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ATP

MEMPHIS: JÜRGEN MELZER IM INTERVIEW: "DIESE WOCHE HAT RIESIG SPASS GEMACHT"

Im Interview mit der APA zieht Jürgen Melzer (Bild) Bilanz über ein Turnier, "in das ich mich hineingekämpft habe" und blickt voraus auf kommende Aufgaben: "Ich werde auch in den nächsten Wochen Gas geben."



MEMPHIS


27. Februar 2012

Kurz vor dem Turnier haben Sie sich die Zehe gebrochen. Wie war es möglich, dass Sie jetzt mit der Siegestrophäe in der Hand dastehen?

"Wenn mir am Freitag letzter Woche jemand gesagt hätte, dass ich hier nächste Woche gewinne, dann hätte ich ihn für einen Deppen gehalten. Klar ist man deprimiert und fragt sich, 'warum breche mir die Zehe und vor allem unter diesen Umständen?'. Aber im Endeffekt war es dann eigentlich okay. Klar hat es am Anfang wehgetan, aber man gewöhnt sich dann auch ein bisserl an den Schmerz und es war wirklich nur in Extremsituationen. Ich dürfte Glück gehabt haben, es war in dem Fall nur eine Knochenabsprengung und kein glatter Bruch."

Am Beginn des Turniers ist es dann nicht gleich so glatt gelaufen.
"Ich habe mich ins Turnier reingekämpft, habe die ersten zwei Runden je mit 7:6 im dritten Satz irgendwie überstanden - und dann echt gut gespielt. Das freut mich, dass ich auf dem Level wieder Leute schlage. Das ist das Schönste."

Wann haben Sie gewusst, dass für Sie der Turniersieg drinnen ist? Nach dem Sieg über Isner?
"Ja, natürlich. Das war für mich eine meiner besten Partien. Der (Isner, Anm.) hat wirklich sehr, sehr gut serviert, ich habe super retourniert und wenn der Ball im Spiel war, habe ich dominant gespielt. Das habe ich dann über das restliche Turnier eigentlich durchgezogen. Es war schön, wieder mit Selbstvertrauen zu spielen, in engen Situationen an die Linien zu gehen und wieder zu diktieren, was passiert."

Wenn man sich die bisherigen ATP-500-Turniersieger 2012 anschaut, dann stehen da Roger Federer und jetzt Jürgen Melzer.
"Das schaut natürlich sehr schön aus und für mich ist dieser Turniersieg natürlich extrem wertvoll."

Auf diesem Preisgeld-Niveau hat es überhaupt noch nicht so viele Titel für Österreich gegeben.
"Klar, das ist ein großes Turnier und das ist toll. Und es ist so knapp danach schwierig zu realisieren. Diese Woche hat riesig Spaß gemacht und jetzt da zustehen, 500 Punkte zu machen und wieder in die Top 20 zu kommen. Jetzt wieder eine Chance haben, in Paris gesetzt zu sein: Das sind alles Dinge, die für mich sehr schön und wichtig sind. Ich werde natürlich auch in den nächsten Wochen Gas zu geben."

Wie sieht es jetzt mit Ihrer Fitness aus vor dem Wechsel ins Freie in Delray Beach?
"Es wird natürlich schwierig werden. Ich fliege am Montag nach Miami, fahre dann mit dem Auto nach Delray Beach, bin am Abend erst dort und spiele dann erstmals am Dienstag im Freien und muss dann Match spielen. Das wird natürlich keine Traumpartie werden."

Aber Sie werden spielen?
"Ich glaube schon, dass ich spielen werde."

Der Memphis-Titel ermöglicht Ihnen nun auch schon die Setzung bei den ersten Masters-1000-Turnieren in Indian Wells und Miami.
"Das war mein Ziel, als ich hergekommen bin, dass ich so viele Punkte mache, dass ich in Indian Wells und Miami gesetzt bin. Dass ich jetzt sogar durch den Turniersieg noch weiter vorne gesetzt bin, taugt mir natürlich total. Ich freue mich auf die nächsten Aufgaben."

Sie haben sich auf dem Platz auch besonders bei Jan Velthuis, Ihrem Physio bedankt. Er hatte mit Ihnen, auch im Vorjahr mit den Rückenproblemen, ja viel zu tun.
"Klar war das letzte Jahr sehr schwierig. Jan und ich werden gemütlich darauf anstoßen und uns über den Sieg freuen. Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, vor allem seit letztem November auch an meinem Rücken, damit der wieder funktioniert."

(Quelle: APA)
 
 

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