Davis Cup

Nur Außenseiter können überraschen

Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek flog mit Dennis Novak, Sebastian Ofner und den Doppelspielern Jürgen Melzer und Philipp Oswald nach Kiew, wo die Ukraine Favorit ist.

„Man kann  nur eine Überraschung schaffen, wenn man Außenseiter ist. Wir wollen diese Überraschung schaffen“, sagte Kapitän Stefan Koubek am Montag vor dem Abflug nach Kiew. Gewinnt das SIMACEK Austrian Davis-Cup-Team von Freitag bis Sonntag in der Ukraine, spielt die Tennis-Nationalmannschaft im September im Playoff um den Aufstieg in die Weltgruppe. Im Fall einer Niederlage bleibt Österreich in der Europa/Afrika-Zone I.


Gerald Melzer, 26, und Dennis Novak, 22, werden die Einzelpartien bestreiten. „Ich traue mir noch keine Best-of-Five-Matches zu. Es wäre fahrlässig, die ganze behutsame Reha-Arbeit an einem Wochenende zusammenzuhauen“, sagte Jürgen Melzer, der mit dem Vorarlberger Philipp Oswald nur für das Doppel infrage kommt. Der Rekord-Davis-Cup-Spieler (32 Nominierungen, 68 Einsätze) fühlt sich nach der Schulteroperation im Herbst bereit für die knifflige Doppel-Mission, zuletzt gewann der 35-Jährige zwei Spiele in der deutschen Bundesliga. „Ich kann noch nicht drei Sätze voll durchservieren. Da muss ich dosieren. Sonst ist alles okay.“ Was Melzer erwartet? „Mit Philipp habe ich noch nie gespielt, aber er ist mit breiter Brust angereist nach den Challenger-Titeln in Marburg und Braunschweig. Als Team werden wir nicht den Fehler machen und uns einreden, dass wir chancenlos sind.“

Das sieht auch Koubek so. „Wir fahren nicht mit dem Einser-Team hin, das ist klar. Aber verstecken brauchen wir uns trotzdem nicht, die meisten, außer Sebastian Ofner, haben Davis-Cup-Erfahrung. Ich möchte sehen, dass die Burschen alles geben, vom ersten bis zum letzten Punkt. Dann werden wir schauen, was herauskommt.“ Erleichternd sei, dass Alexandr Dolgopolow, der beste Ukrainer, fehle. „Aber nur ein bisschen.“

Dennis Novak stieg mit dem  „lässigen Gefühl“ in den Flieger, die rotweißrote Nummer 1 in Kiew zu sein. Vor einem Jahr, gegen die Niederlande in Kitzbühel, war der Niederösterreicher noch Sparring-Partner gewesen, im März steuerte er den letzten Punkt zum 4:1 in Portugal bei. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagte die Nr. 195 der Welt. Novak hat in seiner Karriere bereits eine Handvoll Top-100-Spieler geschlagen. „Wir sind der Außenseiter und ich werde alles daran setzen, uns möglichst lang im Spiel zu halten.“ Letzte Tipps wird er sich telefonisch von seinem Kumpel Dominic Thiem und von Jürgen Melzer vor Ort holen. „Jürgen kann auf eine Wahnsinnserfahrung zurückgreifen, von der wir alle profitieren wollen.“

Die Gastgeber haben Ilya Marchenko (ATP 84.), Sergej Stakhowski (ATP 94), Artem Smirnov (ATP 256) und Denys Molchanov (ATP Doppel 80) nominiert.
 
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