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ATP

Melzer nach Federers Karriereende: „Er ist immer der Gleiche geblieben“

Auch die heimischen Tennisfans haben einige schöne Erinnerungen an Roger Federer in Österreich.

© | GEPA pictures/ Matthias Hauer

Mit seiner Ankündigung, wegen seiner anhaltenden Knieprobleme mit dem Laver Cup in London seine so eindrucksvolle Karriere zu beenden, hatte Roger Federer vergangene Woche für Aufsehen und Trauer in der gesamten Tenniswelt gesorgt. Kein Wunder, gilt der allseits beliebte Schweizer doch als der wohl wichtigste weltweite Botschafter des Tennissports überhaupt. Am Freitag am späten Abend gab der 20-fache Grand-Slam-Champion in der O2-Arena seine tränenreiche Abschiedsvorstellung, mit einem Doppel für Team Europa mit seinem spanischen Langzeitrivalen Rafael Nadal, das gegen die US-Boys Jack Sock und Frances Tiafoe vom Team World mit einem 6:4, 6:7 (2) und 9:11 im Match Tiebreak endete – gar nach einem vergebenen Matchball.

Federers Entscheidung ist auch im Österreichischen Tennisverband mit einiger Wehmut wahrgenommen worden. Allen voran bei Jürgen Melzer, der mit dem „Maestro“ so einige Jahre auf der Tour verbracht und sich einige Duelle mit diesem (eines davon erfolgreich) geliefert hatte: „Du hast es so einfach aussehen lassen! Ich werde immer dankbar sein für den Spaß, den wir zusammen in der Umkleidekabine hatten. Der Tennissport verliert seinen Botschafter #1! Genieße die Pension und ich hoffe, man sieht sich irgendwo auf der Welt!“, hatte der ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän vor kurzem auf seiner offiziellen Instagram-Fanseite geschrieben. Und auch am Rande von Österreichs Davis-Cup-Länderkampf gegen Pakistan in Tulln in sich blicken lassen und keinen Hehl daraus gemacht: „Das ist ein Riesenverlust für den Tennissport. Dass der Tag irgendwann kommen wird, war, glaube ich, uns allen klar. Es wird niemanden geben, der den Tennissport so einfach aussehen hat lassen wie er. Ich glaube, man kann gar nicht in Zahlen fassen, wie viele Leute er inspiriert hat, zum Schläger zu greifen, wie viele wie Roger Federer sein wollten.“

Das Bemerkenswerteste an Federer sei jedoch etwas anderes gewesen. „Und ich kenne ihn, seit er 14 Jahre alt ist. Er ist immer der Gleiche geblieben. Das ist das, was einfach beeindruckend ist und es zu einem Riesenspaß macht, Zeit mit ihm zu verbringen. Ich habe doch die eine oder andere Minute mit ihm weg vom Tennisplatz verbracht, und es ist schön, wenn einer, der so viel gewonnen hat, den Boden unter den Füßen nie verloren hat und immer gewusst hat, von wo er herkommt. Das macht ihn auch zu der Ikone, die er war.“ Neben Melzer pflegten auch Ex-Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek und weitere Österreicher auf der ATP-Tour gute Beziehungen zum langjährigen Weltranglistenersten. Und auch die heimischen Tennisfans haben doch einige schöne Erinnerungen an den 41-Jährigen und dessen Auftritte in Österreich, als damals noch junger Bursche:

Roger Federer bei seinem zweiten ATP-Titelgewinn in Österreich, im Jahr 2003 in der Wiener Stadthalle. ©GEPA pictures
  • Von 1999 bis 2003 ging Federer fünfmal in Folge beim ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle an den Start, erreichte gleich bei den ersten beiden Malen mit 18 und 19 Jahren jeweils die Vorschlussrunde, 2001 das Viertelfinale, wo er damals an einem herausragenden Koubek scheiterte. Doch noch einprägsamer sollten seine Starts 2002 und 2003 werden, wo er sich mit Finalsiegen gegen den Tschechen Jiri Novak und den Spanier Carlos Moya seine ATP-Titel Nummer vier und zehn holte. Unglaubliche 93 weitere sollten folgen.
  • Dazwischen trat Federer im Jahr 2000 auch einmal beim ATP-Turnier in St. Pölten an, kassierte als 18-Jähriger jedoch eine glatte Auftaktniederlage.
  • 2001 gewann Federer als 20-Jähriger außerdem das zu dieser Zeit alljährliche Einladungsturnier in St. Anton am Arlberg und präsentierte sich auch dabei in all seiner Bodenständigkeit.

Auch der Österreichische Tennisverband dankt Roger Federer für die schönen Momente in Österreich und die dabei stets fairen Duelle, auch mit den Österreichern weltweit auf der ATP-Tour.

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