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Davis Cup

Österreich in der Europa / Afrika-Zone

Was für ein Fight! Trotzdem die Niederlage! Mit ihrem Vier-Satz-Sieg über Oliver Marach / Julian Knowle brachten Robin Haase / Jean-Julien Rojer das holländische Team im Weltgruppen-Playoff-Duell mit Österreich uneinholbar mit 3:0 in Führung. Nach Jürgen Melzers Drei-Satz-Niederlage gegen Jesse Huta Galung trat Oliver Marach zum letzten Einzel nicht mehr an. Das Endresultat lautet daher: 5:0 für Holland.


Mit dem Rücken zur Wand gelingen oft die besten Leistungen. Am zweiten Spieltag des Weltgruppen-Playoff-Duells Holland gegen Österreich wollte sich dieser Spruch allerdings nicht komplett in die Realität umsetzen lassen: Nachdem Österreichs Davis Cup-Team den ersten Spieltag mit zwei Niederlagen beendet hatte, mussten sich am Samstag auch Oliver Marach / Julian Knowle - trotz phasenweise Doppeltennis auf höchstem Niveau - geschlagen geben: Das ÖTV-Duo verlor gegen Robin Haase / Jean Julien Rojer mit 6:4, 3:6, 4:6, 5:7. Holland liegt damit vor dem letzten Spieltag uneinholbar mit 3:0 in Führung und steigt in die Weltgruppe auf, während das ÖTV-Team im kommenden Jahr erstmals seit 2010 in der Europa-Afrika-Zone um einen Platz im Weltgruppen-Playoff im September 2014 spielen muss. Nachdem das ÖTV-Team schon in den letzten Tagen nicht gerade von Glück verfolgt war - Peya verletzt, Haider-Maurer krank - hatte auch der heutige Tag gleich mit einer schlechten Nachricht begonnen: Nachdem Jürgen Melzer aufgrund von Schulterproblemen Clemens Trimmel nicht zur Verfügung stand, nominierte Österreichs Davis Cup-Captain das Duo Marach / Knowle, das zuletzt im August 2011 (Winston-Salem) gemeinsam ein ATP-Turnier bestritten hatte und im Davis Cup heute eine Premiere feierte. 

Entfesselt kämpfende Österreicher
Eine lange Pause, die man den beiden überhaupt nicht anmerkte: Keine Anzeichen von Unsicherheit oder Nervosität, im ersten Satz setzte Marach die Gegner immer wieder mit seiner Aufschlag- und Retournstärke unter Druck, Knowle fixierte am Netz oft den Punkt. Das Break zum 3:2 (bei Aufschlag Rojer) war die logische Folge. Was danach folgte, war ein Kampf auf Biegen und Brechen, in dem die Österreicher das bessere Ende für sich hatten - 6:4. Satz zwei begann mit einem kleinen Schreck auf der Seite der Österreicher: Bei Aufschlag von Julian Knowle (1:0 für Holland) verknöchelte der Vorarlberger beim Sprint in Richtung Netz, stürzte, lag einige Sekunden lang am Boden, konnte aber weiterspielen. Was danach folgte, war ein Krimi auf höchstem Niveau: Break für Holland beim Stand von 3:2! Zwei Breakbälle für die entfesselt kämpfenden Österreicher beim Stand von 4:2, die sie vorerst nicht nutzen konnten! Ein unglaublicher Rückhand-Longline-Ball von Marach! Rebreak für Österreich zum 4:3! Break für Holland zum 5:3! Haase serviert aus zum Satzausgleich! "Haase hat heute einfach unglaublich serviert", streute Knowle Hollands Nummer 1 Rosen. "Dadurch haben wir kaum Chancen bekommen. Das machte heute den Unterschied aus."

Break! Rebreak! Break! Rebreak!
Im dritten Satz erkämpften sich die Holländer bei Aufschlag von Knowle drei Breakbälle (0:40) im fünften Game, die Marach / Knowle vorerst noch abwehren konnten. Den vierten verwertete Haase am Netz zum 3:2, und servierte wenige Minuten später souverän zum 6:4 aus. Den vierten Satz begannen die Österreicher gleich mit der besten aller Varianten: Drei Breakbälle gegen Haase, der erste wurde verwertet! 1:0 für Österreich! Und dann erneut ein Krimi! Mit einem Smash ins Netz eröffnete Knowle im nächsten Game den Holländern sofort die Chance auf's Rebreak, mit einem Doppelfehler "fixierte" er es. Ausgerechnet gegen den Aufschlaggiganten Haase sollte dem ÖTV-Team das nächste Break gelingen! Jubel über die 4:2-Führung, die allerdings nur kurz dauern sollte - Rebreak für Holland! Das nächste Break gegen Knowle (Doppelfehler) brachte die Holländer mit 6:5 in Führung, die sie sich nicht mehr nehmen ließen.

"Die Entscheidung ist bei 5:5 gefallen"
Österreich steigt damit in die Europa-Afrika-Zone ab und muss im kommenden Jahr erstmals seit 2010 wieder um einen Platz im Weltgruppen-Playoff und damit um die Chance auf den Wiederaufstieg unter die besten sechzehn Nationen der Welt kämpfen. "Es war heute ein sehr enges Match", bilanzierte Oliver Marach. "Die Entscheidung ist im vierten Satz bei 5:5 gefallen - das war schon ein wenig unglücklich." Die erste Reaktion von Clemens Trimmel unmittelbar, nachdem die Entscheidung gefallen war: "Man muss den Holländern gratulieren. Sie haben toll gespielt!" Auch Alexander Peya, der trotz seiner Verletzung zur Unterstützung des Team nach Groningen gereist war, war trotz der Niederlage vom gesamten Umfeld beeindruckt: "Das Publikum war das beste Davis Cup-Publikum, das ich in den letzten vierzehn Jahren erlebt habe."


Davis Cup by BNP Paribas – Weltgruppe, Playoff
Holland - Österreich, Groningen: 4:0


Freitag, 13.9.2013
Robin Haase – Oliver Marach: 6:4, 6:3, 6:1

Freitag, 13.9.2013
Thiemo de Bakker - Jürgen Melzer: 5:7, 7:5, 5:7, 6:4, 6:1

Samstag, 14.9.2013
Robin Haase / Jean Julien Rojer –  Oliver Marach / Julian Knowle: 4:6, 6:3, 6:4, 7:5

Sonntag, 15.9.2013
Jesse Huta Galung – Jürgen Melzer: 3:6, 7:5, 6:3

Sonntag, 15.9.2013
Thiemo de Bakker – Philipp Oswald: 6:7, 4:6 (Exhibition - wurde nicht gewertet)


ORF Sport plus überträgt live. Die Übertragungszeiten:
Freitag, 13.9.2013: 12:55 Uhr bis 19:00 Uhr - live
Samstag, 14.9.2013: 14:55 Uhr bis 17:15 Uhr - live
Samstag, 14.9.2013: 20:45 Uhr bis 23:15 Uhr – Highlights (Doppel)
Sonntag, 15.9.2013: 12:55 Uhr bis 19:00 Uhr - live


> Davis Cup by BNP Paribas | Website


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