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ATP

MELBOURNE: JÜRGEN MELZERS "PRIVATER" DAVIS CUP GEGEN FRANKREICH

Beim Einladungsturnier "Kooyong Classic" schnuppert Jürgen Melzer (Bild) knapp sieben Wochen vor dem Hangar-Hit Österreich gegen Frankreich erstmals in diesem Jahr französisches Flair. Gegen Jo-Wilfried Tsonga gewann er, Frankreichs Nummer 1 Gael Monfils unterlag er knapp.


14. Jänner 2011:

MELZER GEGEN FRANKREICH.
DAS Davis Cup-Event des Jahres - Österreich vs. Frankreich (4. - 6. März 2011) - wirft bereits die ersten Schatten voraus: Zum Auftakt des Einladungsturniers "Kooyong Classic" bekam es Österreichs Nummer 1, Jürgen Melzer, mit Jo-Wilfried Tsonga zu tun. In einem aufgrund der Wetterlage (Regen) verkürzten Match gewann Melzer mit 8:6. Im Halbfinale unterlag er Gael Monfils knapp mit 6:2, 2:6, 6:7, der davor den spanischen Titelverteidiger Fernando Verdasco in drei Sätzen besiegte. Monfils, in der Weltrangliste 225 Punkte hinter Melzer auf Platz 12, war im Davis Cup-Finale 2010 gegen Serbien Frankreichs Teamleader gewesen, hatte gegen Janko Tipsarevic und Novak Djokovic seiner Mannschaft allerdings keinen Punkt sichern können. Im direkten Duell mit Melzer führt der 24-jährige Pariser mit 3:0 - eine für Melzer vorerst noch belanglose Statistik. "Das Wichtigste ist, dass ich verletzungsfrei bleibe", so der 29-jährige Niederösterreicher vor dem Vorbereitungsturnier auf die Australian Open.

UNTER DIE TOP TEN? Erst in der kommenden Woche wird es richtig ernst für den Weltranglisten-Elften, der wenn möglich schon beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres den erstmaligen Vorstoß in den erlauchten Kreis der Top Ten schaffen möchte. Der Niederösterreicher, der am 22. Mai 30 Jahre alt wird, hat eine gute Ausgangsposition, denn er hat in Melbourne aus dem Vorjahr nichts zu verteidigen. Eine Bilanz von acht Siegen und acht Niederlagen in bisher acht Auftritten im Melbourne Park spricht eine deutliche Sprache: Immerhin zog der French-Open-Halbfinalist 2010 in den Jahren 2004, 2005 und 2009 bereits drei Mal in die dritte Runde ein und erst im Vorjahr hat er bei den anderen drei Majors diese Phase erstmals geknackt. Ob die 180 Punkte für ein erstes Achtelfinale in Melbourne für die Top Ten schon reichen würden, hängt auch vom Abschneiden von Michail Juschnij ab. Der Russe ist die aktuelle Nummer 10 und stand im Vorjahr in der dritten Runde, auf ihn fehlen Melzer aktuell 135 Zähler. Vom Weltranglisten-Neunten Fernando Verdasco (ESP) trennen Melzer schon 455 Zähler, der Spanier schied im Vorjahr im Achtelfinale der Australian Open aus.

"ICH GEHÖRE DORT HIN". Es muss schon einiges zusammenspielen, vor allem aber bedarf es eines Jürgen Melzer in Bestform, damit er sein erstes großes Ziel schon in Australien abhaken kann. "Klar wäre das schön. Ich kann nur mein Bestes dort unten geben", sagte Melzer noch in Österreich. Gleichzeitig nimmt er sich aber auch Druck, denn die Weltranglisten-Arithmetik erlaubt es ihm, den Vorstoß auch noch bis Mai zu schaffen. "Ich habe bis fast zu den French Open Zeit, die Top Ten zu erreichen. Mit der Qualität, die ich im Moment habe, glaube ich, dass ich dorthin gehöre und ich auch dorthin kommen werde." Da Melzer im Vorjahr schon in der ersten Runde ausgeschieden ist, kann er voll punkten. Ein guter Start ins Turnier ist dafür nötig, seinen ersten Gegner kennt der Wahl-Wiener am Freitag nach der Auslosung. Auch wenn Melzer dieses Major-Turnier des Öfteren schon mit gemischten Gefühlen verlassen hat, er fühlt sich in Melbourne sehr wohl. "Ich finde es ein wunderschönes Turnier. Es ist toll nach einem Winter hier toll, ins Warme zu kommen", meinte Melzer noch vor seiner Abreise zur APA.

MELZER, BAMMER, PASZEK, MAYR-ACHLEITNER. Melzer kommt schmerzfrei und mit ausgezeichneten Ausdauerwerten nach Australien - und nach einem sensationellen Jahr auch als Österreichs "Sportler des Jahres" und mit weit mehr Selbstvertrauen. Sollten sich Andreas Haider-Maurer und Stefan Koubek nicht noch mit zwei weiteren Siegen noch qualifizieren, wäre er der einzige ÖTV-Spieler bei den Herren. Bei den Damen ist nach dem Ausfall von Yvonne Meusburger, für die der Australien-Trip nach einer Schulter-Operation noch zu früh kommt, mit Sybille Bammer, Tamira Paszek und Patricia Mayr-Achleitner ein Trio im Einsatz. Doch die Hoffnungen liegen ganz klar auf Melzer, der ebenso wie Oliver Marach auch im Doppel antritt. Doppel-Spezialist Julian Knowle hatte ja wegen einer Verletzung ebenso wie Martin Fischer für Melbourne passen müssen.
(Quelle: APA/red.)


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