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ATP

Eine legendäre Leistung, die unbelohnt blieb

Nach tollen Partien bei den ATP-Finals in London mussten sich Jürgen Melzer und Partner Roger-Vasselin im Champions-Tiebreak des Endspiels dem Duo Koolhof/Mektic mit 5:10 beugen. Für Melzer war es das letzte Match auf ATP-Ebene.

©GEPA-Pictures

Diese Meldung mag nüchtern klingen: Jürgen Melzer und sein französischer Partner Edouard Roger-Vasselin haben am Sonntag das Endspiel bei den mit 5,7 Millionen Dollar dotierten ATP-Finals in London verloren. Die Überraschungs-Finalisten unterlagen der niederländisch-kroatischen Paarung Wesley Koolhof/Nikola Mektic 2:6, 6:3, 5:10. Damit wurde es nichts aus dem ersten Doppel-Triumph beim Masters für einen Österreicher. 2007 hatte auch Julian Knowle das Doppel-Endspiel erreicht.

Doch es steckt mehr dahinter. Melzer, der am Sonntag sein letztes Match auf der ATP-Tour gespielt hat, hätte seine sagenhafte Karriere zum Abschied mit dem prestigeträchtigen Titel krönen können. Was wäre das für ein Märchen gewesen, nicht nur für die ehemalige Nummer 8 im Einzel und Nummer 6 im Doppel, für den Wimbledon- und US-Open-Champion im Doppel, sondern für ganz Tennis-Österreich!

Der erste Satz ist rasch nacherzählt: Roger-Vasselin gibt das erste und das fünfte Aufschlagspiel ab, Koolhof/Mektic zeigen fehlerfreies Tennis, sehen nach dem 6:2 aus wie die sicheren Sieger. Doch Melzer/Roger-Vasselin legen die anfängliche Nervosität ab, vor allem Melzer sieht man diesen unbändigen Siegeswillen an, er reißt die Initiative an sich, spielt Traum-Returns und Zauber-Lobs besser als in besten Zeiten..Bei 1:0 wird noch ein Breakball vergeben, jenen zum 3:1 nützt das niederösterreichisch-französische Gespann.

Also Champions-Tiebreak. Bei 5:5 beschließen Koolhof/Mektic, die gemeinsam noch nie ein Turnier gewonnen haben, keinen Punkt mehr abzugeben. Plötzlich, aus dem Nichts, war sie zurück, diese Unantastbarkeit aus dem ersten Satz. Melzer verwertet den ersten Matchball für die Gegner mit einem Doppelfehler..

 "Es tut jetzt gerade schon weh, weil es doch relativ knapp war. Im Endeffekt fehlen fünf Punkte. Das Finale ist von Anfang an ein bisschen krumm gelaufen. Da wäre mehr drinnen gewesen", sagte Melzer. 

Was bleibt? Für den 39-Jährigen, der nach den Australian Open 2021 seine Karriere beenden will und ab 1. Februar als Sportlicher Leiter im ÖTV andockt, bedeutet der Finaleinzug in London einen riesigen, nicht zu erwartenden Erfolg. Der Weg ins Endspiel war noch dazu verrückt: Melzer/Roger-Vasselin hatten sich erst im letzten Abdruck für die ATP-Finals qualifiziert, dann im zweiten Gruppenspiel sechs Matchbälle abgewehrt. Und im Halbfinale einen 1:7-Rückstand im Match-Tiebreak gedreht.

Allein das hat Legenden-Status.

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