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Michiel Schapers: Sein Lebenslauf

Es gab fünf Punkte, die der künftige ÖTV-Headcoach erfüllen sollte: Es sollte ein ehemaliger ATP-Top 50- und Davis Cup-Spieler sein, sollte ein gewisses Alter und damit auch ausreichend Erfahrung haben. Er sollte schon einmal bei einem Verband gearbeitet und im Idealfall auch Deutsch sprechen. Nach sechsmonatigem Scouting wurde der ÖTV dank des persönlichen Einsatzes und der internationalen Kontakte von ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb in der Person von Michiel Schapers fündig.


Geboren am 11. Oktober 1959 in Rotterdam startete er 1982 seine Profikarriere und gewann im darauf folgenden Jahr das Challenger-Turnier von Nairobi. 1985 errang er an der Seite von Alexander Antonitsch seinen ersten von insgesamt drei Doppeltiteln auf der ATP World Tour. Vier Mal gelang ihm der Einzug in das Einzelfinale eines ATP-Turniers, auf Challenger-Ebene konnte er einen Einzel- und mehrere Doppel-Titel erreichen. Seine höchste Platzierung in der Tennis-Weltrangliste erreichte er 1988 mit Position 25 im Einzel sowie 1991 mit Rang 37 im Doppel. Im Einzel erreichte er zweimal das Viertelfinale des Grand Slam-Turniers Australian Open (1988, 1985), wobei er Siege über Boris Becker und Yannick Noah feierte. In der Doppelkonkurrenz stieß er 1986 ins Viertelfinale der French Open vor. 1988 stand er an der Seite von Brenda Schultz-McCarthy im Mixed-Finale der French Open. Er spielte zwischen 1982 und 1990 24 Einzel- sowie 12 Doppelpartien für die niederländische Davis Cup-Mannschaft. Bei den Olympischen Sommerspielen 1988 drang bis ins Viertelfinale vor, in dem er dem späteren Olympiasieger Miloslav Mečíř unterlegen war.

Schapers‘ Bezug zu Österreich
Das ehemalige Mitglied des ATP Board of Directors trat im Verlauf seiner aktiven Karriere bei insgesamt sechs Turnieren in Österreich an: Fünf Mal in Wien (1989, 1988, 1987, 1986, 1983) und ein Mal in Kitzbühel (1983). Gegen österreichische Spieler durfte er meistens positive Erfahrungen sammeln: Gegen Alexander Antonitsch holte er sich 1991 in Helsinki den zweiten seiner beiden Challenger-Turniersiege. Antonitsch konnte er auch in der ersten Wimbledon-Runde 1988 sowie im gleichen Jahr in der ersten Runde von Metz schlagen. Die bekanntesten internationalen Namen auf seiner „Abschussliste“ als Profi sind: Patrick Kühnen (Moskau 1992: R32), Richard Krajicek (Rosmalen 1992: Viertelfinale), Greg Rusedski (Hong Kong 1992: R32), Tim Mayotte (Philadelphia 1992: R64), Michael Stich (Rosmalen 1991: Semifinale), Petr Korda (Adelaide 1990: R32), Goran Ivanisevic (Wien 1989: R32), Yannick Noah (Australian Open 1988: Achtelfinale), Henri Leconte (Bristol 1987: Viertelfinale), Boris Becker (Australian Open 1985: R64), Guillermo Vilas (Basel 1984: Viertelfinale).

Startschuss: April 2014!
Bereits vor dem Ende seiner Profikarriere betreute er als Trainer Daniel Vacek und Alexander Radulescu, ab 1993 war er Vollzeit-Trainer von Vacek. Weitere Spieler und Spielerinnen, die er trainierte: Marina Erakovic, Raluca Olaru, Yung Yan Chan, Michaella Krajicek, Raemon Sluiter, Peter Wessels, Edwin Kempes, John van Lottum. Ab 1995 arbeitete er in verschiedenen Positionen für den niederländischen Tennisverband, zwischen 1998 und 2000 war Schapers Teamchef der niederländischen Davis Cup-Mannschaft. Am 1. Oktober 2005 eröffnete er im Frans Otten Stadion in Amsterdam seine eigene Akademie („Michiel Schapers International Tenniscoaching“). Mit Anfang April übernimmt Schapers die Funktion als ÖTV-Headcoach des österreichischen Tennisverbandes.

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