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ATP

Martin Fischer scheitert am Aufschlag

Als erster von vier Österreichern war am Montag Martin Fischer (Bild) im Einsatz: Der Vorarlberger musste sich Radek Stepanek mit 5:7, 3:6 geschlagen geben. Am Dienstag greifen mit Andreas Haider-Maurer, Dominic Thiem und Gerald Melzer die restlichen Österreicher ins Geschehen ein. ORF Sport plus überträgt ab 14:55 Uhr live!



Als erster der vier Österreicher, die bei den mit 571.755 Euro dotierten Erste Bank Open in Wien im 28er-Hauptfeld stehen, war am Montag Martin Fischer im Einsatz. Der 27-jährige Vorarlberger bekam es mit dem als Nummer fünf gesetzten Radek Stepanek (ATP-Rang 39) zu tun und musste sich mit 5:7, 3:6 geschlagen geben. Der 34-jährige Routinier aus Tschechien hatte sich in den vergangenen Wochen in starker Form präsentiert und war mit Challenger-Turniersiegen in Orleans (FRA) und Mons (BEL) in die Erste Bank Wiener Stadthalle gekommen. Die jüngsten Einzelerfolge von Stepanek, der an der Seite des Inders Leander Paes heuer den Doppelbewerb bei den US Open in New York gewonnen hat, hatten Fischer im Vorfeld Respekt abgerungen: „Das war sicher nicht meine Wunschauslosung." Fischer, der in der laufenden Saison ein Challenger-Finale im slowenischen Portoroz als bestes Resultat zu Buche stehen hat, hatte Stepanek offensiv und aggressiv erwartet, "da er auch im Einzel immer wieder den Weg ans Netz sucht. Für mich ist er ein Frontrunner, der unglaubliche Sachen macht, wenn er vorneweg spielen kann." Grund für Fischers Niederlage war allerdings weniger die Leistung Stepaneks, sondern viel mehr die eigene Serviceleistung: Insgesamt sieben Mal musste Fischer seinen Aufschlag abgeben. „Im Hallentennis erwartet man ja normalerweise, dass es aufschlagdominiert ist“, gab Fischer zu. „Die vielen Breaks, die ich geschafft habe, haben sich schnell relativiert, weil ich ebenfalls oft das Service verloren habe. Wenn man einen Weltklassespieler dreimal breakt, sollte es zum Satzgewinn reichen“, ärgerte sich der Wolfurter. Am Dienstag werden erstmals Andreas Haider-Maurer (gegen Daniel Brands), Dominic Thiem (gegen Daniel Gimeno-Traver) und Gerald Melzer (gegen Lukas Lacko) ins Geschehen eingreifen.

Andreas Haider-Maurer: "Aggressiv & konzentriert"
Der 26-jährige Niederösterreicher mit Weltranglisten-Position 115 bekommt es in der Auftaktrunde mit dem aufschlagstarken Deutschen Daniel Brands zu tun. Während es im Juniorenbereich bereits einige Duelle zwischen den beiden gab, ist es auf ATP-Ebene das erste Kräftemessen der heimischen Nummer zwei mit dem aktuellen Weltranglisten-57. aus Bayern. Um in diesem Jahr möglichst erfolgreich beim Heimturnier abzuschneiden, krempelte AHM im Vergleich zu früheren Saisonen sogar seinen Turnierkalender um und legte in der Woche vor den Erste Bank Open einen intensiven Trainingsblock mit seinem schwedischen Coach Joakim Nyström ein. Der frühere Trainer von Jürgen Melzer hat im Mai dieses Jahres die Betreuung von Haider-Maurer übernommen und wird in seiner Arbeit von Christian Kohl und Andreas‘ Bruder Mario unterstützt. Mit Siegen bei den Challenger-Events in Timisoara, Posen und Brasov sowie dem Erstrundenerfolg bei den US Open in New York gegen den starken Letten Ernests Gulbis trug die Zusammenarbeit von Haider-Maurer mit Nyström in den vergangenen Wochen bereits erste Früchte. Das Erstrundenlos Daniel Brands bezeichnete der Österreicher als unangenehm. „Es ist schwer, gegen ihn in einen Rhythmus zu kommen, weil er auf jeden Ball voll draufgeht. Daher muss ich probieren, selbst aggressiv aufzutreten und das Spiel zu machen. Ich muss total konzentriert in die Partie gehen und versuchen, meine Chancen zu nützen, denn viele werde ich nicht bekommen“, erwartet der Wien-Finalist 2010 eine Partie ohne lange Ballwechsel. Dazu kommt noch, dass sich Brands in der Erste Bank Wiener Stadthalle offenbar sehr wohl fühlt. 2011 stand er hier schon einmal im Semifinale. Im Vorjahr brachte er im Achtelfinale den späteren Turniersieger Juan Martin Del Potro an den Rand einer Niederlage und musste sich dem Argentinier erst im Tiebreak des dritten Satzes geschlagen geben. In dieser Partie donnerte der 1,96 Meter große Deutsche seinem Gegner nicht weniger als 32 Asse ins Feld und wurde damit seinem Ruf als „Aufschlagkanone“ einmal mehr gerecht.

Dominic Thiem: "Erstrunden-Sieg keine Überraschung"
Er hat in den beiden vergangenen Jahren mit seinen Erstrundenerfolgen über Thomas Muster (2011) und den Slowaken Lukas Lacko (2012) für Aufsehen bei den Erste Bank Open gesorgt. Die Rede ist von Dominic Thiem, der mittlerweile auf Platz 149 in der Weltrangliste vorgestoßen und damit auf dem besten Weg ist, seinen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. In Kitzbühel erreichte der 20-jährige Lichtenwörther heuer mit einem Sieg über Jürgen Melzer erstmals ein Viertelfinale auf der ATP World Tour. Mitte September holte er sich zudem im marokkanischen Kenitra seinen ersten Titel auf Challenger-Ebene. Diese Ergebnisse haben das Selbstvertrauen des Youngsters gestärkt, und so meint Thiem vor seiner Erstrundenpartie gegen den Spanier Daniel Gimeno-Traver am Dienstag in der Erste Bank Wiener Stadthalle: „Die Zeit ist vorbei, dass ich sage, die erste Runde zu überstehen, wäre ein Traum. Ich habe in Kitzbühel und auch hier in Wien schon gezeigt, dass ich Matches gewinnen kann, deshalb wäre ein Sieg in der ersten Runde nicht mehr eine so große Überraschung wie in den letzten zwei Jahren.“ Thiem ist jedoch Realist genug, um zu wissen, dass er keineswegs als Favorit in das Match gegen den derzeitigen Weltranglisten-70. Gimeno-Traver geht. „Ich habe vor zwei Jahren bei meinem Debüt auf der ATP-Tour in Kitzbühel in zwei Sätzen gegen ihn verloren (4:6, 2:6, Anm.). Er hat eine unglaubliche Vorhand mit viel Spin, die in der Halle aber nicht so weh tut wie draußen. Es wird trotzdem nicht einfach, weil er ein guter Spieler ist, der auch stark serviert“, charakterisiert Thiem den 28-jährigen Spanier. Der Aufschwung des jungen Niederösterreichers ist auch darauf zurückzuführen, dass er seit dem heurigen Frühjahr körperlich wieder voll auf der Höhe ist. „Es wurde diagnostiziert, dass Dominic dreieinhalb Jahre lang durch einen Bakterienstamm geschwächt wurde, den er sich 2010 in Costa Rica eingefangen hat und der immer wieder Probleme verursacht hat. Ich habe mich immer gewundert, warum er keine Konstanz zeigen konnte und stets mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte. Seit dem Frühjahr wissen wir jetzt, warum“, erzählt Thiem-Coach Günter Bresnik. „Die Sache konnte zum Glück während eines längeren Krankenhausaufenthaltes erfolgreich behandelt werden. Ich habe zwei Wochen lang Antibiotika verabreicht bekommen und mich auch sonst komplett durchchecken lassen. Jetzt bin ich wieder voll fit und fühle mich sehr gut“, ergänzt Thiem.

Gerald Melzer: Premiere in Wien
Dank einer Wildcard feiert Gerald Melzer am morgigen Dienstag bei den Erste Bank Open seine Österreich-Premiere auf der ATP World Tour. Gegner in Runde eins ist der Slowake Lukas Lacko, der im vergangenen Jahr zum Auftakt gegen Dominic Thiem den Kürzeren gezogen hat. Der jüngere Bruder von Jürgen Melzer spielt in der Erste Bank Wiener Stadthalle nach Umag 2010 und Houston im April des heurigen Jahres, wo er sich jeweils erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft hat, zum dritten Mal im Hauptbewerb auf der „großen“ Tennistour. „Dieses Match ist etwas Besonderes für mich. Es werden viele Freunde von mir in der Halle sein, daher kribbelt es natürlich etwas mehr als sonst. Ich hoffe, dass ich locker bleibe und die Stimmung genießen kann. Von der Auslosung her hätte es mich schlimmer treffen können. Ich habe in diesem Match eine Chance, und ich werde alles versuchen, um sie auch zu nützen“, gibt sich der 23-jährige Niederösterreicher kämpferisch. Melzer, der Anfang September das Finale des Challengers in Brasov gegen Andreas Haider-Maurer in drei Sätzen verlor und zuletzt ein Future-Turnier in Ruanda gewann, hat heute mit Position 187 seine bisher beste Platzierung in der Weltrangliste erreicht. Jürgen Melzer, dessen Sehnenverletzung in der linken Schulter nicht operiert werden muss, wie heute eine weitere Untersuchung ergab, traut seinem jüngeren Bruder gegen Lacko eine Überraschung zu: „Ich freue mich, dass Gerald hier eine Wildcard bekommen hat, denn die hat er sich aufgrund seiner Leistungen in dieser Saison auch redlich verdient. Wenn er seine optimale Leistung abrufen kann und der Gegner nicht seinen besten Tag hat, dann ist für ihn sicher etwas möglich.“ Der 25-jährige Lacko ist aktuell im ATP-Ranking auf Platz 73 zu finden, war zu Beginn der laufenden Saison aber schon einmal 44. Als bestes Resultat auf der ATP World Tour hat er das Finale 2012 in Zagreb vorzuweisen. Heuer stand er in Doha, Auckland und Tokio jeweils im Viertelfinale.

Erste Bank Open - Turnierprogramm 

Hauptbewerb
Sa, 12.10.2013: 12:00 Uhr Auslosung im Hotel Marriott (Parkring 12a, 1010 Wien) 

Mo, 14.10.2013: 13:00 Uhr spark7 KidsDay – Freier Eintritt für Kids 
Österreicher-Tag 

Di, 15.10.2013: 13:00 Uhr FriendshipDay – Für jedes gekaufte Vollpreisticket gibt‘s eine Freikarte dazu
Auftaktspiele von Lleyton Hewitt und Gael Monfils 

Mi, 16.10.2013: 13.00 Uhr, ÖTV-Day

Do, 17.10.2013: 13:00 Uhr RADO-Day
Auftaktspiele von Jo-Wilfried Tsonga und Tommy Haas 

Fr, 18.10.2013: 13:00 Uhr, Viertelfinale
Sa, 19.10.2013: 14:00 Uhr, Semifinale
So, 20.10.2013: 14:00 Uhr, Finale 


> Erste Bank Open | Website 

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