Zum Inhalt springen

ATP

MELBOURNE: JÜRGEN MELZER GEGEN ANDY MURRAY OHNE CHANCE - "GEGEN EINEN WIE IHN KANN MAN VERLIEREN"

Erstmals im Achtelfinale der Australian Open, erstmals unter den Top Ten der Weltrangliste, im Doppel noch im Viertelfinale: Diese erfreuliche Bilanz kann Jürgen Melzer (Bild) trotz seiner Niederlage gegen Andy Murray ziehen.





24. Jänner 2011

FÜNF GAMES FÜR MELZER. Wahre Schotten sind geizig. Dieses Klischee wird bereits seit Jahrhunderten transportiert und weitergegeben. Im Achtelfinale der Australian Open wurde der Schotte Andy Murray dieser angeblichen Eigenschaft tatsächlich gerecht, denn der Weltranglisten-Fünfte gönnte Jürgen Melzer in drei Sätzen gerade einmal fünf Games und gewann 3:6, 1:6, 1:6. Der an Nummer 11 gesetzt gewesene Österreicher war vor 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena gegen Murray (GBR) völlig chancenlos und bot in den 1:44 Stunden eine enttäuschende Leistung. Murray trifft nun im Viertelfinale auf Überraschungsmann Alexandr Dolgopolow (UKR), der Robin Söderling (SWE-4) in fünf Sätzen bezwungen hatte.

"ORDENTLICHES TENNIS". „Es war okay. Gegen einen Murray kann man verlieren", zog Österreichs Nummer danach trotzdem eine zufriedene Bilanz. "Ich habe mich in die vierte Runde gespielt, habe bis dorthin ordentliches Tennis gespielt und ich habe auch nicht das Gefühl gehabt, dass ich heute einen rabenschwarzen Tag gehabt habe." Melzer verpasste damit sein zweites Major-Viertelfinale nach dem Semifinal-Einzug bei den French Open 2010. Er wäre der erste ÖTV-Spieler im Australian-Open-Viertelfinale nach Stefan Koubek (2002) gewesen. Dennoch hat Melzer nach seinem ersten Einzug auch ins Achtelfinale des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres auch Grund zur Freude: Laut ATP wird er am nächsten Montag erstmals, und als zweiter Österreicher nach Thomas Muster (zuletzt im Jänner 1998) in die Top Ten der Weltrangliste einziehen. Der 29-jährige Niederösterreicher muss in Melbourne aber noch nicht die Koffer packen. Er trifft mit seinem Doppelpartner Philipp Petzschner (GER) im Viertelfinale auf die topgesetzten US-Zwillinge Bob und Mike Bryan. Auch Oliver Marach steht mit Lukasz Kubot (POL) noch im Doppel-Viertelfinale.
(Quelle: red./APA)


22. Jänner 2011

ERSTMALS IM ACHTELFINALE.
Jürgen Melzer hat am Samstag einen weiteren Meilenstein seiner Karriere erreicht. Der als Nummer elf gesetzte Niederösterreicher gewann bei den Australian Open gegen den Zyprioten Marcos Baghdatis 6:7(5) 6:2 6:1 4:3 ret. und sicherte sich mit dem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale von Melbourne auch zum ersten Mal einen Platz in den Top Ten der Weltrangliste. „Klar, Top Ten ist Monster. Aber ich weiß nicht, ob nicht noch irgendetwas passieren könnte und sich jemand durchspielt“, war Melzer vorsichtig. Außerdem sieht er seine Mission in Melbourne noch nicht beendet. „Die Rangliste kommt erst in einer Woche raus und bis dorthin habe ich die Möglichkeit, auch weitere Matches zu gewinnen, und das möchte ich auch tun“, kündigte er kämpferisch an.Melzer begann vor 10.000 Zuschauern in der Hisense-Arena wie zuletzt gegen den Spanier Pere Riba gleich mit einem Break. In der Folge beging er aber viele Eigenfehler - nicht weniger als 25 im ersten Satz - und hatte deutlich mehr Probleme, seinen Aufschlag durchzubringen als Baghdatis. Im achten Game hatte der Zypriote etwa vier Breakbälle, ehe das 5:3 für Melzer feststand.

FÜNF GAMES IN FOLGE.
Zwei Games später war es dann so weit, Baghdatis nahm dem Niederösterreicher den Aufschlag zum 5:5 ab. Auch danach lief es für Melzer nicht nach Wunsch. Nach einer 40:0-Führung musste er zwei Satzbälle abwehren, um sich ins Tiebreak zu retten. Dort hatte er dann nach 1:01 Stunden Spielzeit mit 5/7 das Nachsehen. „Der erste Satz war wohl einer meiner schlechtesten seit einer langen Zeit. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich Millionen unerzwungene Fehler gemacht“, sagte Melzer. Baghdatis nahm den Schwung des gewonnenen ersten Satzes gleich mit und nahm Melzer den nächsten Aufschlag zu null ab. Die ersten Punkte machte Österreichs Nummer eins erst zum 1:2, wobei er das Game seinerseits zu null gewann. Das gab ihm sichtlich Auftrieb, es folgten das Break zum 2:2, ein weiteres Aufschlaggame ohne Punkt für Baghdatis sowie die Breaks zum 4:2 und 6:2. Nach nur 28 Minuten und fünf Games in Folge für Melzer war der Satzausgleich perfekt.

BAGHDATIS
GIBT W.O. In der Pause hatte sich der Niederösterreicher neu konzentriert. „Aber dann bin zurückgekommen ins Match. Als ich ihn zurückgebreakt habe, habe ich das Gefühl gehabt, ich habe jetzt meine Range (den Bereich, Anm.) gefunden, wo ich hinspiele und wie ich ihm wehtun kann.“In dieser Tonart ging es auch im dritten Durchgang weiter. Die Nummer elf der Welt breakte seinen Gegner zum 2:0 und 5:1, nach erneut nur 28 Minuten holte sich Melzer die 2:1-Satzführung. Der vierte Satz verlief bis zum Break des Österreichers zum 4:3 ausgeglichen, danach gab Baghdatis wegen einer Fingerverletzung auf.Baghdatis meinte in seiner Matchanalyse, dass er die Verletzung am kleinen Finger der rechten Hand schon im Match gegen Juan Martin del Potro gespürt, aber gedacht habe, es sei nichts Schlimmeres. „Im Tiebreak des ersten Satzes hat er mir dann wieder wehgetan, und nachdem ich das Break zu Beginn des zweiten Satzes geschafft hatte, wurde es immer schlimmer“, erklärte Baghdatis. Speziell bei harten Schlägen habe ihn dann ein Schmerz durchzuckt. „Es machte am Ende keinen Sinn mehr, weiterzuspielen.“

ERSTMALS UNTER DEN TOP TEN. Da sich der als Nummer zehn gesetzte Russe Michail Juschnij am Samstag dem erstaunlich stark aufspielenden kanadischen Qualifikanten Milos Raonic mit 4:6 5:7 6:4 4:6 beugen musste, ist der Weg für den im ATP-Ranking unmittelbar hinter ihm liegenden Melzer frei. Auch über den „Melzer-Slam“ darf sich der Niederösterreicher freuen, er erreichte nun hintereinander in Paris, Wimbledon, Flushing Meadows und Melbourne das Achtelfinale. „Ich habe lange gebraucht, dass ich eine vierte Runde bei einem Major erreicht habe. Jetzt habe ich es viermal in Folge geschafft, das macht mich sehr stolz“, meinte Melzer noch auf dem Platz. Am Montag trifft Melzer auf den als Nummer fünf gesetzten Schotten Andy Murray.
(Quelle: www.orf.at)



21. Jänner 2011

NUR MEHR EIN SIEG.
Jürgen Melzer ist auch am Donnerstag im zweiten Match bei den Australian Open seiner Favoritenrolle vollauf gerecht geworden. Österreichs Nummer 1 gab gegen den Spanier Pere Riba keinen Satz ab und steht nach seinem 6:2, 6:4, 6:2-Sieg bereits in der dritten Runde. Melzer, in Melbourne als Nummer 11 gesetzt, spielt im Kampf um sein erstes Achtelfinale beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres am Samstag. Sein Gegner: Marcos Baghdatis (CYP, ATP 21). Mit dem charismatischen Zyprioten, der in vier Sätzen (6:1, 6:, 4:6, 6:3) die Comebackträume von Juan Martin del Potro beendete, hat es bis jetzt noch kein Duell auf der ATP-Tour gegeben. Der 25-jährige Baghdatis hat viele Fans in Australien, nicht nur wegen seines sensationellen Runs 2006, als er hier bis ins Finale vorgestoßen war. Er darf sich auch auf viele Griechen verlassen, denn in Melbourne leben mehr Griechen als in der drittgrößten griechischen Stadt Piräus. Und die "griechischen Zyprioter" machen wiederum etwa drei Viertel der Bevölkerung auf Zypern aus.

"ATTRAKTIVES TENNIS". "Ich habe ziemlich gut gespielt heute und ich bin wirklich glücklich", meinte Baghdatis noch auf dem Platz. Bereits zuvor hatte Jürgen Melzer seine Meinung zum Publikumsliebling kundgetan. "Er ist einer, dem ich gerne zuschaue. Er spielt attraktives Tennis, ist sehr positiv, lacht meistens", sagte Melzer. Ein sehr flaches Spiel, eine solide Rückhand und eine aggressive Vorhand prägen sein Spiel. "Mit dem Aufschlag hat er manchmal auch seine Probleme. Ich glaube nicht, dass der jetzt so schnell spielt, dass er mir extrem viel tut, aber flach spielt er und das mag ich eigentlich." Sollte Melzer auch diese Hürde nehmen, hätte Österreichs Nummer 1 damit seinen "Melzer Slam" realisiert. Er würde damit zum vierten Mal en suite nach den French Open (Semifinale), Wimbledon (Achtelfinale) und den US Open (Achtelfinale) zumindest in der Runde der letzten 16 stehen. Vor Paris 2010 war ihm das nie gelungen. (Quelle: red./APA)

Top Themen der Redaktion

ATP

"Es war ein Vergnügen - auch wenn ich verloren habe"

Dominic Thiem unterlag bei den ATP-Finals in London zum zweiten Mal in Folge im Endspiel. Der Niederösterreicher musste sich dem Russen Daniil Medvedev, der mit Fortdauer der Partie immer stärker wurde, in drei Sätzen geschlagen geben.

Wochenvorschau

23. - 29. November 2020

Kalenderwoche 48: Wer? Wann? Wo?

Talent Filip Misolic hat sich in Bratislava für die Qualifikation eingetragen.