Davis Cup

Mit breiter Brust zum Davis Cup

Das halbe SIMACEK Austrian Davis-Cup-Team reiste Sonntag Früh zum Duell in der Europa-Afrika-Zone nach Portugal (4. bis 6. März). Dominic Thiem, als frischgebackener Turniersieger eines ATP-500ers in Top-Form, wird ebenso aus Acapulco nachkommen wie Doppel-Finalist Alex Peya.

Langsam werden die Leistungen von Dominic Thiem unheimlich. Nach dem vierten ATP-Titelgewinn in Buenos Aires und dem Semifinale in Rio sicherte sich der 22-Jährige in Acapulco sein erstes ATP-World-Tour-500-Turnier. Im Endspiel besiegte der als Nr. 4 gesetzte Lichtenwörther den Australier Bernard Tomic 7:6 (6), 4:6, 6:3.

Beeindruckend, wie Thiem den Umstieg von Sand- aus Hartplatz gemeistert hat. Auf diesem Belag wird auch der Davis Cup in Guimaraes gespielt. Noch beeindruckender, wir er zwischendurch aufs Gas steigen kann: Im ersten Satz stellte der Niederösterreicher von 2:5 auf 5:5, dabei überließ er Tomic keinen einzigen Punkt. Am meisten beeindruckend: Thiem gewann heuer 18 von 22 Matches; 2014 hatte er die 18. Partie in Kitzbühel gewonnen (6.August), 2015 in Nizza (21. Mai). Heute haben wir den 28. Februar. Und: In der Weltrangliste pirscht sich Thiem stetig an die Top-10 heran. „Wenn du als 20. In die Saison startest und nach zwei Monaten 14. bist, sagt das alles über seine Qualität aus“, sagte Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek, der Thiem im Laufe der Woche in Guimaraes begrüßen wird.

Alexander Peya, der beim Davis Cup in Portugal das Doppel spielen wird, ist ebenfalls tadellos in Schuss. Der Wiener erreichte in Acapulco das dritte Finale im Jahr 2016 nach Doha und Rotterdam. Der erste Saisontitel lässt aber weiter auf sich warten. Mit seinem deutschen Partner Philipp Petzschner musste sich Pexa der philippinisch-weißrussischen Paarung Treat Huey/Max Mirnyi mit 6:7 (5), 3:6 geschlagen geben. Der ehemalige Weltranglisten-Dritte wird der mit Abstand beste Doppelspieler in Portugal sein.

Thiem und Peya werden erst im Laufe der Woche zum Team stoßen. Kapitän Stefan Koubek, Gerald Melzer, Dennis Novak und die Betreuer-Crew brachen Sonntag Früh Richtung Guimaraes auf. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Die Burschen sind super drauf sind, es macht Spaß, dorthin zu fahren", sagte Koubek vor dem Abflug. „Dominic hat einen richtigen Lauf in den letzten drei Wochen. Auch Alex ist hervorragend in Form. Für mich bleibt die Weltgruppe das erklärte Ziel. Wenn ich sage, ich will den Klassenerhalt in der Europa-Afrika-Zone, dann bin ich fehl am Platz“, sagte der Kärntner.

ZUM VIDEO DER PRESSEKONFERENZ IN DER SÜDSTADT GEHT ES HIER

Nach den Verletzungen von Andreas Haider-Maurer und Bruder Jürgen, ist Gerald Melzer erstmals Fixstarter im Einzel. Eine neue Situation für den 25-Jährigen, der sein Davis-Cup-Debüt vor einem Jahr in Schweden als Einspringer gab und souverän meisterte – Gerald Melzer holte den entscheidenden Punkt zum 3:2. „Sehr beeindruckend, was Dominic zeigt. Er ist sicher ein Vorbild“, sagte Melzer, der toll in die Saison gestartet und drei Challenger-Turniere gewonnen hat. „Diese Siege geben Selbstvertrauen für Portugal. Es ist ein Traum, für sein Land zu spielen. Schade, dass Jürgen nicht dabei ist.“

Die ehemalige Nummer 8 der Welt, mit 68 Einsätzen österreichischer Rekordspieler im Davis Cup, wird nach der Schulteroperation bald mit Softbällen üben können, derweil hält sich Jürgen Melzer körperlich fit. „Ich hatte im Winter viel Zeit, Gerald beim Training zu beobachten. Früher hatte ich als großer Bruder manchmal Angst, dass er unter die Räder kommt. Jetzt habe ich diese Bedenken nicht mehr. Wenn Gerald verliert, war halt der Andere besser“, sagte Jürgen Melzer, der auf Zweierlei hofft: „Dass der Heilungsverlauf schneller geht. Und dass ich im Juli in der Ukraine dabei sein kann, wenn wir jetzt die Portugiesen schlagen.“

Dennis Novak stand in Kitzbühel gegen die Niederlande als Hitting Partner im Team, diesmal ist der 22-Jährige erstmals fix zum Kader. „Ich werde die Jungs im Training auf die Einzelpartien vorbereiten“, sagt Novak. „Vielleicht geht sich ja das Debüt aus, wer weiß!?“

enzi

Hoch soll er heben! Erwin Enzinger, 25 Jahre getreuer Bespanner im Davis-Cup-Team, wurde von Gerald Melzer, Stefan Koubek, Dennis Novak und Jürgen Melzer verabschiedet

Top Themen der Redaktion

ATP

Der Urlaub kann beginnen

Dominic Thiem ist bei den ATP-Finals gegen Goffin chancenlos und verpasst den Einzug ins Semifinale. Somit ist für den 24-Jährigen ein erfolgreiches Tennis-Jahr zu Ende.

ATP

Dominic Thiem bleibt im Rennen

Der Niederösterreicher schlägt bei den ATP-Finals in London den Spanier Carreno Busta nach hartem Kampf und spielt am Freitag gegen Goffin um den Einzug ins Halbfinale.