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Kids & JugendATPITF

Lucas Miedler nach starker Woche erst im Finale gestoppt

Außerdem schlugen Neil Oberleitner und David Pichler auf der ITF World Tennis Tour neuerlich im Doppel groß zu.

Lucas Miedler ©GEPA pictures/ Walter Luger

Geradezu Woche für Woche verwöhnen die Österreicher abseits der ATP-Tour die heimischen Tennisfans derzeit mit Erfolgsmeldungen. So auch in der vergangenen Woche. Der erfreuliche Auszug aus der Bilanz: ein Einzelfinale und zwei Doppeltitel alleine bei zwei M25-Turnieren der ITF World Tennis Tour, dazu ein Turniersieg bei einer Tennis-Europe-Jugendveranstaltung.

Miedler fertigt die Nummer 1 ab

Besonders erfolgreich verlief aus rot-weiß-roter Perspektive das Hartplatzevent in Loule, Portugal. Im Einzel erreichte Lucas Miedler mit einem Dreisatzsieg zunächst das Halbfinale, wo er nach zuvor regnerischen Tagen am Samstag noch ein zweites Mal spielen musste und dabei den topgesetzten Japaner Kaichi Uchida erstaunlich klar mit 6:2, 6:3 abfertigte. „Das war eine gute Leistung, denn da war ich eigentlich schon sehr müde an diesem Tag, da ich am Freitag drei Partien hatte und das erste Einzel am Samstag so richtig anstrengend war. Aber Uchida liegt mir eben“, verriet der Niederösterreicher gegenüber oetv.at. Seinen zweiten Coup bei einer 25.000-US-Dollar-Veranstaltung nach Palma del Río (Spanien) 2018 verpasste Miedler mit einem 7:6 (6), 1:6, 3:6 im Finale gegen Fabian Maroszan (Ungarn) bloß knapp.

„Wir haben schon um neun Uhr Früh angefangen, da war kaum Regenerationszeit zum Vortag. Es war die ganze Woche über schwierig zu spielen, extrem windig, am Anfang viel Regen – und der Finalsonntag war dann der stürmischste Tag von allen. Bei einer Regenunterbrechung im dritten Satz musste ich, aus dem Nichts heraus, sofort meine Sachen packen, um auf einer anderen Anlage fertigzuspielen. Die 20 Minuten im Auto haben mich dann für den dritten Satz körperlich so richtig gekillt.“ Bei Miedler überwog dennoch klar das Positive: „Es war trotzdem eine gute Woche, da kann man schon sehr drauf aufbauen“, befand der 25-Jährige. „Es war doch ein bisserl unerwartet, dass es gleich so gut geht. Es war wegen einer Coronainfektion heuer eigentlich erst mein zweites Turnier und nur dazu gedacht, ein paar Matches vorm ATP-Challenger in Biel zu sammeln.“ Dort ging sich zeitlich nunmehr lediglich der Doppelstart aus, mit seinem Tiroler Stammpartner Alexander Erler.

Im Doppel klappte es in Loule dafür mit dem österreichischen Finalcoup, denn Neil Oberleitner holte mit Yu Hsiou Hsu den zweiten M25-Titel am Stück nach Portimao in der Vorwoche und seinen bereits dritten in der erst kurzen Saison. Der Wiener und der Taiwaner schlugen nach zwei 10:7-Siegen im Match Tiebreak im Finale den Lokalmatador Pedro Araujo und Guy Den Ouden (Niederlande) mit 7:5, 7:5. Damit wird der 22-Jährige das erstmalige ATP-Top-300-Doppelranking weiter verbessern, sich voraussichtlich gar unter den besten 280 der Welt einreihen. Im Einzel war er in der dritten und letzten Qualifikationsrunde gescheitert, dennoch war es „wieder eine geile Woche und ein tolles Gefühl, wieder mit dem Titel dazustehen“, jubilierte Oberleitner gegenüber oetv.at. Im Viertel- und auch im Semifinale hatte er mit Hsu zuvor noch so einige enge Situationen und bange Momente zu bewältigen gehabt, „und auch im Finale haben wir wiederum nicht unser bestes Tennis zeigen können, haben einige Fehler gemacht, waren in beiden Sätzen mit 3:5 hinten und konnten beide Male noch auf 7:5 stellen“, zeigte er sich erleichtert. Nachdem Oberleitner als Zuschauer noch Miedler im Einzelfinale unterstützte, ging es für ihn am Montag weiter zum nächsten M25-Turnier in Quinta do Lago, wo er kurzfristig noch in den Einzel-Hauptbewerb gerutscht war – und zum Auftakt ausgerechnet auf Hsu trifft.

Pichler trumpft „mit null Erwartungen im Einzel“ im Doppel auf

David Pichler, Dalibor Svrcina ©zVg

Auch David Pichler holte in seinem schon fünften Doppelfinale 2022 seinen dritten Titel in dieser Saison, den ersten bei einem M25-Event. Der Burgenländer zog beim Sandplatzturnier in Rovinj (Kroatien) mit dem Tschechen Dalibor Svrcina mit bloß einem Satzverlust ins Endspiel ein, dort bezwangen sie Giovanni Fonio (Italien) und Alexander Lazarov (Bulgarien) mit 4:6, 6:2 und 10:7 im Match Tiebreak. Pichler war dabei „ehrlich gesagt mit null Erwartungen im Einzel dort, weil ich die ganze Woche vor Rovinj krank gewesen bin. Ich wollte das Turnier vor allem wegen dem Doppel spielen, als Vorbereitung auf den ATP-Challenger in Zadar“, erzählte er gegenüber oetv.at. Der überraschende Coup „ist natürlich gut – vor allem wegen den Punkten. Ich will jetzt nämlich öfter Doppel bei Challengern spielen und dann halt schauen, ob ich im Einzel reinrutsche.“

Eben dies geschah in Zadar, doch dort verlor Pichler am Sonntag trotz eines „super Matches“ in Qualifikationsrunde eins gegen den zweitgesetzten Italiener Luciano Darderi, „weil ich leider so einige Chancen nicht genutzt habe“, ihm bleibt dort nur noch die Doppel-Teilnahme. In Rovinj war der 26-Jährige geschwächt in der ersten Hauptrunde ausgeschieden. Filip Misolic hatte immerhin das Viertelfinale erreicht.  Auf Challenger-Level war Österreich bei den letztwöchigen Turnieren nur in Italien mit einem kleinen Erfolgserlebnis beschieden. Philipp Oswald scheiterte nach dem Finaleinzug in der Woche zuvor in Roseto Degli Abruzzi diesmal am selben Ort mit dem Tschechen Roman Jebavy zwar schon zum Auftakt. Tristan-Samuel Weissborn rächte den Vorarlberger aber in der nächsten Runde. Der Niederösterreicher kam, mit dem Slowaken Andrej Martin, letztlich bis in die Vorschlussrunde.

Wagner kürzlich mit größtem Karriereerfolg

Ein Erfolgserlebnis will der ÖTV von der Tennis-Europe-Ebene nachreichen. Bereits in der Woche zuvor hatte Alexander Wagner nämlich den bislang größten Erfolg in seiner jungen Laufbahn verzeichnet. Der Burgenländer gewann überraschend das Kategorie-3-Sandplatzturnier in Trencianske Teplice (Slowakei). Der 15-Jährige war aus der Qualifikation heraus mit insgesamt fünf Siegen ohne Satzverlust ins Finale gestürmt, wo er den topgesetzten Ungarn Barnabás Sift, die Nummer 71 des ETA-Rankings, nach Satzrückstand noch mit 2:6, 6:3, 6:4 niederrang. Der Schützling von Günter Bresnik hatte in der ersten Hauptrunde zuvor schon die Nummer zwei des Turniers, den Slowaken Filip Poklemba, bezwungen – und das mit 6:0, 6:1. Wagner machte im U16-Jugendranking hiermit einen riesigen Sprung nach vorne, um 520 Plätze auf Rang 320.

Hier alle Ergebnisse der ÖsterreicherInnen in Kalenderwoche 11.

Hier alle Ergebnisse aus Trencianske Teplice.

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