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Lukas Jastraunig wird neuer ÖLSZ-Coach

Der niederösterreichische Ex-Profi startet mit März als Trainer für den ÖTV im Bundesleistungssportzentrum Südstadt.

© | GEPA pictures/ Matthias Hauer

Personal-Update aus dem Österreichischen Tennisverband: Lukas Jastraunig wird mit 1. März neuer ÖLSZ-Coach im Bundesleistungssportzentrum Südstadt. Der 32-Jährige löst hierbei den Slowaken Vladimir Platenik (46) ab, der ein finanziell höchst attraktives Angebot aus dem Ausland angenommen hat. Jastraunig wird sich somit künftig in erster Linie um die noch junge Mädchengruppe mit Emily Lederer, Sarah Messenlechner und Sydney Stark (allesamt gerade mal 14 Jahre alt) kümmern. Der Niederösterreicher war in seiner eigenen Profikarriere im Jahre 2013 die Nummer 494 der Welt im Einzel und die Nummer 254 im ATP-Doppelranking.

Melzer: „Zu 100 Prozent sicher, dass er ins Team passt“

Ende Jänner hatte Platenik den ÖTV informiert, den laufenden Vertrag auflösen zu wollen. Diese relativ kurzfristige Entscheidung hatte ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Teamchef Jürgen Melzer „in Wahrheit gerade zwei, drei Wochen Zeit gelassen, um einen passenden Nachfolger zu finden – das ist nicht ganz so easy. Ich habe in den letzten Monaten einen guten Einblick bekommen, wie unsere Mädels sind und wie sie arbeiten. Ich habe mir dann eine Liste erstellt, wen ich mir in dieser Position vorstellen könnte und mit wem es passen könnte, da stand ‚Luki‘ ganz oben drauf“, erklärte der Ex-Weltranglisten-Achte die Vorgehensweise im Auswahlprozess.

„Ich habe mit zwei, drei Trainern gleichzeitig gesprochen“, so Melzer, letzten Endes sei die Wahl dann auf Jastraunig gefallen, „weil ich ihn a.) sehr lange kenne, b.) weil ich weiß, wie er arbeitet, c.) weil ich mir zu 100 Prozent sicher bin, dass er ins Team passt. Wir haben ein junges, dynamisches Team, da brauche ich wen, der reinpasst – da ist ‚Luki‘ für mich sicher die beste Wahl“, streut der Deutsch-Wagramer seinem Neo-Mitarbeiter Rosen. Wichtig ist Melzer die Herangehensweise, im Trainerteam auch durchzutauschen. Jastraunig soll also „kein strikter, ausschließlicher Mädels-Betreuer sein, sondern seine Expertise auch bei den Burschen einbringen.“

Der Fokus Jastraunigs werde als ÖLSZ-Coach freilich bei besagter Mädchengruppe liegen: „Er wird prinzipiell ihr Training am Vormittag und am Nachmittag leiten und auf Turniere mitfahren, ist verantwortlich für die Turnierplanung, die Koordination zwischen Schule und Sport, sodass sie als Schülerinnen freigestellt werden, sobald sie auf Turnieren sind, und es muss in und mit der Schule alles funktionieren. Auch gilt es eine genaue Abstimmung mit dem Konditionstrainer vorzunehmen, sodass das Training richtig gesteuert wird. Und ‚Luki‘ wird an ausgewählten Wochenenden wie bisher auch Platenik bei den Lehrgängen von U10 bis U14 mit dabei sein, wenn die Besten aus jedem Jahrgang zu Nationaltrainings kommen.“

Als größte Stärke bei Jastraunig ortete Melzer „seine Kommunikation mit Mädchen auf dem Tenniscourt und abseits davon sowie seine Fähigkeit, ihnen zu vermitteln, was wirklich notwendig ist. Ich werde aber sicherlich auch selber meine Erfahrung einbringen, was ich glaube, was wichtig ist und die Mädels vielleicht noch so lernen müssen.“ Für diese sei es „vielleicht sogar ein Vorteil, dass nicht der große Trainer-Guru wie Platenik mit ihnen arbeitet, dem sie mit riesigem Respekt entgegentreten – sondern jemand so Junger, dem sie vertrauen werden, mit dem die Chemie auch stimmen wird und der auch sicherlich das nötige Know-how mitbringt.“

Viel Erfahrung trotz jungem Alter

Jastraunig selbst hatte sich „doch ziemlich geehrt gefühlt, dass Jürgen mich gefragt hat, ob ich diese Aufgabe übernehmen will und dass er mir auch zutraut, diese gut zu meistern.“ Er blicke seiner neuen Tätigkeit „sehr positiv entgegen, weil ich in der Arbeit mit Mädels in diesem Alter, trotz meines jungen Alters, grundsätzlich bereits viel Erfahrung habe. Ich bin überzeugt davon, dass das alles sehr gut klappen wird. Und ich freue mich schon auf diese bevorstehende Herausforderung.“

Nach dem Ende seiner aktiven Profikarriere hatte Jastraunig von 2015 bis 2018 mit Ex-Davis-Cup-Spieler Thomas Strengberger zusammengearbeitet, „nebenbei habe ich mein Studium in Human Resources (Personalmanagement) absolviert. Danach habe ich im Leistungsbereich zunächst allein Trainerstunden gegeben, anfangs im kleinen Rahmen mit ein paar Burschen. Letztes Jahr habe ich dann gemeinsam mit Martin Schmidt im Leistungsbereich die Academy 4 Tennis in Tribuswinkel geführt, die ich jetzt leider ziemlich kurzfristig verlassen musste. Ich bin dieser und meinen bisherigen SpielerInnen und WegbegleiterInnen aber sehr dankbar. Sie haben mir auch die Möglichkeit eröffnet, mich selbst weiterzuentwickeln“, betonte Jastraunig.

Seine Stärken sieht er selbst darin, „mit Spielern auf Augenhöhe und in einer Linie zusammenzuarbeiten. Die Mischung aus einer guten beruflichen, aber gleichzeitig auch freundschaftlichen Bindung ist mir sehr wichtig, dass man gemeinsame Ziele anvisiert und diese auch erreicht. Ich bin da sehr zielstrebig. Wenn ich mir ein Ziel vornehme, will ich es auch unbedingt zusammen erreichen.“ Zunächst aber müsse sich Jastraunig laut Melzer „erst mal einarbeiten, die Mädchen kennenlernen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen“. Das erste gemeinsame Turnier und somit die Feuerprobe Jastraunigs als ÖLSZ-Trainer werden wohl bereits vom 10. bis 15. März die Österreichischen Jugend-Hallenmeisterschaften U16 in Hagenbrunn.

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