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Davis Cup

ÖSTERREICH - FRANKREICH: STEFAN KOUBEK GEHT GEGEN GILLES SIMON UNTER – FRANKREICH FÜHRT MIT 2:0

Bereits nach dem ersten Tag steht Österreich mit dem Rücken zur Wand: Nach den Niederlagen von Jürgen Melzer (Bild) und Stefan Koubek muss Österreichs Doppel die morgige Partie gewinnen, um noch Chancen auf den Weiterverbleib in der Weltgruppe zu haben.

 



Freitag, 4.3.2011 ab 14:00 Uhr (ORF Sport+: live ab 13:50 Uhr)
Jürgen Melzer - Jeremy Chardy: 5:7, 4:6, 5:7
Stefan Koubek - Gilles Simon: 0:6, 2:6, 3:6

Samstag, 5.3.2011 ab 14:00 Uhr 
(ORF Sport+: live ab 13:55 Uhr)
Jürgen Melzer / Oliver Marach - Julien Benneteau / Michael Llodra

Sonntag, 6.3.2011 ab 13:30 Uhr 
(ORF Sport+: live ab 13:25 Uhr)
Jürgen Melzer - Gilles Simon
Stefan Koubek - Jeremy Chardy


4.3.2011

1:0 FÜR FRANKREICH. „Mein Geheimtipp ist 4:1 für Österreich“, sagte der eine (Gilbert Schaller), bevor’s am 4. März im Hangar 3 so richtig losging, Österreich ist leichter Außenseiter sagten die anderen (diverse Wettbüros). Recht behalten sollten die professionellen Gambler: Jürgen Melzer unterlag in einem Spiel auf nur phasenweise hohem Niveau Frankreichs Nummer 2 Jeremy Chardy mit 5:7, 4:6, 5:7. Im ersten Satz traf die Nummer 10 der Weltrangliste (Melzer) mit der Nummer 55 der Welt (Chardy) auf einen Spieler, der über seinen Aufschlag und seine Vorhand Melzer immer wieder unter Druck setzen konnte. Melzer konnte oft nur reagieren und nicht agieren – ein „Phänomen“, das sich bis zum Matchball durchziehen sollte. Das erste Break gelang dem Franzosen zum 2:4, Melzer konterte mit dem Rebreak zum 3:4. „Leider hat er von der Grundlinie keinen Rhythmus gefunden“, analysierte Julian Knowle, der von der Bank seinen ehemaligen Doppelpartner anfeuerte. „Er war – wie wir alle auch – sehr überrascht, wie sich Chardy heute präsentiert, der versucht die Ballwechsel so kurz wie möglich zu halten und mit einem starken und schnellen Aufschlag mit sehr viel Spin seine Games dominiert.“ Das entscheidende Break gelang Chardy zum 5:7. Die Bilanz des ersten Satzes: 15 unforced errors von Melzer, nur sechs von Chardy.

MELZER RATLOS. Ein ähnliches Bild bot auch der zweite Satz: Chardy umläuft immer wieder seine Rückhand, punktet mit der Vorhand und dominiert mit seinem Aufschlag, während es Melzer nicht gelingt, den Rhythmus des Franzosen zu brechen und seinen eigenen zu finden. „Hoffentlich können wir der französischen Mannschaft so etwas Ähnliches wie Flugangst vermitteln, sodass sie die Bodenhaftung verliert“, hatte ORF-Kommentator Oliver Polzer vor Beginn des Matches noch gehofft. Im Verlauf des zweiten Satzes musste er seine Hoffnungen reduzieren: „Das, was Melzer heute bietet, ist doch mehr ein unruhiger Flug.“ Das erste Break gelingt Chardy zum 4:2, Melzer kontert zwar mit dem Rebreak zum 5:4, Chardy seinerseits reagiert mit dem Break zum 6:4.

CHARDY DOMINIERT. Im dritten Satz kommt gleich zu Beginn kurz Hoffnung auf, als Melzer das Break zum 2:1 gelingt und er damit erstmals in dieser Partie in Führung geht. Chardy bleibt seinem Konzept „Tempo mit Vorhand & Aufschlag“ trotzdem treu und kontert sofort mit dem Rebreak zum 2:2, auch wenn ihm Melzer mit einem Doppelfehler dabei stark unter die Arme greift. Das „Drehbuch“ von Satz 3 ändert sich auch danach nicht: Chardy dominiert, Melzer reagiert, steht oft meterweit hinter der Grundlinie und verliert 5:7. Ein Vorhand-Fehler Melzers beendet das erste Match von Österreich gegen Frankreich. Frankreich führt mit 1:0. Melzer: „Ich hab sicherlich nicht mein bestes Tennis gespielt. Er hat verhindert, dass ich meinen Rhythmus finde. Er hat sehr gut serviert und mit dem Aufschlag dominiert. Er hat mich oft mit unglaublichen Punkten „abgeschossen“.“ Gilbert Schaller: „Man muss Chardy gratulieren, er hat eine ausgezeichnete Leistung gezeigt. Jürgen wurde immer mehr verunsichert, hat immer mehr die Körperspannung verloren und ist vom Gegner unter Druck gesetzt worden.“


SIMON ZIEHT KOUBEK DEN NERV.
Nach der Niederlage Jürgen Melzers wäre es an Stefan Koubek gelegen, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Gegen Frankreichs Nummer 1, Gilles Simon, der die Bälle verteilte, auf Koubeks Fehler wartete und "giftig" konterte, verbrannte sich Österreichs Nummer 2 allerdings rasch die Finger. Koubek unterlag der Nummer 30 der Weltrangliste nach 1:38 Stunde mit 0:6, 2:6, 3:6. Bereits nach 22 Minuten lag Koubek in Satz 1 mit drei Breaks und 0:6 hinten und "wurde von Simon phasenweise vorgeführt", so ORF-Co-Kommentator Alexander Antonitsch. Während Koubek hinter der Grundlinie "Meter" machte, konzentrierte sich Simon darauf, den Ball im Spiel zu halten, auf die Fehler des Österreichers zu warten oder im richtigen Moment Druck zu machen. Eine Taktik, die auch in Satz 2 aufging: Erst beim Stand von 0:3 und nach 40 Minuten gelang dem Österreicher sein erstes Game, der Satz ging dennoch mit 2:6 verloren. Für Oliver Marach, der das Match von der Bank aus verfolgte, war klar, was es mit Simons Überlegenheit auf sich hatte: "Simon macht kaum Eigenfehler, statt dessen mit einem schnellen Ball rasch den Platz auf. Koubek müsste wesentlich unrhythmischer spielen und viel öfter auf den Punkt gehen." Hätte, müsste, sollte – auch in Satz 3 konnte Koubek kein Rezept gegen Simons Überlegenheit finden und unterlag dem Franzosen glatt mit 3:6. "Ich hab leider Gottes nicht ins Match gefunden, dann hat er groß aufgespielt. Sofern mein Tennis es erlaubt hat, habe ich gekämpft, es ist aber nicht enger geworden. Er lullt dich ein und macht dann plötzlich wieder Druck. Ich hab leider extrem viele Fehler gemacht." Gilbert Schaller: "Ein Albtraum-Tag für uns."





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