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WTA

"Mit Männern trainier' ich am liebsten"

Nach der Trennung von Trainer Jaroslav Bulant soll für Barbara Haas gemeinsam mit Wolfgang Schranz und Martin Ruthner der Übergang vom Junioren- zum Damen-Tennis gelingen. Österreichs größtes Nachwuchstalent im Interview über gewonnene Erfahrungen, verlorene Schläger und weshalb sie unbedingt einmal das WTA-Turnier in Stuttgart gewinnen will.

Happy Birthday, Barbara. Du bist heute (19. März) 17 geworden und ziehst trotz diesem "Feiertag" dein normales Trainingsprogramm durch ... ... aber auch nur, weil ich die große Geburtstagfeier auf den Sonntag davor verlegt habe. Für mich ist mein Geburtstag eigentlich ein ganz normaler Tag.

Ein kleines Geburtstaggeschenk hättest du dir mit deinem ersten Antreten bei einem Challenger-Turnier (Tallin (25.3. - 31.3.; Anm.) selber machen können. Du musstest diese Premiere aber kurzfristig absagen. Warum? Ich hab das abgesagt, weil ich doch noch einen längeren Trainingsaufbau mache und jetzt erst in zwei bis drei Wochen mein nächstes Turnier - wahrscheinlich ein 10.000er - spielen werde. Im Moment ist das Ganze ein bissl schwierig, weil ich derzeit nicht genau weiß, in welches Turnier ich hineinkomme. Deshalb muss ich immer kurzfristig entscheiden, wann ich wo spielen will.

Bedeutet das, dass du die Junioren-Turniere schön langsam ad acta legst? Noch nicht wirklich. Ich werde (bei den Junioren; Anm.) auf jeden Fall Roland Garros und Wimbledon spielen und davor ein, zwei Vorbereitungsturniere. Das Hauptaugenmerk liegt mittlerweile aber schon auf der Damen-Tour.

Lässt sich zwischen Junioren-, Future- und Challenger-Turnieren ein Vergleich ziehen? Kann man nicht, nein. Was man aber sagen kann, ist, dass bei den Junioren das Niveau mittlerweile schon sehr, sehr hoch ist. Die besten Junioren spielen schon regelmäßig auf der WTA-Tour mit.

Wie z. B. Taylor Townsend, die du bei den Eddie Herr International Junior Championships in Bradenton geschlagen hast. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch die Nummer 1 der Weltrangliste. Stimmt, und in Indian Wells hat sie erst vor kurzem die erste Runde gewonnen.

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Dass dein Manager Raimund Stefanits von dir begeistert ist, versteht sich von selbst. In den letzten Tagen war er aber so euphorisch wie selten zuvor: Er sagt, er hat dich im Training noch nie so stark wie jetzt gesehen.
(lächelt)Wenn er's behauptet, dann wird's vielleicht auch stimmen. Es muss jetzt nur noch der Punkt kommen, an dem ich diese Leistungen aus dem Training auch bei den Turnieren umsetzen kann. Teilweise gelingt mir das auch schon, manchmal bin ich aber immer noch zu unkonstant. Es wird aber schon noch der Zeitpunkt kommen, dass die Arbeit Früchte trägt.

Du steckst jetzt gerade mitten drin in einer vierwöchigen Trainingsphase. Worauf wird dabei vor allem Wert gelegt? Wir arbeiten sehr viel am Aufschlag und auch sehr viel daran, dass das gesamte Spiel eine "runde" Sache wird und alles zusammenpasst. Wir spielen aber auch sehr, sehr viele Punkte.

Wer ist "wir",nachdem du dich vor ca. zwei Wochen von deinem bisherigen Trainer Jaroslav Bulant getrennt hast? Geleitet wird das Training von Wolfgang Schranz und Martin Ruthner.

Warum sind es fast ausschließlich Männer, die dir im Training gegenüberstehen? Weil's in Österreich ziemlich schwierig ist, Mädels zu finden, die permanent und konstant ein gewisses Niveau abrufen können. Da tut man sich mit den Herren schon leichter.

Wie sieht derzeit ein typischer Arbeitstag aus?
Meistens bin ich zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr auf der La Ville-Anlage. Als erstes steht meistens Aufschlagtraining am Programm, danach folgt bis 12:00 Uhr Schlagtraining. Von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr wiederholt sich das Ganze dann wieder. Dazu kommt auch noch Konditraining, Massage und Regeneration.

Im Februar ist dir beim 10.000-Dollar-Turnier in Sharm El Sheik gemeinsam mit Doroteja Eric dein erster Doppel-Titel auf der Damen-Tour gelungen ...  ... der ist aber mehr oder weniger zufällig zustande gekommen:  Eigentlich wollte ich mit Patricia Tig spielen, sie hat mir aber kurz vor dem Sign-in gesagt, dass ihre Schläger mit dem Flugzeug nicht angekommen sind. Im letzten Moment hat sich dann das Doppel Haas/Eric ergeben.

Ist es dir auch schon einmal passiert, dass zwar du am Turnierort angekommen bist, aber nicht deine Schläger? Nein, weil ich meine Schläger immer als Handgepäck ins Flugzeug mitnehme. Manchmal erlauben sie das aber nicht, dann hole mir zwei Rackets aus meinem Bag raus und nehme die dann ins Flugzeug mit. Quasi als Rückversicherung.

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Wie wichtig ist dir eigentlich ein Sieg im Doppel?
Einzel ist mir logischerweise wichtiger, Doppel spiel ich mehr oder weniger zum Spaß und als Training fürs Einzel.

Lucas Miedler vor kurzem Jürgen Melzer in Melbourne eingeschlagen, Andreas Haider-Maurer hat in Dubai mit Roger Federer trainiert. Wenn du einen Wunsch frei hättest: Mit wem würdest du am liebsten einmal trainieren? Damen oder Herren?

Egal. Dann Roger natürlich!

Dein liebstes Turnier? Ganz klar, die US Open! Es ist der Flair dieser Stadt, die einfach nur geil ist! Die hohen Wolkenkratzer, alles schaut so schön aus - so sauber und einfach total eindrucksvoll. 2012 ist es mir wegen einer Magen-Darm-Geschichte nicht wirklich gut gegangen, aber da kann die Stadt ja nix dafür.

Mit 17 könntest du in Österreich eigentlich schon den Führerschein machen ...  ... das ist etwas, das ich auch schon wahnsinnig gerne hätte, es geht sich wegen der vielen Turniere zeitmäßig aber leider überhaupt nicht aus! Ich muss daher bis 18 warten.

Und wenn's dann soweit ist, mit welchem Auto wärst du am liebsten unterwegs? (lacht)Mit einem Porsche, natürlich!

Das wird eine Herausforderung für deinen Manager werden, damit er dann den richtigen Sponsor an Land zieht. (lacht)Oder ich gewinne in ein paar Jahren ganz einfach in Stuttgart, wo's als Siegespreis ja einen Porsche gibt.

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