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Davis Cup

ÖSTERREICH - FRANKREICH: DAS DAVIS CUP-EVENT DES JAHRES VON A BIS Z. HEUTE: Z WIE ZUFAHRT ZUM HANGAR

A wie Arena. B wie Bilanz. M wie Melzer. N wie Newsroom. T wie Tickets. V wie VIP's. Z wie Zufahrt zum Hangar. 27 Tage vor dem ersten Aufschlag startete www.tennisaustria.at den Countdown bis zum Start des Davis Cup-Events des Jahres.

DAVIS CUP

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 DIE NEUE DAVIS CUP-WEBSITE DES ÖTV




A wie Arena. 133 Meter lang, 83 Meter breit, 27 Meter hoch - in einen Flugzeughangar dieser Dimensionen würde der größte Passagierjet der Welt, der Airbus 380 (73 m lang, 80 m Spannweite), locker hineinpassen. Statt dem Superjumbo wird von 4. bis 6. März 2011 allerdings Österreichs Davis Cup-Team im Hangar 3, einem Flugzeughangar am Flughafen Wien, im Mittelpunkt des Interesses stehen. „An einem derartig außergewöhnlichen Schauplatz“, kündigt Jürgen Melzer Großes an, „wollen wir den Fans einen tollen Länderkampf bieten.“ Rund 20 Jahre nach dem denkwürdigen Duell gegen die USA im Happelstadion geht damit erneut ein Davis Cup in einer sensationellen Location über die Bühne. Und erneut hat dabei Tennismanager Ronnie Leitgeb seine Finger entscheidend mit im Spiel: Schon 1990 "war es Ronnies Idee gewesen, im Praterstadion zu spielen", erinnerte sich Thomas Muster vor Jahren an eines seiner Karriere-Highlights. Im Vorjahr kam der Vorschlag, 2011 den Davis Cup direkt am Flughafen Wien zu spielen, ebenfalls von Leitgeb. 4.700 Fans werden in der „Flug-Arena“ dabei Platz haben, um mit stimmkräftiger Unterstützung den neunfachen Davis Cup-Triumphator Frankreich in die Knie zu zwingen.

B wie Bilanz. Insgesamt sieben Mal ist es bereits zum Duell mit der „Grande Nation“gekommen, als Sieger ist bisher immer Frankreich vom Platz gegangen. Das letzte Duell endete im Jahr 2000 in der 1. Qualifikationsrunde für die Weltgruppe mit einem klaren 5:0 für Frankreich: Jürgen Melzer unterlag dabei Nicolas Escude ebenso in drei Sätzen wie auch Stefan Koubek Sebastian Grosjean und das Doppel Julian Knowle/Thomas Strengberger Escude/Olivier Delaitre. Von den insgesamt 34 gespielten Partien konnte Frankreich seit dem ersten Duell im Jahr 1934 insgesamt 31 gewinnen, Österreich bloß drei. Für diese drei Siege sorgten Horst Skoff im Jahr 1993 gegen Frankreichs heutigen Davis Cup-Captain Guy Forget (6:3, 3:6, 6:1), Skoff 1986 gegen Thierry Tulasne (2:6, 6:2, 6:3) sowie Hans Kary 1974 gegen Francois Jauffret (7:5, 6:1, 9:7).

C wie Court. Gespielt wird die Erstrunden-Partie gegen Frankreich auf einem temporären Sandplatz, der zwar die Konsistenz eines „normalen“ Sandplatzes hat, teilweise allerdings die Eigenschaften eines Hardcourts aufweist. „In den letzten Jahren haben sich auf weichen Sandcourts viele Bälle immer wieder versprungen“, so Davis Cup-Kapitän Gilbert Schaller. „Deshalb wollen wir diesmal den Platz speziell nach den Bedürfnissen von Jürgen Melzer ausrichten. Er hat ganz klar gesagt: Ein Sandplatz ist gegen die Franzosen das Gescheiteste. Er wollte aber einen Sandplatz haben, auf dem er die Bälle im Aufsteigen nehmen kann, sich die Bälle nicht verspringen und jeder Ball eine gewisse Sicherheit hat. Würden wir uns einen „normalen“ Sandplatz verlegen lassen, hätten wir diese Sicherheit nicht.“ Aufgrund eines neuen Systems kann der Court innerhalb von ca. drei Tagen errichtet werden. Die oberste Sandschicht ist nur einige Millimeter dick. Insgesamt werden rund 800 m² Fläche verbaut. „Das Netz“, so ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl, „ist ebenfalls eine mobile Einrichtung.“

D wie Doppel. Von den zehn zuletzt gespielten Doppel-Partien im Davis Cup gingen sechs an das heimische Duo, vier Mal gewannen die Gegner. War Doppel aus der Sicht einiger „Experten“ in Österreich noch vor gar nicht allzu langer Zeit ein „Armutszeugnis“ für Spieler, die den Durchbruch im Einzel nicht geschafft haben, so hat sich das Spiel mit einem Partner an der Seite längst zum wichtigen Punktelieferanten entwickelt – sowohl auf der ATP-Tour (Wimbledon-Sieg Jürgen Melzers 2010, drei  ATP-Siege Oliver Marachs 2010, Julian Knowles US Open-Sieg 2007 etc.) als auch im Davis Cup. „Deshalb stimmt es mich positiv“, so Davis Cup-Captain Gilbert Schaller, „dass mir Julian Knowle bestätigt hat, dass er seit Mitte Jänner wieder voll trainieren kann und überhaupt nicht mehr an seine operierte Leiste denkt. Noch dazu hat auch Oliver Marach bei den Australian Open ausgezeichnet gespielt (Viertelfinale; Anm.). Das heißt, ich schau mir jetzt einmal an, wie die beiden in den nächsten Wochen spielen und werde dann eine Entscheidung treffen.“

E wie Einzel. „Was Einzelspieler auf Weltgruppen-Niveau betrifft, absolviert Jürgen Melzer bei uns eine One-Man-Show. Aus heutiger Sicht muss man ganz ehrlich sagen, dass jeder Punkt, den wir aus einem zweiten Einzel machen, eine Überraschung ist, mit der wir vorher nicht rechnen können“, ist sich Gilbert Schaller über die Situation in seinem Team bewusst. „Gott sei Dank haben wir aber mit Julian Knowle und Jürgen Melzer auch ein bzw. mit Oliver Marach sogar zwei Weltklasse-Doppel. D. h. die Erwartungshaltung ist derzeit ausschließlich auf Jürgen und auf das Doppel ausgerichtet.“ Beruhigend für den Teamchef kann sowohl die sportliche als auch die mentale Entwicklung seiner Nummer 1 sein. Denn als stabiler „Punktelieferant“ konnte Jürgen Melzer 2010 seine Quote im Vergleich zu den Jahren davor deutlich verbessern:

2010: 4:0 - Siege: Harel Levy/ISR, Dudi Sela/ISR, Martin Klizan/SVK, Lukas Lacko/SVK
2009: 1:3 - Siege: Paul Capdeville/CHI; Niederlagen: Nicolas Massu/CHI, Philipp Kohlschreiber/GER, Nicolas Kiefer/GER
2008: 1:2 - Siege: Alex Bogdanovic/GBR; Niederlagen: Andy Murray/GBR, Andy Roddick/USA

F wie Fischer, Martin. Er war es, der Österreich im Vorjahr mit seinem Vier-Satz-Sieg gegen Harel Levy (ISR) endgültig die Tür zur Weltgruppe öffnete. „Ein Match, in dem er gezeigt hat, dass er seine Nerven im Zaum halten und ein ausgezeichnetes Match spielen kann“ (Schaller). Er ist es aber auch, der beim Teamchef wenige Wochen vor dem Duell mit Frankreich für nachdenkliches Stirnrunzeln sorgt. Nach überstandener Grippe gewann „Fisch“ bis jetzt (Stand: 11.2.; Anm.) bei drei Turnieren nämlich noch kein Match. Schaller: „Die Zeit drängt, aber ich hoffe, dass er bald wieder topfit ist.“ Druck setzt sich der 24-jährige Vorarlberger aber auch selbst: „Im Prinzip müsste ich es ja niemandem beweisen. Aber mit zunehmendem Erfolg steigert sich auch die Erwartungshaltung. Ich merke es bei mir selber. Letztes Jahr lief es um diese Zeit nicht um vieles besser, doch dachte ich mir dabei noch nicht allzu viel. Heuer neige ich schon dazu, ungeduldig zu werden.“

G wie Guy Forget. Im Dezember 2010 verlängerte der französische Verband (FFT) den Vertrag mit dem 45-Jährigen, der bereits seit 1989 Trainer der Davis Cup-Equipe ist, bis 2012. 2001 führte er "Les Bleus" zum Titel. Im Vorjahr scheiterte er mit Gael Monfils, Michael Llodra, Gilles Simon und Arnaud Clement im Finale an Serbien. Trotz der statistischen Dominanz seines Teams – neunfacher Davis Cup-Sieger – warnte der Serve-Volley-Spezialist der 80er/90er-Jahre in einem Interview mit der französischen Sporttageszeitung L’Equipe vor der nächsten Aufgabe für sein Team: "Wir müssen auf der Hut sein, an einem guten Tag kann Melzer auf alle Fälle seine beiden Einzel gewinnen und ist im Doppel ebenfalls extrem gefährlich. Auswärts zu spielen ist immer eine schwierige Aufgabe. Da ist es gegen niemanden einfach – auch nicht gegen die anderen Österreicher, die ja im Ranking weit hinter meinen Spielern liegen.“ Persönlich geht Monsieur Forget mit einer positiven Bilanz in das Duell mit Österreich: Bei acht Duellen mit Thomas Muster ging er fünf Mal als Sieger vom Court, zuletzt im Jahr 1995, als er beim ATP-Masters in Paris mit 6:3, 7:6 gewinnen konnte. Österreichs Davis Cup-Captain Gilbert Schaller besiegte er beim einzigen Aufeinandertreffen der beiden in der 1. Runde der Australian Open 1995 in drei Sätzen (6:3, 7:6, 6:3). Im Verlauf seiner Karriere gelangen dem Orange Bowl-Sieger aus dem Jahr 1982 insgesamt elf Titel, wobei ihm höchstwahrscheinlich der Sieg in Toulouse (1986) für immer in Erinnerung bleiben wird: Zwanzig Jahre davor hatte sich Forgets Vater Pierre in die Annalen dieses Traditionsturniers eintragen können und wieder zwanzig Jahre davor war sein Großvater Paul in Toulouse erfolgreich gewesen.

H wie Haider-Maurer, Andreas. Dem 23-jährigen Waldviertler wird das Jahr 2010 vermutlich auch noch in fünfzig Jahren ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht zaubern: Zuerst das Semifinale in Kitzbühel, wenig später überstand er alle drei Qualifikationsrunden der US Open 2010 und stand damit zum ersten Mal in seiner Karriere im Hauptbewerb eines Grand Slam Turniers. Im September gab Haider-Maurer im Playoff um die Weltgruppe sein Debüt im österreichischen Davis-Cup-Team, unterlag jedoch im ersten Spiel dem Israeli Dudi Sela. Die österreichische Mannschaft siegte trotzdem mit 3:2. Und dann kam Wien: Nachdem er erst als Lucky Loser ins Hauptfeld der BA-Trophy eingezogen war, besiegte er Thomas Muster, Andreas Seppi, Marin Čilić und Michael Berrer und erreichte damit erstmals das Finale eines ATP-Turniers. Im Finale unterlag er Jürgen Melzer, nachdem er den ersten Satz überraschend mit 7:6 gewonnen hatte und im zweiten Satz beim Stand von 5:4 auf das Match servieren konnte, mit 7:6, 6:7 und 4:6. Und dann kam Lea: Am 25. Dezember 2010 kam sie zur Welt und „machte“ Kristin Haider-Maurer zur Mutter, Bruder Mario zum Vater und „AHM“ zum Onkel.

I wie Info. Um Österreichs Tennisfans noch umfassender als bisher über ein aktuelles Highlight informieren zu können, wird erstmals vor dem Davis Cup-Duell mit Frankreich eine eigene Website online gehen. „Die Adresse wird www.austria-vs-france.at lauten“, so Peter Teuschl. Die Inhalte:

• News - Aktuelle Beiträge, Statements der Spieler und Betreuer auf Facebook und Twitter
• Team - Präsentation des Teams, Vorstellung der Spieler, ...
• Info - Infos zum Event, Kartenkauf, Anreise, Parkmöglichkeiten, ...
• Geschichte - Allgemeine Highlights, Spiele gegen Frankreich
• Media/Presse - Infos für Presse, Downloads

J wie Juli, 14. Frankreichs Nationalfeiertag. Der 14. Juli ist der französische Nationalfeiertag und erinnert – anders als üblicherweise angenommen – nicht an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789, sondern an das Föderationsfest (Fête de la Fédération) 1790, das sich aber auf den Volksaufstand im Vorjahr bezieht. Knapp eine Woche vor dem diesjährigen Nationalfeiertag wird sich herausgestellt haben, ob Österreichs oder Frankreichs Davis Cup-Team Grund zum Feiern (im Bild: Jo-Wilfried Tsonga) gehabt haben wird: Von 8. bis 10. Juli trifft nämlich entweder die Schaller- oder die Forget-Truppe im Weltgruppen-Viertelfinale auf den Sieger der Erstrunden-Partie Deutschland gegen Kroatien.

K wie Knowle, Julian. Oder noch besser: U wie „Urgestein“. Im Team von Gilbert Schaller ist der 36-jährige Vorarlberger der Spieler mit der bisher längsten Davis Cup-Karriere. 1999 hatte er im Viertelfinale der Euro/Afrika-Zone gegen Portugal sein Debüt gefeiert und bis heute insgesamt vier Partner an seiner Seite „verbraucht“: Wolfgang Schranz (1 x), Thomas Strengberger (1 x), Alexander Peya (5 x). Am besten funktionierte die „Ehe“ allerdings mit Jürgen Melzer: 14 Mal sind die beiden für Österreich an den Start und zehn Mal als Sieger wieder vom Platz gegangen. Das Geheimrezept der beiden? „Im Idealfall deckt dein Partner im Doppel deine Schwächen ab und gleichzeitig baut man seine Stärken aus“ (Knowle). Außerhalb seiner Davis Cup-Karriere erreichte er seine Karrierehöhepunkte mit dem Wimbledon-Finaleinzug im Jahr 2004 (mit Partner Nenad Zimonjic) und dem Sieg im US Open im Jahr 2007 an der Seite von Simon Aspelin. 2011 macht Österreichs Stammspieler die Frage nach seiner Aufstellung gegen Frankreich ungewollt spannend:  Nach einer am 5. Jänner vorgenommenen Leistenoperation musste er sein Antreten bei den Australian Open absagen und startete erst Ende Jänner mit einem Halbfinale in Zagreb (450.000 Euro) in das aktuelle Tennis-Jahr.

L wie Llodra & Co. Frankreichs Team kommt, so Gilbert Schaller, „als klarer Favorit“ nach Wien. Österreichs Chancen sind allerdings nach dem Ausfall von Gael Monfils, der beim ATP-Turnier in San Jose (Kalifornien) nach seinem gewonnenen Viertelfinal-Match wegen einer Handgelenksverletzung aufgeben und bis zu sechs Wochen pausieren muss, um ein paar Prozentpunkte nach oben gestiegen. „Auch wenn die Franzosen über eine große Dichte an Topspielern verfügen, wird ihnen der Ausfall von Monfils auf Sand sicher wehtun. Er ist aufgrund seiner Stärke auf diesem Belag und seiner Davis Cup-Erfahrung ein extrem wertvoller Spieler, der für unser Team sehr unangenehm gewesen wäre“ (Schaller). Trotzdem stapelt der Teamchef fürs Erste einmal tief: „Aus heutiger Sicht muss man ganz ehrlich sagen, dass jeder Punkt, den wir aus einem zweiten Einzel machen, eine Überraschung ist, mit der wir vorher nicht rechnen können.“ Frankreichs erweitertem Kader gehören rund zwei Wochen vor der ersten Weltgruppen-Runde Jo-Wilfried Tsonga, Michael Llodra, Richard Gasquet, Gilles Simon, Julien Benneteau und Arnaud Clement an.

M wie Melzer, Jürgen. Spricht man vom „Knick in der Karriere“ eines Tennisprofis, dann bedeutet das meistens: Bye, bye success, es geht bergab! Dass es nach einem derartigen Wendepunkt aber auch steil bergauf gehen kann, beweist Österreichs Nummer 1 seit mittlerweile eineinhalb Jahren. Bis 2009 zählte der 29-jährige Niederösterreicher u. a. mit dritten Runden bei den US Open 2008, in Wimbledon 2008, bei den French Open 2008, in Melbourne 2009, den French Open 2009 zwar durchaus zur erweiterten Weltelite, der letzte Schritt zum Gipfel wollte aber einfach nicht gelingen. Der Grund? In den entscheidenden Momenten am Court oft zu unentschieden, die Körpersprache zu negativ. Erst mit einem neuen Trainer (seit November 2007 Joakim Nyström), einem neuen Manager und Mentaltrainer (seit Juli 2009 Ronnie Leitgeb) und Lebensgefährtin Mirna Jukic („Sie ist positiv, sie glaubt an sich selbst, und da hat es vielleicht bei mir in der Vergangenheit auch ein bisschen gehapert“) kam die Wende. Seither hat sich Melzer im Davis Cup-Team zur Führungspersönlichkeit gewandelt und u. a. zwei Turniersiege in Wien (2009, 2010), einen Wimbledon-Titel (im Doppel mit Philipp Petzschner 2010) und ein Semifinale bei den French Open (2010) auf seiner Erfolgsliste stehen. Außerdem besiegte er in den letzten beiden Jahren Spieler, gegen die er vorher noch verloren hatte: Rafael Nadal (Shanghai 2010), Novak Djokovic (French Open 2010), Juan-Martin Del Potro (Shanghai 2009). Den Lohn dafür konnte der „Sportler des Jahres 2010“ am 31. Jänner 2011 „kassieren“: Erstmals seit Thomas Muster (1996) ist mit ihm wieder ein Österreicher unter die Top Ten der Weltrangliste eingezogen. Das Erfolgsrezept?„Das Wichtigste ist“, sagt Nyström, „dass seine Schläge jetzt automatisch funktionieren. Auch an schlechten Tagen.“ Trotz des Erfolgslaufs „ist Jürgen aber sehr bodenständig geblieben“, sagt Alexander Peya. „Er weiß jetzt ganz genau, was er zu tun hat und hat großes Selbstvertrauen – das alles aber auf eine sehr nette Art und Weise.“ Der Erfolg hat allerdings auch seine Schattenseiten: „Was mir am meisten fehlt, ist die Zeit mit den Freunden und der Familie. Das ist mir sehr wichtig und kommt leider viel zu kurz“ (Melzer). Sobald aber doch etwas Zeit fürs Privatleben vorhanden ist, steht er am Herd, mit Freundin Mirna am Tennisplatz oder als Fußball-Fan in einer Warteschlange für Eintrittskarten. Am 1. November 2010 versuchte das ATP-Magazin „Deuce“ einen Blick hinter den Profi Melzer auf den Menschen Melzer zu werfen:

Das letzte Mal, als ich für einen Tennisplatz bezahlen musste, ...
... war, als ich in der Nähe meiner Wohnung mit meiner Freundin Tennis spielen ging. Das muss jetzt ungefähr zwei Monate zurückliegen.

Das letzte Mal, als ich mich für Eintrittskarten angestellt habe?

Das ist jetzt schon sehr lange her, zwei oder drei Jahre. Das war für ein Fußballmatch. Allerdings nicht in Österreich, sondern irgendwo anders.

Etwas Wichtiges, das ich verloren habe?
So etwas passiert mir ständig. Vor einem Jahr habe ich z. B. meinen Führerschein verloren und musste dann zur Polizei, um diesen Verlust zu melden. Erst danach habe ich ihn wiederbekommen.

Das letzte Mal, als ich einen Flug verpasst habe?
Das muss 2004 oder 2005 gewesen sein. In Amerika, als ich von Washington nach San Jose fliegen wollte. Der Bursche der Zoll- und Einwanderungsbehörde war fest davon überzeugt, dass ich ein Visum benötigen würde, was allerdings nicht der Fall war. Er hat mich dann fünf Stunden lang in einem Zimmer festgehalten, bis endlich alles geklärt war. Der Flieger war dann allerdings schon weg.

Das letzte Mal, als ich für mich gekocht habe?
Das war am letzten Dienstag (26.10.2010): Hühnchen, Reis und Suppe. Ich koche allerdings nicht sehr oft, da ich ein schrecklicher Koch bin.

Wen ich nach einem Autogramm gefragt habe?
Im Mai 2010 habe ich Raul von Real Madrid um eines gebeten. Er hat es mir mit einem Foto gegeben, obwohl er eigentlich gar nicht mein Lieblingsfußballer ist. Das ist nämlich Michael Ballack.

Wann ich das letzte Mal den Geburtstag eines Familienmitglieds oder guten Freundes vergessen habe?
Auch so etwas passiert mir ständig, da ich mir Geburtstage nur sehr schlecht merke. Zuletzt ist mir das mit dem Geburtstag meines besten Freundes im April 2010 passiert. Dafür muss ich mich aber nicht bei ihm entschuldigen, da er mich sehr gut kennt.


N wie Newsroom.
Weit werden es heimische und internationale Journalisten nicht zu ihrem Arbeitsplatz haben: Das Pressezentrum im Hangar 3 befindet gleich auf der linken Seite unmittelbar nach dem Haupteingang und wird den Medienvertretern 56 Arbeitsplätze auf zwei Etagen bieten. Hinzu kommt auch noch ein Interviewraum mit 40 Sitzplätzen sowie ein 15 m² großer Container, in dem Getränke, Snacks u. ä. serviert werden. Nicht nur sportlich, sondern auch,  was das Medieninteresse betrifft, wird der „Hit im Hangar“ also für Aufsehen sorgen: Der ORF wird 17 Kommentatorkabinen für TV und Radio aufbauen. Zudem langen täglich zahlreiche Akkreditierungsanfragen der Printmedien beim ÖTV ein. ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl: „Wir rechnen mit rund 60 Journalisten, davon 40 aus Frankreich.“

O wie ORF. Auf Sport Plus wird der Davis Cup-Hit Österreich gegen Frankreich täglich live übertragen. Die Beginnzeiten: Freitag (4.3.) und Samstag (5.3.) jeweils 14:00 Uhr, Sonntag (6.3.) 13:30 Uhr.

P wie Programm.

• ab 22.2.2011:
Aufbau von Tribünen & Court im Hangar 3
• 27.2.2011: 11:00 Uhr, Flughafen Wien: Pressefrühstück in Kooperation mit dem Land NÖ
• ab 28.2.2011: Trainingsbetrieb
• 1.3.2011: Pressekonferenz Team Österreich und Team Frankreich (ab ca. 12:00 Uhr)
• 2.3.2011: 19:30 Uhr, Conference Center Laxenburg: Official Diner mit beiden Teams sowie Vertretern der internationalen und nationalen Sponsoren und des Internationalen Tennisverbands
• 3.3.2011: 13:00 Uhr, Palais Niederösterreich (1010 Wien): Auslosung
• 4.3.2011: 14:00 Uhr, Flughafen Wien: 1. Spieltag (2 Einzel)
• 5.3.2011: 11:00 Uhr, Flughafen Wien, Wirtschaftsgespräch im VIP-Bereich: „Die wirtschaftliche S(a)ite des Tennis“ / 14:00 Uhr, Flughafen Wien: 2. Spieltag (Doppel)
• 6.3.2011: 10:00 Uhr, Flughafen Wien, VIP-Bereich: Wein-Wasser-Käse-Cup / 13:30 Uhr, Flughafen Wien 3. Spieltag (2 Einzel)

Q wie Quarter Finals, Viertelfinale. „Daran bloß zu denken, wäre unverschämt“, gab sich Gilbert Schaller noch vor kurzem noch sehr bescheiden. Aufgrund des Verletzungspechs der Franzosen – Gael Monfils und Jo-Wilfried Tsonga fallen aus – und des Heimvorteils im (höchstwahrscheinlich) komplett ausverkauften Hangar 3 sind die Chancen auf einen Sieg für das rotweißrote Team jedoch erneut um ein paar Prozentpunkte gestiegen. Sollten Jürgen Melzer & Co tatsächlich die blauweißrote Hürde überspringen, würden sie von 8. bis 10. Juli in der Runde der weltbesten acht Nationen in einem Heimspiel auf den Sieger der Erstrunden-Partie Deutschland gegen Kroatien treffen. Zuletzt war ein österreichisches Team im Jahr 1995 im Weltgruppen-Viertelfinale gestanden: Mit einem 4:1 gegen Spanien hatten sich Thomas Muster, Alexander Antonitsch und Gilbert Schaller qualifiziert. Gegen Schweden setzte es dann allerdings eine klare 0:5-Niederlage. Insgesamt drei Mal ist ein österreichisches Team bisher im Viertelfinale des Davis Cups gestanden: 1995, 1990, 1989. Nach dem 5:0-Triumph gegen Spanien war es 1990 in der Erfolgsleiter sogar noch eine weitere Sprosse nach oben gegangen. Das Resultat ist bekannt: Das legendäre Semifinal-Duell gegen die USA im Praterstadion, an das sich Thomas Muster noch heute gerne erinnert. „Vom Erlebniswert, von der Atmosphäre, von der Dramaturgie her bleibt es unvergessen.“

R wie Ranking. Ginge es ausschließlich nach der Weltranglisten-Position der einberufenen Spieler, hätte Frankreich bereits vor dem ersten gespielten Ball die Nase ziemlich weit vorne. Mit Michael Llodra (ATP 27), Richard Gasquet (ATP 28), Gilles Simon (ATP 33) und Julien Benneteau (ATP 80) haben nämlich sämtliche Spieler in Guy Forgets Team ein Top 100-Ranking (Stand: 22.2.2011). Im Team „Österreich“ mit Melzer (ATP 10) hingegen „nur“ einer. Martin Fischer rangiert auf Platz 137, Stefan Koubek ist 174. „Unsere Chancen sind durch die Absage Tsongas zwar gestiegen“, so ÖTV-Captain Schaller, „aber man darf nicht vergessen, dass die französische Nummer zwei in der Weltrangliste klar vor unserem zweiten Einzelspieler liegt. Damit bleibt es auch dabei, dass Jürgen Melzer eine große Last zu tragen hat, denn er muss gegen starke Gegner punkten.“ Im Doppel bietet sich hingegen ein anderes (Ranking-)Bild: Mit Jürgen Melzer (ATP 8) und Oliver Marach (ATP 10) kann Österreich gleich zwei Top Ten-Spieler ins Rennen schicken, Julian Knowle folgt auf Platz 37. Frankreichs (voraussichtliches) Doppel rangiert ebenfalls im Mittelfeld der Top 50: Michael Llodra ist 24., Julien Benneteau auf Platz 38.

S wie Schaller, Gilbert. Der 41-jährige Steirer geht mit dem Duell gegen die Grande Nation in sein bereits fünftes Jahr (erste Partie 2007 gegen Argentinien) als Davis Cup-Captain. Seine bisherige Bilanz: vier Siege, vier Niederlagen. Zum aktuellen Gegner Frankreich hat Schaller ein ganz spezielles Verhältnis: 1954, als es in der legendären Pariser Musikhalle "Olympia" unter den Fans von Sänger, Pianist und Filmschauspieler Gilbert Bécaud zu Rangeleien um die Eintrittskarten kam, war mit einem Schlag der Spitzname "Monsieur 100.000 Volt" geboren – und 15 Jahre später (17.3.1969) ein künftiger Tennisprofi und Davis Cup-Captain, der den gleichen Vornamen tragen sollte. „Meine Großmutter war damals ein großer Gilbert Bécaud-Fan, von daher kommt mein Name dann wohl“ (Schaller).

T wie Tickets. Die Preise:

Einzelkarten:
Kategorie 1:   
45 Euro (minus 5 Euro für Lizenzkartenbesitzer)
Kategorie 2:   
38 Euro (minus 5 Euro für Lizenzkartenbesitzer)
Kategorie 3:   
29 Euro
Jugendliche bis 14 erhalten einen Nachlass von minus 50 Prozent auf den Normalpreis!

Drei-Tages-Tickets:
Kategorie 1:   
115 Euro bzw. 57,50 Euro für Jugendliche bis 14 Jahre
Kategorie 2:   
98 Euro bzw. 49 Euro für Jugendliche bis 14 Jahre
Kategorie 3:   
78 Euro bzw. 39 Euro für Jugendliche bis 14 Jahre

U wie unglaubliche Dimensionen. Einige Zahlen, Daten und Fakten zum Hit im Hangar:
• 30 Sattelschlepper sind nötig, um das Material für den Sandplatz, Tribünen und 51 VIP-Logen inkl. Beleuchtung zu liefern
• Der Hangar hat eine Fläche von rund 10.000 m2 – ca. 38 Tenniscourts würden hier Platz finden
• Im Hangar, in dem normalerweise Flugzeuge wie eine Boeing 777 gewartet werden, werden Tribünen mit rund 5.000 Sitzplätzen, 17 Kommentatoren-Kabinen, Spielergarderoben, Gastronomieeinrichtungen etc. errichtet
• Für die rund 5.000 pro Tag erwarteten Besucher werden Parkplätze für ca. 2.500 PKW’s geschaffen
• 10 Shuttle-Busse sind im Einsatz, um die Zuschauer vom Mazur-Parkplatz zum Hangar und wieder retour zu bringen

V wie VIP‘s. Österreichischen und internationalen Firmen, Managern und VIP’s werden insgesamt 51 VIP-Logen auf einer Fläche von 1.200 m2 zur Verfügung stehen: Die VIP-Area hat eine Fläche von 40 x 20 Metern, die VIP-Terrasse 40 x 10 Metern. Damit hat der gesamte VIP-Bereich die Kapazität, um täglich 550 VIP’s versorgen zu können. Persönlich gefordert werden die VIP’s am Sonntag, 6. März 2011 ab 10:00 Uhr: Während es auf dem Sandplatz am Flughafen Wien zwischen Jürgen Melzer, Jo-Wilfried Tsonga und Co. Sportlich drei Tage lang ordentlich zur Sache gehen wird, wird sich der Wein-Wasser-Käse-Cup auf kulinarischer Ebene abspielen. Bei diesem einzigartigen Vergleich testen die Gäste unter Anleitung von bekannten Sommeliers hervorragende Weine, (Mineral)-Wasser und Käsesorten aus Österreich und Frankreich. Als Besucher werden im VIP-Bereich des Flughafen-Hangars MitgliederInnen der französisch-österreichischen Handelskammer, der diplomatischen Vertretung Frankreichs in Wien, des Austria Tennis Pools, der Wirtschaftskammer, ehemalige Davis Cup- und Fed Cup-Spielerinnen, Präsidenten, Manager und Trainer aus dem Tennisbereich sowie Medienvertreter erwartet. Die Gäste werden um Spenden gebeten, die der Förderung des Jugendtennis zugute kommen.

Infos über Tickets und VIP-Pakete gibt es auf www.wien-ticket.at, www.tennisaustria.at sowie telefonisch unter 01/588 85!


W
wie Was wäre, wenn.
Was wäre, wenn Österreich gegen Frankreich gewinnen sollte? Dann ...

• ... „würde ich mich extrem freuen, wenn ich Guy Forget sagen dürfte: Unsere aufrichtigen Glückwünsche für diese Leistung, Herr Forget. Aber bei dieser Publikumskulisse mussten wir einfach gewinnen“ (Gilbert Schaller).

• ...  müsste Jean Gachassin, Präsident des Französischen Tennisverbandes, zumindest ein weiteres Jahr auf die Verwirklichung seines Traumes warten. Vor dem Duell mit Österreich sagt er nämlich: „Unserem Team ist es im Vorjahr gelungen, bis ins Finale vorzudringen, und ich hoffe ganz fest, dass uns auch der letzte kleine Schritt noch gelingen wird.“

• ... würden Jürgen Melzer & Co in ihrem ersten Viertelfinale seit 1995 in einem Heimspiel auf den Sieger aus Deutschland gegen Kroatien treffen.

• ... würde Österreich es im Davis Cup zum sechsten Mal mit Deutschland (Bilanz: 0:5) oder zum vierten Mal mit Kroatien (Bilanz: 1:2) zu tun bekommen.

• ... „wäre dieser Davis Cup ein Erlebnis gewesen, das man sein Leben lang nicht vergisst“ (Jürgen Melzer).

X wie X-Faktor, das Unfassbare. Im US-amerikanischen Sender „Fox“ eine Mystery-TV-Serie, für die durchaus auch die Vorfälle  im Vorfeld des Davis Cup-Duells ein Drehbuch hätten liefern können:  Zuerst musste im österreichischen Team Andreas Haider-Maurer („Ich bin momentan etwa bei 60 bis 70 Prozent meiner körperlichen Leistungsfähigkeit“) aufgrund einer Lungenentzündung absagen. Bei den Franzosen mussten danach Gael Monfils (Handgelenk), Jo-Wilfried Tsonga (Leistenzerrung) und zuletzt Richard Gasquet (Verletzung in der rechten Schulter) die Segel streichen. Gasquet wurde durch den 24-jährigen Jeremy Chardy ersetzt, der bisher erst ein Davis Cup-Match bestritten hat. Für Jürgen Melzer ist die Hürde dadurch aber nur minimal geringer geworden: „Fällt bei uns ein Topspieler aus, wird's eng. Frankreich nominiert einfach einen weiteren Top 50-Spieler nach. Das ist eine breite Masse, mit der nicht viele andere Länder konkurrieren können.

Y wie Yannick Noah, Frankreichs erfolgreichster „Kombinations-Weltmeister“. Als Teamchef der französischen Tennisnationalmannschaft gewann er mit den Herren zweimal den Davis Cup  (1991, 1996) und einmal mit den Frauen den Fed Cup (1997). Neben seiner Karriere als Sänger arbeitet er für die Kamerunische Fußballnationalmannschaft als Berater und engagiert sich auch für französische Hilfsorganisationen wie Les Restos du Cœur und den von ihm gegründeten Verein Les enfants de la Terre. Im Januar 2007 nahm ihn der französische Fußball-Erstligist Paris St. Germain als Berater unter Vertrag. Im Jahr 2005 wurde er in einer Umfrage der französischen Sonntagszeitung Le Journaldu dimanche zum beliebtesten Franzosen gewählt. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste war 1986 die Nummer 3. Er gewann 23 Turniere im Einzel, darunter 1983 die French Open. Im selben Jahr wurde er von der Sportzeitung L’Équipe zu Frankreichs Sportler des Jahres („Champion des champions“) gewählt. Nach einer Umfrage des Ifop-Instituts, die im Januar 2010 vorgestellt wurde, wurde Noah zum fünften Mal in Folge zur beliebtesten Persönlichkeit Frankreichs gewählt.

Z wie Zufahrt zum Hangar. Die einfachste und direkteste Anreise erfolgt mit dem Auto. Den Besuchern steht der Mazur-Parkplatz direkt an der B9 am Flughafen Wien zu einem Pauschalpreis von 5 Euro pro Spieltag zur Verfügung. Das Mazur-Areal verfügt über ausreichend Stellplätze und ist nur über den A4-Knoten Schwechat sowie über die S1 und die B9 erreichbar (siehe Anfahrtsplan). Wir empfehlen die Anreise über die S1 Abfahrt "SCHWECHAT OST". In ein Navigationsgerät ist folgende Adresse einzugeben: Hainburger Bundesstraße 143, 2320 Schwechat. Für Zuschauer, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem City Airport Train (CAT) anreisen, wird ein Shuttle-Dienst von der CAT/S7-Haltestelle am Flughafen Wien zum Mazur-Parkplatz eingerichtet. Von dort werden die Besucher in ständigen Shuttle-Bustransfers zur Tennisarena im Hangar und wieder zurück gebracht.

WICHTIG: Der Hangar ist ausschließlich über den Mazur-Parkplatz erreichbar. Ein individueller Zugang ist NICHT MÖGLICH!

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