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MALLORCA: NICO REISSIG AUF TRAININGSLAGER MIT RAFAEL NADAL +++ "WELPENSCHUTZ WIRD'S FÜR MICH DA KEINEN GEBEN"

Am kommenden Sonntag bricht ÖTV-Talent Nico Reissig (Bild) zum bereits dritten Mal in Richtung eines Trainingslagers mit Rafael Nadal auf, der Nummer 1 der Weltrangliste. "Hoffentlich kommt er so bald wie möglich."


1.4.2011

Kein Aprilscherz: In der kommenden Woche bist du zum bereits dritten Mal auf einem Trainingslager mit Rafael Nadal. Zur Erinnerung: Wie ist dieser Kontakt seinerzeit zustande gekommen?

Das Ganze ist über meinen Papa eingefädelt worden, der Toni Nadal (Onkel und Trainer; Anm.) ganz gut kennt und ab und zu mit ihm in Kontakt ist. Und so hat er uns wieder einmal eingeladen.

Wann geht's los für dich?
Fliegen werde ich am Sonntag. Es ist allerdings noch offen, wann ich das erste Mal mit ihm trainieren kann, da Nadal ja noch in Miami im Bewerb ist. Und von seinem Ausscheiden oder seinem Turniersieg wird es abhängen, wann er Richtung Mallorca abfliegen wird. Sollte er Finale spielen, wird er sicherlich nicht vor Dienstag oder Mittwoch in Mallorca trainieren.

Wie lange wirst du auf Mallorca bleiben? Wie oft könntest du im Idealfall der Nummer 1 der Welt gegenüber stehen?
Geplant wäre gewesen, dass ich von Montag bis Freitag bleibe. Deshalb hoff' ich für mich, dass er sobald wie möglich kommt.

Wie oft am Tag könntest du mit ihm trainieren?
Bei den letzten beiden Trainingslagern war es so, dass ich ein Mal am Tag mit ihm trainieren durfte. Dafür aber längere Einheiten, was für mich aber mehr als nur okay war ...

Hast du eigentlich ein zumindest kleines Mitspracherecht, was trainiert wird?
(lacht) Also das spielt es überhaupt nicht! Da bestimmt schon ausschließlich er, was am Platz gemacht wird.

Wie ernst nimmt er das Training mit einem Youngster wie dir? Anders gefragt: Genießt du so etwas wie einen "Welpenschutz"?
Bis jetzt hab ich so etwas noch kein einziges Mal erlebt. So etwas wird's daher auch diesmal wohl kaum geben. Er muss sich ja schließlich auch auf die Sandsaison bzw. auf das Turnier in Monte Carlo vorbereiten und kann es sich nicht erlauben, das Training einmal schleifen zu lassen. Unabhänig davon, wer ihm da gerade gegenüber steht.

Hast du die letzten beiden Mal den Eindruck gehabt, dass ihm das Training mit dir etwas gebracht hat?
Naja, schlagen kann ich mich mit ihm. Wir haben aber auch nichts anderes als Schlagtraining gemacht. Punkte oder Sätze haben wir keine gespielt. Ich hab aber schon den Eindruck gehabt, dass er mit dem, was ich ihm "bieten" konnte, zufrieden war.

Was steht nach Mallorca bei dir im Terminkalender?
Ich werde in Italien ein 15.000er-Future auf Sand spielen (Vercelli; Anm.). In der kommenden Woche wäre eigentlich noch ein Turnier in Antalya geplant gewesen, das wir heute (31.3.2011; Anm.) allerdings abgesagt haben, da das auf Hardcourt gewesen wäre und deshalb nicht in den Aufbau auf die Sandsaison hineingepasst hätte.

In deiner Karriere befindest du derzeit am Sprung von der Future- auf die Challenger-Ebene. Wann würdest du dir eigentlich wünschen, den Wechsel endgültig geschafft zu haben?
Nächstes Jahr wäre es sicherlich schon schön, nur mehr Challenger spielen zu können. Ich werde aber sicherlich nicht den Fehler begehen, mich schon jetzt unter Druck zu setzen: Ich MUSS das schaffen!

Wie bist du mit der bisherigen Saison eigentlich zufrieden?
Gott sei Dank fangt es jetzt schön langsam an, wieder rund zu laufen. Zu Beginn der Saison hab ich leider das Pech gehabt, fast ein ganzes Monat aufgrund meiner Fersenverletzung mit Tennis aussetzen zu müssen. Erst seit knapp zwei Wochen bin ich schmerzfrei, sodass ich wieder ganz normal trainieren kann. Als ich wieder mit den Turnieren begonnen habe, hab ich natürlich schon gemerkt, dass mir noch einiges fehlt. Insbesondere, was den Rhythmus und die Spielpraxis betrifft. Ich hab aber trotzdem zwei gute Turniere gespielt. Es schaut also so aus, als wäre ich am richtigen Weg.

Wie ist diese Fersenverletzung eigentlich passiert?
Ich hab schon im letzten Sommer leichte Probleme in diesem Bereich gehabt, die offensichtlich mit dem Tennisschuh zu tun gehabt haben. Es war aber nie so schlimm, dass ich mir gedacht hätte: Ich kann jetzt gar nicht mehr tennisspielen! Es ist aber trotzdem immer schlimmer geworden. In der Vorbereitung auf diese Saison ist es dann noch halbwegs gegangen, zum Schluß war es dann aber doch wieder so schlimm, dass ich nicht mehr richtig spielen und trainieren konnte. Deshalb hab ich dann komplett aussetzen müssen. Der einzige Vorteil dieser Verletzung ist, dass meine Kondiwerte jetzt umso besser sind, weil ich in dieser Phase ja nix anderes als radlfahren und Kraftkammer hab machen können.

Vor einer Woche ist dir beim 15.000-Dollar-Turnier in Kolkata der Einzug ins Semifinale gelungen. Dort hast du allerdings gegen Roko Karanusic mit 0:6, 6:3, 0:6 verloren. Wie ist dieses - zumindest am Papier - äußerst "seltsame" Resultat zustande gekommen?
(lacht) Das Ergebnis ist tatsächlich pervers! Im ersten Satz hab ich schlecht begonnen und hab einfach nicht ins Match hineingefunden. Im zweiten Satz war ich auch gleich mit einem Break hinten, hab mich aber ins Match hineinfighten können. Und der dritte Satz ... dieser Karanusic spielt wie ein Verrückter. Entweder hopp oder dropp! Bei dem weiß man nie, was wirklich kommt! Es hat viele enge Games gegeben, die halt leider nicht zu meinen Gunsten ausgegangen sind.

Dein Trainer Gilli Schaller hat zu Beginn der Saison für 2011 die Top 300 vorgegeben. Ein realistisches Ziel?
Ich sag einmal: Wenn es so weiter geht, wie ich derzeit drauf bin, dann ist das auf jeden Fall ein Ziel, das ich erreichen kann. Ich hoffe halt, dass sich der Fuß nicht wieder meldet.

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