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Österreich bleibt in Rio am Tennis-Ball

Für Oliver Marach und Alexander Peya, die einzigen österreichischen Tennisspieler bei den Olympischen Spielen in Rio, ist das Turnier nach dem Viertelfinale vorbei. Linienrichterin Eva Rungaldier (im Bild links) darf bis zum Finale bleiben.

Die österreichischen Tennisspieler Oliver Marach und Alexander Peya sind im Viertelfinale des olympischen Doppel-Bewerbes von Rio de Janeiro an den starken Spaniern Marc Lopez/Rafael Nadal gescheitert. Die steirisch-wienerische Paarung verlor mit 3:6, 1:6 und musste mit dem fünften Platz im Gepäck die Heimreise antreten.

Dennoch bleibt Österreich im Tennis weiter bei den Olympischen Spielen in Brasilien vertreten, und zwar durch eine Dame, die ganz ohne Schläger auskommt. Eva Rungaldier heißt die 24-Jährige Salzburgerin, die vom ersten Tag an als Linienrichterin engagiert ist und bis 16. August, bis zum Ende der Tennisbewerbe, in Rio bleiben wird. „Ich habe mich bei der ITF beworben und bin ausgewählt worden“, sagt die Dame aus St. Johann im Pongau.

Freilich kann nicht jeder einfach so fragen, ob er sich bei der größten Sportveranstaltung der Welt an die Linie setzen und „out!“ rufen darf. Nachdem Eva Rungaldier 2007 als Ballkind begonnen und ein Jahr später beim WTA-Turnier in Bad Gastein erste Erfahrungen als Linienrichterin gesammelt hatte, legte sie 2013 die Prüfung zum Chair Umpire ab und sicherte sich 2015 in Bukarest das „White Badge“, das sie zum Schiedsrichtern bei internationalen Turnieren im Ausland berechtigt. „Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Man hat eine komplett andere Perspektive als die Zuschauer“, sagt die Lehramtsstudentin, die in absehbarer Zeit Geografie und Französisch unterrichten wird.

Freilich seien ihr schon Fehler passiert, nicht viele, aber doch. „Man muss sich ja auf das verlassen, was man sieht, und binnen einer Hundertstelsekunde eine Entscheidung treffen. Dann kann es passieren, dass plötzlich ein Spieler vor dir steht und sich lautstark beschwert. Es ist ein beklemmendes Gefühl. Habe ich etwas falsch gemacht? Als Schiedsrichter musst du deine Meinung vertreten. Da führt kein Weg vorbei.“

Als Linienrichterin war Eva Rungaldier unter anderen in Kitzbühel, Linz, Wien, Stuttgart und Halle mit von der Partie. „Man lernt viele neue Leute kennen, knüpft viele Bekanntschaften. Das taugt mir.“ Als Chair Umpire ist die 24-Jährige bei ITF-Turnieren im Einsatz, heuer arbeitete sie auf Kreta, in der Schweiz und in den Niederlanden. Das größte Erlebnis: Ein Match von Roger Federer in Halle. „Ein super netter, super toller Spieler. Ein Vorbild für alle.“

Sobald der Magister-Titel in der Tasche ist, wird Frau Lehrerin leiser treten müssen. Außer in den Sommerferien.

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