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ATP

LONDON: OLIVER MARACH/LUKASZ KUBOT SCHRAMMEN KNAPP AM HALBFINALE VORBEI

Im dritten Gruppenspiel des ATP World Tour Finals kam für Oliver Marach (Bild)/Lukasz Kubot das Aus: Das österreichisch-polnische Duo unterlag den Bryan-Brothers in zwei Sätzen.

Knapp vorbei
(28.11.2009)
Unglückliches Aus: Oliver Marach/Lukasz Kubot haben am Freitagabend eine bittere Niederlage im Doppel-Bewerb des ATP-Masters-Cups hinnehmen müssen. Das österreichisch-polnische Duo unterlag den an Nummer zwei gesetzten US-Amerikanern Bob und Mike Bryan nach 65 Minuten mit 3:6, 4:6. Schon ein Satzgewinn hätte Marach/Kubot gereicht, um den Aufstieg ins Halbfinale beim Saisonabschluss in London perfekt zu machen. Weil in derselben Gruppe B allerdings auch Lukas Dlouhy/Leander Paes (CZE/IND) gegen Max Mirnyi/Andy Ram (BLR/ISR) verloren, musste sich das Weltranglisten-Sechste-Duo aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses mit Rang drei hinter Mirnyi/Ram und Bryan/Bryan begnügen.

Das Halbfinale in Griffweite
(25.11.2009)
Das Match der als Nummer sechs gesetzten Oliver Marach und Lukas Kubot am Mittwochnachmittag in der Londoner O2-Arena war an Spannung nicht mehr zu überbieten und ging auch am Österreicher nicht spurlos vorbei. „Ich war unmittelbar nach der Partie mit den Nerven völlig am Ende, aber jetzt bin ich einfach nur glücklich“, freute sich Marach. Im ersten Satz wackelte der Grazer bei seinem Service und musste vier Breakbälle abwehren, ehe der fünfte zum entscheidenden Aufschlagverlust zum 4:6 führte. Danach stabilisierte Marach seine Aufschlagleistung und glänzte zudem mit starkem Spiel sowohl von der Grundlinie als auch am Netz. Die einzige Breakchance der gesamten Partie nützte das polnisch-österreichische Duo, um Ram zu Beginn des zweiten Durchgangs das Service zum 2:1 abzunehmen. Damit waren die Weichen zum Satzausgleich gestellt. Das mehr als 25 Minuten dauernde Match-Tiebreak wogte hin und her! Kubot/Marach lagen mit Minibreak mit 7:6 voran, als der Österreicher die folgenden zwei Aufschlagpunkte verlor.

"Heißer als das erste Match"
Angesichts der Matchbälle hüben wie drüben sprach der Kommentator auf der Internet-Seite der ATP World Tour schon von einem Tennis-Drama. Mirnyi und Ram ließen bei 9:8, 11:10 und 13:12 drei Matchbälle ungenützt, Kubot und Marach waren zunächst bei 10:9, 12:11 und 14:13 ebenfalls jeweils nur noch einen Punkt vom Matchgewinn entfernt. Mit dem Minibreak zum 15:14 schufen sich die beiden Blondschöpfe den entscheidenden Vorteil, den sie nach 1:48 Stunden auch zum zweiten Gruppensieg verwerteten. „Das war eine ganz heiße Partie, noch heißer als das erste Match. Ich habe mich zu Beginn am Platz nicht wohl gefühlt und war auch ein wenig nervös. Aber mit dem Break zu Beginn des zweiten Satzes habe ich mich gesteigert und danach auch sehr gut aufgeschlagen“, bilanzierte Marach, der von einigen Fans aus Österreich immer wieder mit dem Schlachtruf „Jetzt geht’s los!“ angefeuert wurde.

Bryans als hohe Hürde
„Das Match-Tiebreak war ein Wahnsinn. Da war meine Hand ganz schön schwer, aber wir sind immer drangeblieben, haben uns gegenseitig nach vorne gepeitscht, und zum Glück hat es am Ende zum Sieg gereicht. Wir sind mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden, haben zwei Super-Teams geschlagen, aber wir müssen weiter kämpfen, weil der Platz im Semifinale noch nicht sicher ist“, meinte Marach. Mit der Schützenhilfe von Lukas Dlouhy und Leander Paes im heutigen Abendspiel gegen die US-Brüder Bob und Mike Bryan wäre der Halbfinal-Einzug jedoch perfekt. Sollte das tschechisch-indische Doppel gewinnen, ist Kubot/Marach der Platz in der Vorschlussrunde nicht mehr zu nehmen. Am Freitag heißen die Gegner im letzten Gruppenspiel Bob und Mike Bryan. Marach: „Gegen die Bryans musst du am Beginn stark sein, denn sonst sind sie wie ein Zug und überrollen dich.“

Perfekte Premiere
(24.11.2009)
Oliver Marach und sein polnischer Partner Lukasz Kubot sind bei den ATP World Tour Finals perfekt in den Doppelbewerb gestartet. Das Duo besiegte Montagabend im Auftaktmatch der Gruppe B in der Londoner O2-Arena die als Nummer vier gesetzten Lukas Dlouhy und Leander Paes (CZE/IND) mit 6:4, 7:6 (7/3). Am Mittwoch treffen Kubot/Marach in der zweiten Partie auf Max Mirnyi und Andy Ram (BLR/ISR). „Ein perfekter Start, ich freue mich riesig. Wir haben das gesamte Match hindurch super harmoniert“, strahlte der Steirer nach seiner gelungenen Premiere beim Saisonfinale. Damit haben sich Marach und Kubot eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg ins Semifinale geschaffen, „aber entschieden ist in der Gruppe noch lange nichts“, blieb der Österreicher nach dem Auftakterfolg am Boden.

Hitzige Stimmung
„Ein Schlüssel zum Sieg war die starke Aufschlagleistung von Lukasz, vor allem im ersten Satz. Das zweite große Plus war, dass wir in kritischen Situationen wie bei Breakbällen gegen uns sehr stark gespielt haben“, analysierte Marach. Die Statistik gab dem 29-Jährigen recht: Während das Duo Kubot/Marach zwei von fünf Breakchancen nützte, musste es bei sechs Breakbällen gegen sich nur einmal das Service abgeben. Zwischenzeitlich ging es auf dem Center Court vor 17.500 Zuschauern in der O2-Arena recht hitzig zu. Begonnen hatten die Feindseligkeiten bereits zu Beginn des ersten Satzes, als Paes bei einem Outball einen Körpertreffer bei Marach reklamierte. „Mit dem Körper habe ich den Ball ganz sicher nicht berührt“, versicherte der Österreicher. Dann traf Kubot mit einem wuchtigen Schlag Paes am Hals. Marach: „Das war unglücklich, denn Lukasz würde so etwas nie absichtlich tun.“ Der Return folgte postwendend, als Dlouhy den Polen zielsicher ins Visier nahm und Kubot am Bein traf.

"Ein Traum, hier zu spielen"
„In dieser Phase war es eine Schlacht, aber man muss lernen, im Doppel mit solchen Dingen umzugehen. Wir haben uns dadurch nicht beirren lassen und am Ende ein perfektes Tiebreak gespielt“, freute sich der Grazer über die vier Punkte in Serie vom 3:3 zum 7:3 in der Kurzentscheidung des zweiten Satzes. Bei 6:3 im Tiebreak servierte Marach auf das Match, Kubot verwertete nach 1:33 Stunden mit einem Volley gleich den ersten Matchball zum Auftaktsieg. Die nächsten Gegner der diesjährigen Australian Open-Halbfinalisten sind am Mittwoch (13.30 MEZ) Max Mirnyi und Andy Ram (BLR/ISR), die überraschend die US-Brüder Bob und Mike Bryan mit 6:4, 6:4 in die Schranken wiesen.

Doppel als perfekte Show
„An den bisherigen Ergebnissen sieht man, wie eng es im Doppel zugeht. Wir werden uns auf dieses Match neu einstellen und wieder unser Bestes probieren. Dass die beiden in Form sind, haben sie gegen die Bryans bewiesen. Es wird sicher keine einfache Partie“, weiß Marach, der mit Kubot auf der ATP-Tour noch nie gegen die weißrussisch-israelische Paarung gespielt hat. Beeindruckt zeigte sich die Nummer 14 der Doppel-Weltrangliste von der Atmosphäre in der O2-Arena. „Es ist unglaublich, wie das Turnier hier aufgezogen wird. Die Veranstalter arbeiten mit Nebeleffekten beim Einmarsch, beim Match ist die Arena bis auf das Spielfeld völlig abgedunkelt. Die Zuschauer gehen super mit. Es ist einfach ein Traum, hier zu spielen“, freut sich Marach bereits auf die nächsten Auftritte in London.


Sechstbestes Doppel 2009
(19.11.2009)
Oliver Marach hat sich in Graz und zuletzt drei Tage in Prag, wo es Lukasz Kubot vor sechs Jahren der Liebe wegen hinverschlagen hat, auf die am Sonntag beginnenden ATP World Tour Finals vorbereitet. „Das ist der vorläufige Höhepunkt meiner Karriere, da geht nichts mehr drüber“, ist dem Steirer die Vorfreude auf seinen Auftritt in der Londoner O2-Arena anzumerken. Als sechstbestes Doppel des Jahres 2009 hat das polnisch-österreichische Duo den Sprung zum Saisonfinale geschafft. Den Grundstein legten Kubot/Marach mit dem Erreichen des Semifinales bei den Australian Open in Melbourne. Zudem stellten sie mit Triumphen bei den ATP-Turnieren in Casablanca, Belgrad und Wien ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis.

Alles ist möglich
„Nach dem starken Saisonstart in Australien haben wir uns das Ziel gesetzt, uns für London zu qualifizieren. Als wir das erreicht hatten, haben wir ein neues Ziel definiert: Jetzt wollen wir dort ins Semifinale“, gibt sich der Grazer kämpferisch. Die Auslosung am Mittwoch hat Kubot/Marach die US-Brüder Bob und Mike Bryan sowie Lukas Dlouhy/Leander Paes (CZE/IND) und Max Mirnyi/Andy Ram (BLR/ISR) als Gegner beschert. „Das ist eine sehr offene Gruppe, in der alles möglich ist. Gegen die Bryans haben wir noch nie gewinnen können, gegen die beiden anderen Paarungen haben wir noch nicht gespielt“, so Marach. An den ersten beiden Tagen stehen neben dem Training in der O2-Arena auch zahlreiche PR- und Sponsorentermine auf dem Programm. Marach wird in den kommenden Tagen in eine völlig andere Tennis-Welt eintauchen. „In London steht jedem Spieler ein eigener Chauffeur zur Verfügung. Da der Weg vom Hotel zur Halle im Auto bis zu einer Stunde dauern kann, haben die Organisatoren eine Möglichkeit geschaffen, um mit einem Boot die Arena zu erreichen“, erzählt der 29-Jährige. Damit aber noch nicht genug: Da alle Einzel- und Doppelspieler einen Anzug im selben Outfit erhalten, wurde zum ATP-Turnier nach Shanghai ein Schneider aus London eingeflogen, um die Maße der Tennis-Asse abzunehmen.

Der Marach-Familienausflug
Das Interesse der englischen Fans ist so groß, dass die Veranstalter der ATP World Tour Finals sogar mit Eintrittskarten für die Stars geizen. „Mir stehen lediglich acht Tickets zur Verfügung – aber nur an jenen Tagen, an denen ich spiele“, berichtet Marach, dem neben seiner Frau Jessie auch seine Eltern vor Ort die Daumen drücken werden. Zudem haben sich Jessies Schwester und deren Freund sowie zwei langjährige Fans aus Kitzbühel angesagt. Der Österreicher freut sich auch schon auf ein Wiedersehen mit Rafael Nadal. Mit dem spanischen Superstar verbindet den Gewinner von fünf ATP-Doppelturnieren das gemeinsame Interesse am Fischen. Marach: „Seit ich in Panama lebe, ist das Fischen ein großes Hobby von mir. Und auch Rafa ist ein begeisterter Fischer.“ Aber ehe „Oli“ in der Freizeit wieder seiner großen Leidenschaft nachgehen kann, möchte er vorher noch in London nach Erfolgen angeln.

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