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Davis Cup

ÖSTERREICH – FRANKREICH: KEIN VIERTELFINALE! MARTIN FISCHER FIGHTET FULMINANT, VERPASST ABER DIE SENSATION GEGEN JEREMY CHARDY

Österreich verliert 2:3. Trotz einem grandiosen Start musste sich Martin Fischer (Bild) in einer Vier-Satz-Partie Jeremy Chardy dennoch mit 6:2, 6:7, 3:6, 3:6 geschlagen geben. Statt im Viertelfinale gegen Deutschland spielen zu können, muss Österreich daher in die Relegation.




ÖSTERREICH - FRANKREICH: 2:3

Freitag, 4.3.2011 ab 14:00 Uhr

Jürgen Melzer - Jeremy Chardy: 5:7, 4:6, 5:7
Stefan Koubek - Gilles Simon: 0:6, 2:6, 3:6

Samstag, 5.3.2011 ab 14:00 Uhr

Jürgen Melzer / Oliver Marach - Julien Benneteau / Michael Llodra:6:4, 3:6, 6:3, 6:4

Sonntag, 6.3.2011 ab 13:30 Uhr 
(ORF Sport+: live ab 13:25 Uhr)
Jürgen Melzer - Gilles Simon: 7:6(7), 3:6, 1:6, 6:4, 6:0
Martin Fischer - Jeremy Chardy: 6:2, 6:7, 3:6, 3:6

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6.3.2011

KNAPP AM VIERTELFINALE VORBEI. Nach Jürgen Melzers unglaublicher Aufholjagd gegen Gilles Simon und Österreichs Ausgleich zum 2:2 lag es – so wie im Vorjahr gegen Israel gegen Harel Levy – wieder einmal an Martin Fischer, eine Davis Cup-Partie für das rotweißrote Team positiv zu beenden. Diesmal allerdings gelang Österreichs Nummer 2 kein Happyend: Fischer unterlag in seinem erst zweiten Davis Cup-Match Jeremy Chardy mit 6:2, 6:7, 3:6, 3:6. Chardy, in der Weltrangliste auf Platz 55, versuchte von Anfang an, den jungen Österreicher mit giftigen Aufschlägen, denen er sofort nachsetzte, unter Druck zu setzen. Fischer konterte mit Winnern v. a. von der Rückhand und beim Stand von 2:2, 30:40 (Aufschlag Chardy) mit einem genialen Stopp von der Grundlinie – Break für Österreich! Chardy wurde immer nervöser, während Fischer ihn immer öfter in lange Ballwechsel verwickelte und zu Fehlern zwang. Die Folge: ein Österreicher, der immer souveräner wurde und ein Franzose, der nicht wusste, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Nach 27 Minuten und mit zwei Breaks beendete Fischer Satz 1 zum 6:2.

„SENSATIONELL GUT.“ In Satz 2 änderte sich zunächst nichts am Spielaufbau – Fischer beeindruckte Chardy immer wieder mit unglaublichen Returns und Winnern mit der Rückhand und fügte dem aufschlagdominanten Franzosen das erste Break zum 3:2 zu. „Er schenkt kaum Punkte her“, jubelte Andreas Haider-Maurer auf der Bank der Österreicher, „und spielt sensationell gut.“ Chardy konnte nach einem Doppelfehler und einem Schlagfehler Fischers allerdings mit dem Rebreak zum 3:3 kontern und auf 4:3 erhöhen. Im Tiebreak „hat Fisch leider das Service ein bissl verlassen“, sagte Oliver Marach. Nach 1:23 Stunden ging der der zweite Satz daher mit 7:6 an Chardy.

FISCHER FIGHTET. Im dritten Satz steigerte Chardy seine Aufschlagquote, während Fischer bei eigenem Aufschlag härter als der Franzose zu kämpfen hatte. Trotzdem konnte er beim Stand von 2:2 Breakbälle Chardy‘s vorerst noch abwehren, mit starken Vorhandreturns holte sich der Franzose dann aber das Break zum 4:3 und mit einem zweiten Break, das Fischer erst mit einem Doppelfehler ermöglichte, letztendlich auch den Satz mit 6:3. Die bessere Aufschlagquote Chardy’s sollte auch im vierten Satz den Ausschlag zugunsten des Franzosen bringen, während Fischer immer öfter leichte Fehler beging und dadurch seine anfängliche Lockerheit verlor: Mit einem Break zum 2:0 führte Chardy die Vorentscheidung herbei, Fischer fightete zwar zurück, kämpfte um jeden  Ball, attackierte zu kurz geratene Aufschläge des Franzosen, erkämpfte sich beim Stand von 3:5 einen Breakball – nach 2:40 Stunden beendete Chardy mit einem Service-Winner trotzdem Österreichs Viertelfinalträume – 6:3. „Ich hab sehr gut begonnen, hatte auch einen guten Rhythmus“, so Fischer danach. „Im zweiten Satz hab ich das Tiebreak leider ohne ersten Aufschlag gespielt. Ich wusste, dass der Schlüssel beim Return liegt. Ich habe trotzdem bis zum Matchball an meinen Sieg geglaubt. In engen Situationen würde ich das eine oder andere Game vielleicht anders angehen. Trotzdem zählt nur das, was unter dem Strich steht, und damit muss ich jetzt nun einmal leben.“  Davis Cup-Captain Gilbert Schaller war dennoch nicht unzufrieden: „Nach dem schwarzen Freitag haben wir uns trotzdem noch sehr toll verkauft. Fischer hat anfangs Traumtennis gezeigt.“


6.3.2011

MELZER UNGLAUBLICH! Ein Kampf auf Biegen und Brechen und eine unglaubliche Partie, und der Sieger heißt Jürgen Melzer. Österreichs Nummer 1 besiegte in einem Grundlinien-Marathon, in dem der Franzose bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, Gilles Simon mit 7:6(7), 3:6, 1:6, 6:4, 6:0. Konterspezialist  Simon, in der Weltrangliste die Nummer 30, verwickelte Melzer von Anfang an in lange Grundlinien-Rallies. Da bei beiden der erste Aufschlag allerdings noch nicht als eigentliche Waffe aktiviert war, konnte die ersten vier Games keiner der Spieler seinen Aufschlag durchbringen  - Break für Melzer (1:0), Break für Simon (1:1), Break für Melzer (2:1), Break für Simon (2:2). Erst im fünften Game konnte mit Simon ein Aufschlagspieler sein Service durchbringen (2:3). Melzer, der immer wieder den Blickkontakt mit Ronald Leitgeb, Mirna Jukic und Michael Buchleitner suchte, verlor auch sein drittes Aufschlaggame in Folge. Simon, der in langen Grundlinienrallies immer wieder aus dem Nichts mit der Vorhand punktete, zog kurzfristig auf 2:4 davon, verlor dann aber sein nächstes Aufschlaggame zum 3:4.

ENTSCHEIDUNG IM TIEBREAK. Mit diesem Gamegewinn schien Melzer endgültig „aufzuwachen“: Höheres Percentage beim ersten Aufschlag (insgesamt 64% im ersten Satz), aggressiver von der Grundlinie, Serve-Volley, Longline-Shots nach gutem Service. Erstmals „tauchte“ der Top 10-Spieler Melzer an diesem Wochenende in dieser Phase des ersten Satzes im Hangar 3 auf. Beim Stand von 4:5 wehrte er zwei Satzbälle ab. Bei Aufschlag von Simon kam erstmals richtige Davis Cup-Atmosphäre auf, als Melzer zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters sah und lautstark sogar mit dem Oberschiedsrichter zu diskutieren begann. Die Halle tobte, an der Entscheidung der Schiedsrichter änderte sich allerdings nichts, Melzer beruhigte sich wieder, die Entscheidung sollte im Tiebreak fallen: Melzer hatte bereits drei Satzbälle, vergab sie allerdings mit leichten Fehlern, danach hatte Simon einen Satzball, den Melzer abwehrte. Beim Stand von 8:7 für Melzer beendete Österreichs Nummer 1 nach 72 Minuten mit einem Vorhand-Winner von der Grundlinie den ersten Satz.

„IHM FEHLT DAS TAKTISCHE KONZEPT.“ Im Eröffnungsgame des zweiten Satzes schien Melzer durch diesen Satzgewinn wesentlich befreiter zu wirken, während Simon nachdenklicher und fehlerhafter wurde. Dieser Höhenflug dauerte allerdings nur kurz an: Während im nächsten Game Melzer eine Breakchance nicht verwerten konnte, nutzte der 26-jährige Franzose seine Chance und nahm Melzer, dessen Aufschlagleistung bei nur knapp 42 Prozent lag, den Aufschlag zum 1:2 ab. Nach 2:10 Stunden gelang Simon erneut ein Break und glich mit 6:3 zum Satzausgleich aus. Zu Beginn des dritten Satzes war es erneut Simon, der Melzer mit langen Grundlinien-Rallies den Nerv zog und mit einem Break auf 2:0 davonzog. In dieser Phase der Partie spielte Melzer fehlerhaft und wirkte unsicher und frustriert, während Simon ruhig und konstant sein Spiel „durchzog“. Das nächste Break zum 1:5 war die logische Folge und der Satz nach 2:45 Stunden mit 1:6 verloren. „Jürgen fehlt ein bisschen das taktisches Konzept, während Simon sein Spiel trocken runter spielt“, analysierte Melzer-Manager Ronnie Leitgeb nach dem verlorenen dritten Satz. „Er müsste jetzt Punkt für Punkt wieder ins Match hineinfinden.“

MELZER FIGHTET ZURÜCK. Gesagt, und getan: Simon, „gegen den man unglaubliche Punkte spielen muss“ (Stefan Koubek) dominierte die Ballwechsel, konterte Melzer immer wieder von der Grundlinie aus, während der Österreicher dem giftigen Spiel des Franzosen nichts entgegensetzen konnte und statt dessen beim Stand von 1:1 und eigenem Aufschlag seinen Frust am eigenen Schläger ausließ. Erstmals flackerte die Hoffnung auf, als Melzer das Rebreak zum 2:2 gelang. Auf Weltklassebälle des Österreichers und nicht genutzten Breakchancen beim Stand von 3:3  folgten allerdings zu oft leichte, unerzwungene Fehler und damit auch das nächste Break von Simon zum 3:4. In der Phase des Satzes schien die Partie erstmals zugunsten Melzers zu kippen: Die Nummer 10 der Welt breakte sofort zurück, erhöhte auf 5:4 und bei eigenem Aufschlag auf 6:4.

MELZER IM SPIELRAUSCH. Im fünften Satz schien Melzer wie ausgewechselt: Mit grandiosem Aufschlag- und giftigem Grundlinienspiel zog er nach vier Stunden auf 3:0 davon, holte sich sofort danach die nächsten Aufschlagspiele Simons, der bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, spielte sich in einen wahren Spielrausch und gewann Satz 5 mit 6:0. „Ich hab nie aufgegeben. In einem Best-of-Five-Match bekommt man immer wieder seine Chance“, so Melzer. „Wenn man so eine Leistung bringt und das ganze Match durchfightet, kann man einfach nur stolz drauf sein. Jetzt holen wir uns das Ding!“ Melzer-Manager Ronnie Leitgeb konnte vor der Leistung seines Schützlings "nur den Hut ziehen.
Jürgen hat frustrierende Momente in dieser Partie gehabt, er hat sie überwunden und im letzten Satz die Höchststrafe verteilt. Das war ein Sieg, den er sich erarbeitet hat." Die endgültige Entscheidung, ob Österreich ins Viertelfinale einziehen kann oder in die Relegation muss, fällt damit im Match Martin Fischer gegen Jeremy Chardy.


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