Oberpullendorf: Finalisten stehen fest

Nicolas Reissig und Mario Haider-Maurer bestreiten das Herren-Finale der Novomatic Österreichischen Meisterschaften, bei den Damen treffen Janina Toljan und Julia Grabher aufeinander.

Die Österreichischen Staatsmeisterschaften gingen am Freitag mit den Halbfinal-Begegnungen in die heiße Phase: Nicht nur weil sich die Suche nach den Nachfolgern von Dennis Novak und Daniela Kix - den Siegern von 2013 - ihrem Ende nähert, sondern weil das Burgenland seinem Werbeslogan als "Sonnenseite Österreichs" wieder einmal mehr als gerecht wurde. Die drückende Hitze verlangte den jeweils vier Halbfinalisten im Damen- und Herren-Bewerb einiges ab.

Reissig mit starken Nerven
Kühlen Kopf bewies im ersten Männer-Halbfinale der Salzburger Nicolas Reissig, der nach klarem 5:2-Vorsprung gegen den Südstadt-Schützling Sebastian Ofner noch ins Tiebreak musste und in diesem plötzlich 1:5 zurücklag. Das Risiko einiger gewagter Stoppbälle zahlte sich aber aus und der Favorit drehte das Tiebreak. Im zweiten Satz wurde Reissig vom 18-jährigen Steirer, der im Achtelfinale überraschend seinen Kärntner Namensvetter Patrick Ofner eliminiert hatte, nicht mehr gefährdet.

Finale auf Top-Niveau erwartet
Eine klare Sache war das zweite Halbfinale, das Mario Haider-Maurer gegen Qualifikant Johannes Schretter mit 6:2, 6:2 für sich entschied. "Es war sicher meine beste Partie in dieser Woche", freute sich der Waldviertler, der immer besser mit den Bedingungen in Oberpullendorf zurechtkommt: "Die Bälle fliegen ziemlich." Im Endspiel gegen Reissig erwartet Haider-Maurer eine schwierige Partie: "Er ist ein sehr, sehr guter Spieler. Ich muss mein bestes Tennis bieten." Beide Finalisten haben in diesem Jahr schon internationale Futures für sich entschieden, Haider-Maurer eines (Vogau), Reissig sogar zwei (Kramsach, Triest).

Mit Wildcard ins Finale
Bei den Damen kam es gleich in der ersten Partie des Tages zu einer Überraschung: Die Vorarlberger Wildcard-Spielerin Julia Grabher setzte sich gegen die Turnierfavoritin Barbara Haas mit 6:3, 7:5 durch. Im Endspiel geht es nun gegen eine weitere Oberösterreicherin: Janina Toljan schlug Karoline Kurz - auf der Tribüne fieberte Veranstalter und Vater Günter Kurz mit - mit 6:1, 6:4.

Toljan: "Super Turnier"
"Der erste Satz war ok, im zweiten habe ich etwas zu unkonstant gespielt und einige Chancen ausgelassen", war Toljan nicht gänzlich zufrieden mit ihrer Leistung. Sehr wohl aber mit der Veranstaltung insgesamt: "Es ist das erste Mal, dass ich hier bin. Es ist ein super Turnier, besser organisiert als viele Futures", so Toljan, die sich schon auf das Finale freut: "Julia ist noch sehr jung, hat aber schon ein hohes spielerisches Niveau, es wird sicher ein tolles Finale."

Ofners holen Doppel-Titel
Im letzten Match des Tages hätte das Heimpublikum aus dem Burgenland - allen voran Landeshauptmann Hans Niessl - noch Grund zur Freude gehabt, doch Lokalmatador David Pichler und der Niederösterreich Lucas Miedler verspielten im Doppel-Finale erst eine Satzführung, dann einen klaren Vorsprung im Champions-Tiebreak. Am Ende jubelten die beiden Ofners, Sebastian aus der Steiermark und Patrick aus Kärnten. Der Titel im Damen-Doppel ging kampflos an Janina Toljan und Iris Khanna.

Side-Events und Charity
Zur perfekten Organisation der Staatsmeisterschaften gehört auch ein interessantes Rahmenprogramm: Am Freitag schwangen ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb, sein Vorgänger Ernst Wolner und ÖTV-Talent Lucas Miedler neben vielen anderen Prominenten aus Sport, Wirtschaft und Politik beim Charity-Doppel zur Unterstützung der "Sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Pronegg" das Racket. Dazu wurde am Dienstag beim Pokerturnier im Rahmen der Players Party 3.000 Euro für die lokale Tennisjugend eingespielt.

Positive Bilanz nach sechs Jahren
"Es braucht Menschen, die über das normale Maß hinaus Leistung erbringen, so einer ist Günter Kurz", adelte Oberpullendorfs Bürgermeister Rudolf Geiszler den "tennisverrückten" Veranstalter, der auf eine Fortsetzung der Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf auch im nächsten Jahr hofft. "Wir haben die Veranstaltung jetzt zum sechsten Mal. In dieser Zeit ist es uns gelungen, sowohl die Location als auch die Veranstaltung weiterzuentwickeln."

Zu den Siegern in sechs Jahren "Meisterschaften in Oberpullendorf" zählen Tennis-Größen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von Stefan Koubek über Dominic Thiem und Andreas Haider-Maurer bis zu Yvonne Neuwirth und Dennis Novak. In diesem Jahr wird um insgesamt 15.960 Euro Preisgeld gespielt - ein weiterer Grund, warum sich die perfekt organisierte Veranstaltung mit Partien auf hohem Niveau am Finaltag am Samstag einen hohen Zuschauerzuspruch verdient.

Link:
Österreichische Meisterschaften in Oberpullendorf

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