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"Ob Mann oder Frau, spielt keine Rolle" - oder doch?

Wieso gibt es nur wenige Trainerinnen im Sport? Zu diesem spannenden Thema gab es am Samstag eine Podiumsdiskussion beim „Upper Austria Ladies Linz“ mit Judy Murray, Barbara Schett, Iva Majoli und Gebhard Gritsch.

Barbara Schett, Iva Majoli, Judy Murray und Gebhard Gritsch beim Fachsimpeln. ©GEPA-Pictures

Mega-Überraschung im zweiten Halbfinalmatch beim WTA-Turnier „Upper Austria Ladies Linz 2018.“ Die 23-jährige Qualifikantin Eketarina Alexandrova bezwang am Samstagnachmittag die Favoritin Andrea Petkovic mit 0:6, 6:4, 6:0. Finalgegnerin der Russin ist die Italienerin Camila Giorgi, die sich gegen die Belgierin Alison van Uytvanck mit 6:3, 6:4 durchgesetzt hat. Das Finale beginnt am Sonntag um 14 Uhr, anschließend folgt das Doppel-Endspiel.

Vor den Halbfinalpartien hatten Judy Murray, Barbara Schett, Iva Majoli und Gebhard Gritsch versucht, bei einer Posiumsdiskussion die Frage "Wieso gibt es nur wenige Trainerinnen im Sport" zu erörtern.

"Viele Frauen auf der Tour fühlen sich mit einem Mann als Coach sicherer“, sagte die berühmte Trainerin Judy Murray, die mit ihrem „Miss Hits“-Konzept ein besonderes Trainingsprogramm für junge Mädchen entwickelt hat. „Es gibt keinen Grund, weshalb Frauen kein Coach sein können.“ Gebhard Gritsch, Fitness-Coach von Tennis-Weltstar Novak Djokovic, ergänzte: „Wenn du die Persönlichkeit hast, Coach zu sein, dann spielt es keine Rolle, ob du ein Mann oder eine Frau bist.“

„Viele Frauen wollen nicht das ganze Jahr über durch die Welt reisen“, sagte Iva Majoli, French Open-Siegerin von 1997. „Die Arbeit als Coach und Familie unter einen Hut zu bekommen, das ist eine Herausforderung.“ Majoli hat selbst eine Tochter und arbeitete eine Weile als Coach für die aktuelle kroatische Top-Spielerin Donna Vekic. „Mit Donna auf der WTA-Tour zu reisen und meine Tochter nicht zu sehen, das war schon schwierig“, sagte die ehemalige Nummer vier der Weltrangliste.

„In Österreich gibt es viele großartige Trainerinnen. Ständig unterwegs zu sein, das können sich aber viele nicht vorstellen“, sagte Barbara Schett, Turnierbotschafterin des „Upper Austria Ladies Linz“. „Meine erste Trainerin war eine Frau. Aber du wählst nicht Mann oder Frau, du entscheidest dich für die Person.“

Trainerinnen könnten besser auf die Bedürfnisse junger Mädchen eingehen, sagte Judy Murray. „Wir brauchen mehr Frauen, die gerade Mädchen und junge Frauen verstehen und auf deren Bedürfnisse eingehen.“ Iva Majoli ergänzte: „Für Donna war ich auf der Tour nicht nur Coach, sondern auch eine Freundin und manchmal sogar die Mutter.“

Mit ihrem „Miss Hits“-Programm will Judy Murray mehr Mädchen für den Tennissport begeistern. Im Training kommen Luftballons, Hula Hoop-Reifen und Tücher zum Einsatz, zum Aufwärmen wird getanzt. „In Schottland hören viele Mädchen mit dem Tennis auf. Das ist schade. Meist liegt es daran, dass sie sich nicht mit den Jungs messen wollen und zu viel Druck aufgebaut wird.“

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