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Miedler gewinnt die "Orange Bowl"!

Lucas Miedler (Bild) und Filippo Baldi gewinnen die "Orange Bowl"! Im heutigen Doppelfinale des prestigeträchtigsten Nachwuchsturniers der Welt besiegten die beiden Alexander Zverev / Andrey Rublev mit 6:3, 6:7(8), 10:8. Der größte Erfolg seiner Karriere, mit dem er sich in eine kleine, aber feine Liste von österreichischen Orange Bowl-Siegern einträgt: Dominic Thiem, Niki Hofmanova, Horst Skoff und Markus Hipfl.


Mit Alexander Zverev (ITF 1) / Andrey Rublev (ITF 29) durfte Lucas Miedler (ITF 31) bis dato erst einmal in seiner Karriere positive Erfahrungen sammeln: Mit seinem damaligen Partner Dominic Weidinger hatte er die beiden 2012 im Achtelfinale der Spring Bowl in Amstetten mit 6:3, 6:7, 10:7 besiegt und sich drei Partien später sogar den Titel geholt. Mit seinem heutigen Partner Filippo Baldi (ITF 22) setzte er um 12:00 Uhr Ortszeit im Frank Veltri  Tennis Center in Plantation (Florida) noch eine weitere Superlative drauf: Im Finale der Orange Bowl besiegten Miedler / Baldi das deutsch-russische Duo mit 6:3, 6:7(8), 10:8 und fügten sich damit in eine Liste an Siegern ein, die sich später zu wahren Superstars im Tennis-"Geschäft" entwickelten, unter ihnen Tony Roche (1962), Björn Borg (1972), John McEnroe (1976), Ivan Lendl (1977), Joakim Nyström (1989), Jim Courier (1987), Roger Federer (1998) oder Andy Roddick (1990).

"Hartes Stück Arbeit"
Im ersten Satz fiel - angefeuert von Österreichs u12- und u14-Kids - die Entscheidung mit dem Break zum 3:1, im zweiten Satz verwerteten Zverev / Rublev ihren zweiten Satzball im Tiebreak. Im Champions-Tiebreak setzten sich Miedler / Baldi zum 5:3 ab und erhöhten auf 6:4. Zverev / Rublev konnten auf 6:6 ausgleichen, danach hatten Miedler / Baldi mit 7:6 wieder die Nase vorne. Das weitere "Drehbuch": 7:7, 8:7 für Zverev / Rublev, 8:8, 9:8 für Miedler / Baldi, Matchball, 10:8 für Miedler / Baldi, die über den größten Erfolg ihrer Karriere jubeln durften. Miedler-Coach Andreas Fasching: "Das war heute ein sehr hartes Stück Arbeit. Im ersten Satz ist es bis 5:5 hin- und hergegangen. Bei 5:5 hat Lucas dann auf einen Smash von Zverev einen Kontersmash gespielt und den unglücklich zehn Zentimeter ins Out gespielt. Dass sie dann letztendlich das Champions-Tiebreak gewonnen haben, war auch ein bisschen Glück, denn das kann man genauso gut gewinnen wie auch verlieren. Insgesamt war es von allen vier ein richtig gutes Doppel. Mich freut es auch sehr, dass sich Lucas im Tiebreak immer wieder ein Herz genommen und das Spiel in die Hand genommen hat und sich dabei gedacht hat: Ich warte nicht darauf, dass mir etwas geschenkt wird, sondern ich hole mir den Punkt selber!"

Saftige Früchte einer idealen Vorbereitung
Miedler war bereits mit einer Vorahnung im "Gepäck" nach Amerika abgereist: "Ich habe in den letzten Wochen gut genug trainiert, um dort vielleicht das eine oder andere gute Ergebnis herauszuholen." Die letzten Tage unmittelbar vor der Abreise nach Amerika war er im Leistungszentrum Südstadt - nach der Trennung von seinem bisherigen Trainer Norbert Richter - die meiste Zeit mit Interimstrainer Clemens Trimmel und seinem neuen Coach Andreas Fasching am Court gestanden, "und mit Flo (Florian Pernhaupt, ÖTV-Konditionstrainer; Anm.) hab ich sehr viel körperlich trainiert", so Miedler. "Nach diesem konditionellen Aufbau ist es am Platz in sehr intensiven Trainings dann sowohl um die Sicherheit als auch das Tempo in den Schlägen gegangen", so Trimmel. "Danach sind immer mehr Punkte und Matchsituationen dazu gekommen." Eine Vorbereitung, die jetzt äußerst "saftige" Früchte trägt.

Miedler

Miedler! Thiem! Hofmanova! Skoff! Hipfl!
Denn dieser Titel ist bereits der vierte an bedeutenden Erfolgen in der Sammlung des 17-jährigen Niederösterreichers: Unmittelbar vor der Orange Bowl hatten er und Baldi die Eddie Herr International Junior Championships in Bradenton für sich entschieden, 2012 hatte er Gold bei der u16-EM in Moskau geholt und sich in diesem Jahr mit Filippo Baldi in Klosters zu u18-Europameistern gekürt. Zu Beginn dieser Saison war ihm bei den Australian Open Junior Championships als erstem Österreicher seit Dominic Thiem (French Open 2011) auch noch der Einzug in das Finale eines Jugend-Grand Slam-Turniers gelungen. Dass er Erfolge vor allem im Doppel verbuchen konnte, überrascht ihn "nicht wirklich, da ich mir auch bisher viele meiner Punkte im Doppel geholt habe." Für Miedler ist dieser Sieg beim prestigeträchtigsten Nachwuchsturnier der Welt der bisher größte Erfolg seiner Karriere, mit dem er sich in eine kleine, aber feine Liste von österreichischen Orange Bowl-Siegern einträgt: Vor zwei Jahren waren es mit Dominic Thiem und Patrick Ofner zwei Österreicher gewesen, die sich beim bedeutendsten Jugendturnier der Welt den Sieg untereinander ausgemacht und damit für eine rotweißrote Premiere in der Geschichte des bis dahin 64-jährigen Traditionsturniers gesorgt hatten: Mit 6:1, 6:0 war damals Thiem im u18-Bewerb als Sieger der Orange Bowl vom Platz gegangen. "Jeder, der Tennis spielt", hatte Thiem damals gestrahlt, "kennt die Orange Bowl. Sie zu gewinnen, ist eine große Sache für meine Karriere." Mit Niki Hofmanova (2006 / u18), Horst Skoff (1984 / u16) und Markus Hipfl (1994 / u16) war es vor ihm drei weiteren Österreichern gelungen, im Finale dieser für Junioren inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaft als Sieger vom Platz zu gehen.

> Orange Bowl | Website

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