Zum Inhalt springen

MELBOURNE: AUS IN RUNDE 3! TOMAS BERDYCH HEUTE ZU STARK FÜR JÜRGEN MELZER! "ER HAT MICH ÜBERPOWERT!""

Nach 1:49 Stunden stand fest, dass der an Nummer 5 gesetzte Tscheche Thomas Berdych einen besseren Tag als Jürgen Melzer (Bild) erwischt hatte: Österreichs Nummer 1 musste sich mit 3:6, 2:6, 2:6 geschlagen geben. Da sich auch Alexander Peya (mit Bruno Soares an seiner Seite) in der zweiten Doppelrunde Thomaz Bellucci / Benoit Paire mit 6:3, 4:6, 3:6 geschlagen geben musste, ist Österreich bei den Australian Open nicht mehr vertreten.


AUSTRALIAN OPEN - HAUPTBEWERB (HERREN)


AUSTRALIAN OPEN - HAUPTBEWERB (DAMEN)



18. Jänner 2013

MELZER VERLIERT. Die Erwartungen vor dem Match ließen auf eine ausgeglichene Partie schließen. "Berdych und ich trainieren öfter miteinander“, hatte Jürgen Melzer in einem Interview der APA verraten. „Ich bin sicher nicht chancenlos, es wird ein Match auf Augenhöhe. Man muss aber sehen, dass er die letzten zwei Jahre sehr konstant gespielt hat." Und auch Melzers ehemaliger Trainer Joakim Nyström sah im Gespräch mit www.oetv.at seinen Ex-Schützling zwar in einer leichten Außenseiterposition, aber dennoch nicht chancenlos: "Jürgen wird schon sehr, sehr gut spielen müssen, um als Sieger vom Platz gehen zu können. Er sollte nahe an der Linie stehen, um von dort aus seine Shots abfeuern zu können und Berdych soviel wie möglich zu bewegen." Nach 1:49 Stunden stand fest, dass der an Nummer 5 gesetzte Tscheche einen besseren Tag als der an Nummer 26 gesetzte Niederösterreicher erwischt hatte: Jürgen Melzer musste sich vor den Augen seines Trainers Alexander Waske, Konditionstrainer Christian Rauscher und ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel der Nummer 6 der Welt mit 3:6, 2,6, 2:6 geschlagen geben, obwohl das Match für ihn vielversprechend begonnen hatte: Gleich im ersten Aufschlaggame des Tschechen hatte Melzer zwei Breakbälle, konnte sie aber nicht nutzen. Im Gegenzug musste Österreichs Nummer 1 gleich sein erstes Aufschlaggame abgeben und lag nach knapp fünfzehn Minuten mit 0:3 hinten. Danach dominierte Berdych, der 2012 die Turniere in Stockholm und Montpellier gewinnen und u. a. Roger Federer (Viertelfinale US Open) schlagen konnte, seine Games v. a. aufgrund seiner starken Aufschlagleistung: Rund 64 Prozent seiner Punkte im ersten Satz leitete er mit seinem erstem Aufschlag ein. Melzer konnte Berdych zwar immer wieder mit Stopps und Netzattacken überraschen, Berdych konterte seinerseits mit harten Shots an die Grund- und Seitenlinie des Österreichers. Nach 44 Minuten beendete Tschechiens Nummer 1 den ersten Satz mit einem Passierschlag.

"ES HAT WIEDER SPASS GEMACHT". Das gleiche Bild dann auch im weiteren Verlauf des Matches: Der zweite Satz begann gleich mit einem "worst case" für Melzer, einem Break von Berdych zum 0:1, das ihm Melzer mit einem Doppelfehler "schenkte". Danach dominierte der Tscheche klar, gab das Heft nicht mehr aus der Hand, holte sich mit 6:2 (33 Minuten) und 6:2 (32 Minuten) auch Satz 2 und 3 und zog mit seinem Sieg über Melzer ins Achtelfinale der Australian Open ein. „Es ist natürlich schade, wenn man eine ziemliche Klatsche kriegt. Aber man muss fairerweise anerkennen, dass er heute ein sehr hohes Niveau gespielt hat“, sagte Melzer nach dem Match. „Er hat aus allen Ecken gefeuert, und ich bin mit seinem Tempo und der Länge nicht zurechtgekommen. Er hat mich einfach überpowert. Im Endeffekt war ich heute mittellos gegen ihn.“ Die Gesamtbilanz von Melzer fällt dennoch positiv aus: "Ich bin auf einem Level, das mich zuversichtlich stimmt: Ich kann laufen, habe gefightet, war fit und körperlich endlich seit eineinhalb Jahren wieder ohne irgendein Wehwechen. Darauf lässt es sich aufbauen.  Ich habe Stehvermögen und Kampfkraft bewiesen, und es hat echt wieder Spass gemacht - vom Spielerischen her. Berdych ist die Nummer 5 der Welt, und die ersten sechs sind jetzt noch kein Masstab für mich, da muss ich mich erst wieder herantasten und konstanter werden." Tomas Berdych nach dem Match: "Der Aufschlag war heute sicherlich der Schlüssel meines Erfolgs. Ich habe mich gut bewegt und sehr solide gespielt." Berdych trifft nun auf Kevin Anderson, der Fernando Verdasco in fünf Sätzen niederkämpfen konnte.

Text: Redaktion / Melzer-Interview: Du-Rieux

Top Themen der Redaktion

ATP

"Es war ein Vergnügen - auch wenn ich verloren habe"

Dominic Thiem unterlag bei den ATP-Finals in London zum zweiten Mal in Folge im Endspiel. Der Niederösterreicher musste sich dem Russen Daniil Medvedev, der mit Fortdauer der Partie immer stärker wurde, in drei Sätzen geschlagen geben.