmal bei einem Anteil von 30. Jetzt haben wir ca. 14 drinnen. Das ist schon erschreckend.

Über das Jahr 2008 hinweg betrachtet – bei welchen Spielerinnen hat die Leistungskurve nach oben gezeigt? Bei welchen nach unten?

Sybille Bammer ist es gelungen, sich unter den Spitzenspielerinnen zu etablieren. Ende der vorherigen Saison hatte sie ein Ranking von 26 – das ist schon sehr gut. Tamira Paszek hat einige private Probleme gehabt, die auch auf ihre Leistung abgefärbt haben. Ich glaube aber, dass sie sich erfangen wird und es wieder kontinuierlich aufwärts gehen wird bei ihr. Yvonne Meusburger hat ein eher durchwachsenes Jahr gehabt. Sie steht am Anfang des Jahres etwas unter Druck, da sie Ergebnisse bringen muss. Melanie Klaffner entwickelt sich langsam nach vorne. Es könnte mit unserer besten Doppelspielerin allerdings ein bissl schneller gehen. Bei Daniela Klemenschits bin ich sehr froh, dass sie wieder Spaß am Tennis gefunden hat und sich ein bissl ablenken kann. Ich habe sie auch deshalb in den Fed Cup-Kader hineingenommen, um ihr zu zeigen: Ich denke auch an sie. Niki Hofmanovas Ziel für 2008 waren die Top 300. Geworden sind es dann „nur“ die Top 400. Ich finde aber, wenn es 2009 langsam mit ihr aufwärts geht und sie sich „erst“ jetzt unter den besten 300 etabliert, dann ist das schon in Ordnung. Was mir ein bissl mehr Sorgen macht, ist, dass ihr Trainer Jan Kukal ihre Einstellung bekrittelt hat. Wenn sie wirklich gut arbeitet, dann hat sie Potential. Es liegt jetzt an ihr zu zeigen, dass sie wirklich nach vorne will. Ein herausragendes Beispiel für eine derartige Einstellung ist Patricia Mayr.

Warum hat sie als 22-Jährige 2008 fast ausschließlich Challenger-Turniere gespielt und noch nicht den Sprung zu den großen Turnieren gewagt?

Das war bewusst so gewählt, dass sie einerseits ihre Resultate über das gesamte Jahr verteilt hat, um 2009 nicht ein einziges Topergebnis verteidigen zu müssen. Andererseits hat sie sehr viel Matchpraxis sammeln können. Es hat kaum eine Woche gegeben, in der sie nicht am Platz gestanden ist. Dass sie dieses Programm unverletzt überstanden hat, beweist auch ihre gute körperliche Verfassung. In diesem Jahr steigt sie bei der WTA ein.

wowo

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