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Davis Cup

Nach Moskau mit dem Edel-Joker

Jürgen Melzer hat sich fit gemeldet. Der 36-Jährige bildet mit Ofner, Novak, Oswald und Weissborn jenes Daviscup-Team, mit dem Kapitän Stefan Koubek überraschen möchte.

©GEPA-Pictures

Nach dem 5:0 gegen Weißrussland in St. Pölten, muss die österreichische Daviscup-Mannschaft in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone I am 6. und 7. April gegen Russland antreten. Gelingt in Moskau ein Sieg, wird im September in der Relegation um den Aufstieg in die Weltgruppe gespielt. Mit einer Niederlage wiederum wäre das Jahr für die Tennis-Nationalmannschaft beendet. Im direkten Duell der beiden Länder führt Russland 2:1, zuletzt siegte Rot-Weiß-Rot 2012 in Wiener Neustadt in der ersten Runde der Weltgruppe 3:2, die Punkte holten Jürgen Melzer (2) und Andreas Haider-Maurer.

Am Dienstag gab Stefan Koubek den Kader bekannt. Aufgrund der Modus-Änderung (zwei statt drei Tage, jedes Match auf nur zwei Gewinnsätze) durfte der Kapitän fünf Spieler nominieren, es sind dies Sebastian Ofner, Dennis Novak, Jürgen Melzer sowie die Doppel-Spezialisten Philipp Oswald und Tristan-Samuel Weissborn.

Der Weltranglisten-Siebente Dominic Thiem musste wegen seiner Knöchelverletzung passen. Gerald Melzer, der in St. Pölten auf Sand zwei Punkte beigesteuert hatte, fehlt ebenso auf eigenen Wunsch wie Andreas Haider-Maurer – beide rechnen sich auf Hartplatz gegen die starken Russen keine Chancen aus. Australian-Open-Champion Oliver Marach sagte aus privaten Gründen ab, Alexander Peya möchte sich auf sein Doppel-Ranking konzentrieren.

In der Außenseiterrolle
Koubek sieht sein Team in der Außenseiterrolle. Immerhin stehen vier russische Spieler in der Weltrangliste in den Top-100. Zum Vergleich: Sebastian Ofner, die österreichische Nummer 1, ist derzeit 142. Dazu kommt, dass der 21-jährige Steirer noch nie im Daviscup angetreten ist und heuer erst ein Match auf ATP-Level gewonnen hat. „Sebastian war schon drei Mal im Kader, kennt das Drumherum. Er wird sich dem Druck vor Ort stellen müssen. Das ist ihm voriges Jahr in Wimbledon und in Kitzbühel hervorragend gelungen, wo er Top-20-Spieler geschlagen hat.“ Novak, 24, weist in der Nationalmannschaft eine Bilanz von 2:2 auf, beim Sieg in St. Pölten zeigte die Nr. 205 das große Potenzial. „Dennis hat einen guten Saisonstart hingelegt, er konnte sich in Australien für den Hauptbewerb qualifizieren. Auf Hartplatz kann er den Russen weh tun, vor allem, weil im Best-of-Three alles sehr schnell gehen kann.“

Im Doppel ist Philipp Oswald gesetzt, neben ihm dürfte Tristan-Samuel Weissborn debütieren. Der 26-jährige Wiener hat sich auf Position 107 der Welt vorgearbeitet.

Der Mann mit dem Kämpferherzen
Besonders freut sich Koubek, dass die Youngsters Unterstützung von Jürgen Melzer bekommen werden. Der 36-jährige Niederösterreicher, der sein bisher letztes Turniermatch Anfang Juli in der ersten Qualifikationsrunde von Wimbledon gespielt hatte und Anfang Oktober am Ellbogen operiert wurde, startete diese Woche sein Comeback beim Challenger in Marbella. In Moskau könnte der österreichische Daviscup-Rekordspieler sein 73. Match bestreiten. „Man muss natürlich schauen, wie er sich fühlt, ob körperlich alles passt“, sagt Koubek. „Er kann uns mit all seiner Erfahrung, mit seinem riesigen Kämpferherz, im Einzel und Doppel helfen.“ Der Kärntner wird Ofner, Novak und Melzer im Training genau unter die Lupe nehmen. „Wenn Jürgen unglaublich drauf ist, kommt er natürlich als Edel-Joker in Betracht.“

Russland in Bestbesetzung
Shamil Tarpischev, der russische Kapitän, wirft die Bestbesetzung in die Schlacht: Andrej Rublev (ATP-34.), Karen Khachanov, (ATP-41), Daniil Medvedev (ATP-52), Evgeny Donskoy (ATP-88) und Roman Safiullin (ATP-482).

Der neue ÖTV-Präsident Werner Klausner hofft auf eine Überraschung in Moskau. „Russland ist eine Top-Tennisnation und hat aktuell vier Spieler in den Top-100. Unser, zum großen Teil, sehr junges Team kann dort enorm viel an Erfahrung sammeln. Aber im Sport ist sehr viel möglich, und der Druck des Favoriten liegt bei Russland.“ ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda wird die rotweißrote Delegation nach Russland begleiten. „Ich würde mir wünschen, dass die Burschen die Hürde nehmen und wir uns im September noch einmal zeigen können, am liebsten vor Heimpublikum, wenn es um den Aufstieg in die Weltgruppe geht. Aber die Aufgabe in Moskau wird alles andere als leicht.“

 

Technische Daten
• Veranstalter: Russischer Tennisverband
• Veranstaltungsort: Small Sports Arena Luzhniki
• Adresse: Building 3, 24, Luzhniki Street, Moskow
• Entfernung vom Airport: 30 km vom Flughafen Sheremetievo, Domodedovo
• gespielt wird: Indoors
• Belag: Hardcourt / Acrylic / Polyurethane
• Bälle: Dunlop For All Court
• Referee: Mihaela Testiban (Rum)

Offizielle Termine
• Pre-Draw Pressekonferenz: Dienstag, 3. April
• Auslosung: Donnerstag, 5. April
• Offizielle Eröffnung: Freitag, 6. April, 15.45 Uhr on Court

Spielzeiten
• Freitag, 6. April, 15.00 Uhr MESZ
• Samstag, 7. April, 13.00 Uhr MESZ
ORF Sport plus überträgt an beiden Tagen live

ÖTV-Spieler
• Sebastian Ofner
• Dennis Novak
• Jürgen Melzer
• Philipp Oswald
• Tristan-Samuel Weissborn

Teambetreuung
• Davis Cup Kapitän: Stefan Koubek
• Team Arzt: Ulrich Lanz
• Masseur: Werner Farmer
• Physio: Dominik Jessenk
• Bespanner: Gerald Laposa
• Delegationsleiter und Presse: Thomas Schweda

Sponsoren
• Eingekleidet wird das Daviscup-Team mit der ÖTV-Kollektion von Bidi Badu.
• Den offiziellen Bespanndienst des Daviscup-Teams übernimmt die Firma Babolat.
• Abgewickelt wird die Reise mit dem ÖTV Reisebüro Tourism Concept Group.

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