Zum Inhalt springen

Davis Cup

LIVE VOM DAVIS CUP: MON DIEU! ÖSTERREICH TRIFFT DAHEIM AUF FRANKREICH. "SCHWER, KOMPAKT, ABER IN REICHWEITE."

Österreich trifft in der ersten Runde (4. bis 6. März) der Davis Cup-Weltgruppe 2011 daheim auf den diesjährigen Finalisten Frankreich (im Bild: Gael Monfils). Österreichs bisherige Bilanz gegen die "Grande Nation": 0:7. Trotzdem: "Unseren Spielern ist einiges zuzutrauen" (Gilbert Schaller).


Davis Cup 2011
Weltgruppe , 1. Runde: 4.-6.3.2011

ÖSTERREICH - FRANKREICH


DIE WEITEREN PAARUNGEN FINDEN SIE HIER


"Einiges ist möglich!"

(22.9.2010)
Den erwartet schweren Brocken hat Österreich mit Frankreich bei der heutigen Weltgruppen-Auslosung für den Davis Cup 2011 in Brüssel gezogen. Die Franzosen haben in der laufenden Saison dank klarer Heimsiege über Deutschland (4:1), Titelverteidiger Spanien (5:0) und Argentinien (5:0) das Endspiel erreicht, in dem sie vom 3. bis 5. Dezember in Serbien um ihren zehnten Davis-Cup-Titel kämpfen werden. „Ich hoffe, dass uns bei diesem Heimspiel viele, viele Leute unterstützen. Wir sind Außenseiter, keine Frage. Aber mit den Fans im Rücken ist einiges möglich. Egal, welchen Belag wir wählen, sie können ihr Team danach aufstellen“, brachte Jürgen Melzer die Stärke des Gegners auf den Punkt. Mit Jo-Wilfried Tsonga (ATP-12), Gael Monfils (15), Michael Llodra (28), Richard Gasquet (30), Julien Benneteau (38) und Gilles Simon (41) verfügt Frankreichs Kapitän Guy Forget gleich über sechs Top-50-Spieler. Auch im Doppel ist die „Equipe Tricolore“ mit Benneteau (15), Llodra (32) und Arnaud Clement (49) bestens aufgestellt. „Es ist positiv, dass wir ein Heimspiel haben. Der Gegner ist erwartet schwer und hat ein extrem kompaktes Team ...

"In Reichweite von Melzer"
" ... Die französischen Spieler liegen aber in Reichweite von Jürgen Melzer, und auch im Doppel brauchen wir uns nicht zu verstecken. Dass unseren jungen Spielern ebenfalls etwas zuzutrauen ist, hat zuletzt Martin Fischer in Israel gezeigt“, sagte ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller. Der Steirer hofft, dass für das Kräftemessen mit Frankreich als Schauplatz eine große Arena zur Verfügung stehen wird, in der das Publikum für eine echte Heimatmosphäre sorgen kann. „Obwohl ich eine leichte Tendenz zu einem Hartplatz habe, möchte ich die Belagwahl vorerst noch offen lassen. Darüber werde ich noch mit den Spielern sprechen. Egal, ob wir zuletzt auf Rasen, Hardcourt oder Sand gespielt haben, unser Team hat gezeigt, dass es auf allen Belägen gut zurechtkommt“, so Schaller. In den sieben bisherigen Davis-Cup-Duellen mit Frankreich hat es für Österreich bisher zu keinem Sieg gereicht. Den bisher letzten Länderkampf gewann die „Grande Nation“ im Jahr 2000 in Rennes mit 5:0.


Head-to-Head Österreich - Frankreich

1934 in Paris (Europazone, 1. Runde): Österreich - Frankreich 0:5
1965 in Wien (Europazone, 1. Runde): Österreich - Frankreich 0:5
1970 in Paris (Europazone A, Viertelfinale): Österreich - Frankreich 0:5
1974 in Wien, (Europazone A, 1. Runde): Österreich - Frankreich 1:3
1986 in Montpellier (Europazone A, Finale): Österreich - Frankreich 1:4
1993 in Wien (Weltgruppe, 1. Runde): Österreich - Frankreich 1:4
2000 in Rennes, (Weltgruppen-Qualifikation, 1. Runde): Österreich - Frankreich 0:5


Serbien? Frankreich? USA?

(21.9.2010)
Mit dem 3:2-Triumph im Weltgruppen-Play-off am vergangenen Wochenende in Israel hat sich Österreich im aktuellen Davis-Cup-Ranking um zwei Positionen verbessert und nimmt nun Platz 15 ein. Das reichte jedoch nicht, um bei der Auslosung der Weltgruppe 2011 am Mittwoch in Brüssel (12:30 Uhr) gesetzt zu sein. Zu den möglichen Erstrunden-Gegnern der Mannschaft von ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller zählen die heurigen Finalisten Serbien und Frankreich ebenso wie Vorjahressieger Spanien oder Rekordgewinner USA. Gegen Frankreich, Tschechien und Russland hätte Österreich Heimvorteil. Gegen Spanien, Argentinien, die USA und Kroatien müssten Jürgen Melzer, Martin Fischer und Co. auswärts antreten. Sollten die heimischen Tennis-Asse auf Serbien treffen, würde das Los über das Heimrecht entscheiden. Neben Österreich sind auch Deutschland, Schweden, Chile, Indien, Belgien, Kasachstan und Rumänien ungesetzt.


DAS ERSTE INTERVIEW MIT JÜRGEN MELZER NACH ÖSTERREICHS 3:2-SIEG HÖREN SIE HIER

DAS ERSTE INTERVIEW MIT MARTIN FISCHER NACH ÖSTERREICHS 3:2-SIEG HÖREN SIE HIER

DAS ERSTE INTERVIEW MIT GILBERT SCHALLER NACH ÖSTERREICHS 3:2-SIEG HÖREN SIE HIER

WEITERE INFORMATIONEN FINDEN SIE HIER




WELTGRUPPEN-PLAYOFF
Israel - Österreich: 2:3


Tag 1
Dudi Sela - Andreas Haider-Maurer: 6:4, 6:1, 6:3
Harel Levy - Jürgen Melzer: 4:6, 3:6, 3:6

Tag 2
Jonathan Erlich/Andy Ram - Jürgen Melzer/Alexander Peya: 7:6(2), 6:4, 6:4


Tag 3
Dudi Sela - Jürgen Melzer: 4:6, 0:6, 3:6
Harel Levy - Martin Fischer
: 6:2, 3:6, 0:6, 3:6


Martin Fischer einzigartig!

(19.9.2010)
Willkommen in der Weltgruppe! Gleich bei seinem Davis Cup-Debüt sorgte Martin Fischer für Österreichs Wiederaufstieg in die Weltgruppe. Der 24-jährige Vorarlberger besiegte Israels Nummer 2, Harel Levy, mit 2:6, 6:3, 6:0, 6:3 und brachte im Verlauf des Matches Österreichs Bank - angeführt von Jürgen Melzer - mit teilweise unglaublich coolem Spiel zum Jubeln. Nur zu Beginn der Partie sah es danach aus, als würde "Fisch" am Gegner, dem Publikum und seinen Nerven zerbrechen. Gleich mit einem Break zum 1:0 startete Levy den Angriff auf "Fisch", der lange Zeit versuchte, seinen Rhythmus zu finden, während Levy Tempo und Punkte machte. Levy dominierte Satz 1 insbesondere mit seinem Aufschlag (phasenweise 91 Prozent "First Service" im Feld) und seinen scharfen Bällen an die Linien: Break zum 1:0, Break zum 3:0. Fazit: 6:2 im ersten Satz.

"Fisch"-Vergiftung für Harel Levy
Erst zu Beginn des zweiten Satzes fand Fischer besser zu seinem Spiel, spielte wesentlich aggressiver und selbstbewußter und punktete häufig mit seinem Paradeschlag Rückhand. Levy setzte sich zur Wehr, indem er bei Fischers Aufschlägen den Ball nur blockte, damit das Tempo aus dem Spiel nahm und auf die Fehler seines Gegners hoffte. Mit Fischers Break zum 5:3 war die Vorentscheidung in Satz 2 allerdings gefallen. 6:3 für Österreich. Danach war es nur mehr der Ex-Südstädter, der das Match dominierte. Immer ruhiger und souveräner spielte er "sein" Tennis - harter Aufschlag, hohes Tempo und aggressive Winkel von der Grundlinie - gegen das Levy kein Rezept mehr fand. Mit einem Passierball beendete Fischer Satz 3 für Levy mit der "Höchststrafe" - 6:0. In den dritten Satz startete Fischer wie aus der Pistole geschossen, gleich im ersten Game macht er das Break, das vorentscheidend für das Match sein sollte. Zwar gelingt Levy das Break zum 3:5, Fischer bleibt allerdings cool und bringt mit seinem nächsten Break zum 6:3 Österreich wieder zurück in die Weltgruppe der 16 besten Nationen. Die ersten Reaktionen danach:

Martin Fischer: "Ich hab gewusst, dass es in dieser Halle vor diesem Publikum nicht leicht werden würde. Deshalb hab ich bewusst versucht, meinen Rhythmus zu finden und das Match in einer Art Trance zu spielen. Das ist so gut gelungen, dass Levy daran verzweifelt ist."

Jürgen Melzer: "Das war heute vom Allerfeinsten. Jeden Respekt, den ich habe, kann ich nur dem "Fisch" geben. Ich ziehe meinen Hut vor ihm und seiner Leistung - und das alles noch dazu bei seinem Davis Cup-Debüt."

Gilbert Schaller: "Wie er sich präsentiert hat, war unglaublich. Gott sei Dank haben wir in Österreich junge Spieler wie ihn, die jetzt schön langsam nachrücken."

Jürgen Melzer gleicht aus
(19.9.2010)
Nach Österreichs Niederlage im Doppel hat bei Davis Cup-Captain Gilbert Schaller die Hoffnung dominiert: "Bei 2:2 wird es auf jeden Fall noch einmal ganz heiß, ich hoffe, dass es so weit kommt." Schallers Hoffnung wurden tatsächlich erfüllt: Im ersten Match am dritten Tag besiegte Österreichs Nummer 1 Jürgen Melzer Israels Topspieler Dudi Sela mit 6:4, 6:0, 6:3. Insbesondere im ersten Satz dauerte es seine Zeit, ehe Melzer wirklich auf "Touren" kam: Oft war es der Weltranglisten-13., der das Tempo diktierte, anfangs allerdings auch die meisten Fehler beging. Selas Taktik, sich mit hohen Bällen von der Grundlinie zu verteidigen, auf die Fehler des Gegners zu warten und oft auch stark aus der Deffensive zu kontern, ging bis Melzers Break zum 5:4 auf.

Davis Cup-Debüt von Martin Fischer
Danach war es nur mehr der Österreicher, der am Court präsent war und sich die Big Point holte: Gleich im ersten Game des zweiten Satzes gelang Melzer das erste Break, das nächste folgte zum 3:0, das nächste zum 5:0, ehe er Satz zwei mit 6:0 locker "nach Hause" spielte. "Sela musste in diesem Match oft über seine Verhältnisse spielen", analysierte auf ORF 1 Ex-Daviscupper Alexander Antonitsch die Ursache für Melzers Dominanz. Im dritten Satz gelang Melzer gleich das Break zum 2:1, Sela konnte zwar zum 2:2 rebreaken, Melzers nächstes Break zum 4:3 sorgte allerdings endgültig für die Vorentscheidung. Am heutigen Tag war Melzer insbesondere beim Aufschlag und von der Grundlinie aus einfach zu stark, konzentriert und fokussiert. Mit seinem nächsten Break zum 6:3 sorgte er dafür, dass Österreich noch auf den Aufstieg in die Weltgruppe hoffen darf. Im zweiten Einzel am dritten Spieltag feiert Martin Fischer gegen Harel Levy sein Daviscup-Debüt. "Er hat ein Spiel, das für Levy ideal passt. Ich bin überzeugt, dass er damit Levy schlagen wird", so Jürgen Melzer unmittelbar nach seinem Sieg. "Levy geht gerne ans Netz vor", ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller, "und Fischer ist ein Spieler, der sehr gut kontern kann."

Österreich unter Druck
(17.9.2010)
Österreichs Davis-Cup-Team ist am Freitag in Tel Aviv mit 1:2 in Rückstand geraten. Jürgen Melzer und Alexander Peya mussten sich im möglicherweise vorentscheidenden Doppel im Weltgruppen-Playoff gegen Israel dem starken Duo Jonathan Erlich/Andy Ram nach 3:28 Stunden mit 6:7(2), 4:6, 4:6 geschlagen geben.
Damit muss Österreich, nach einem Tag Pause wegen des Yom-Kippur-Feiertages, am Sonntag beide Einzel gewinnen, um doch noch den Aufstieg in die Weltgruppe 2011 zu schaffen. Besonders ärgerlich: Im zweiten Satz lagen die Österreicher schon mit 4:1 voran, ehe Erlich/Ram sieben Games in Folge gewannen und die drohende Wende abwehrten. Melzer trifft am Sonntag im Duell der beiden jeweiligen Topspieler des Landes auf Dudi Sela und muss eine vorzeitige Niederlage seines Teams verhindern. Danach ist vorläufig Andreas Haider-Maurer als zweiter Einzelspieler gegen Harel Levy nominiert, ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller könnte da allerdings noch am Sonntagnachmittag eine Änderung in der Aufstellung vornehmen. Martin Fischer oder auch Routinier Peya könnten im Schluss-Einzel zum Einsatz kommen.


Jürgen Melzer souverän

(16.9.2010)
1:0 für Israel nach der ersten Partie. "Jetzt brauchen wir unbedingt den nächsten Punkt", hatte Davis Cup-Captain Gilbert Schaller unmittelbar vor Jürgen Melzers Duell mit Harel Levy seiner Nummer 1 den "Auftrag" zum Ausgleich erteilt. "Es wird nicht einfach, aber Jürgen ist gut drauf." Und Schaller sollte recht behalten: Nach 2:11 Stunden beendete Österreichs Nummer 1 das zweite Einzelspiel am ersten Spieltag mit einem Service-Winner und glich mit 6:4, 6:3, 6:3 zum 1:1 für Österreich aus. Höheres Tempo, giftigere Winkel, exaktere Spielweise - damit dominierte Melzer (ATP 13.) die Partie im ersten Satz und ließ dem in der Weltrangliste um 210 Plätze hinter ihm platzierten Levy (ATP 223) nur selten ins Spiel kommen. Mit einem Vorhand-Winner hatte er das Break zum 2:1 geholt und diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gegeben.

Ausgleich zum 1:1
Ein komplett anderes Bild bot dann der zweite Satz: Zwar gelang Melzer auch diesmal ein frühes Break zum 1:0, Levy konnte allerdings mit dem Rebreak zum 1:1 sofort kontern, kam immer besser ins Spiel und zeigte phasenweise "Zaubertennis". Erst Melzers zweites Break zum 4:3 konnte Levy "brechen", der Israeli verlor auch sein nächstes Aufschlagspiel - 6:3 für Melzer. In Satz 3 war nach Melzers Break zum 2:0 bei Levy rasch die Luft draußen. Das logische Resultat war das 6:3 im dritten Satz und damit der Ausgleich für Österreich zum 1:1. "Nach einer Saison wie bisher", bilanzierte Melzer danach zufrieden seine Leistung, "weiß ich Gott sei Dank, wie man in engen Situationen mit Druck umgeht." Dem Doppel gegen Jonathan Erlich und Andy Ram am Freitag (ab 10:55 Uhr, live in ORF1) kommt nach der doch recht starken Leistung von Levy nun wohl noch mehr Bedeutung zu. „Er hat eine gute Phase gehabt im zweiten Satz, aber ich glaube trotzdem, dass wir eine Chance haben, das letzte Einzel am Sonntag zu gewinnen.“ Mit Alexander Peya habe er in den Tagen in Tel Aviv drei, vier Doppel-Sätze gespielt. „Wir spielen beide lange genug Tennis, um uns da reinzustellen und hoffentlich eine gute Leistung zu bringen.“

Haider-Maurer chancenlos
(16.9.2010)
Direkte Punkte mit dem Aufschlag und Druck von der Grundlinie - mit diesem Spielstil hätte er Dudi Sela ärgern sollen, zu viele unerzwungene Fehler (insgesamt 64), zu wenige Punkte nach dem ersten Aufschlag (62 Prozent) und eine zu geringe Ausbeute am Netz (34 Prozent) gaben bei Andreas Haider-Maurers Davis Cup-Debüt allerdings den Ausschlag zu Gunsten des Israelis. Nach 2:19 Stunden beendete Sela die Auftaktpartie im Weltgruppen-Playoff und ging mit einem Gesamtresultat von 6:4, 6:1, 6:3 als Sieger vom Platz. Ein Break zum 3:2 im ersten Satz, drei Breaks zum 1:0, 4:1 bzw. 6:1 im zweiten Satz und zwei Breaks zum 3:1 bzw. 5:3 im dritten Satz hatten dem mit angezogener Handbremse spielenden Israeli genügt, um sein Team am heutigen Tag mit 1:0 in Führung zu bringen. "Ich war nach dem Break im ersten Satz etwas nervös und verkrampft. Ich konnte meinen ersten Aufschlag nie vernünftig einsetzen und habe viele leichte Fehler gemacht.", so Haider-Maurers erste Matchbilanz. "Dudi Sela hat heute aber auch sehr gut gespielt. Er hat viel mehr Erfahrung als ich und war auch dementsprechend lockerer. Das war der Unterschied." Gilbert Schaller: "Andi hat nicht das gespielt, was wir uns erhofft haben. Es ist aber nicht leicht, das erste Mal Davis Cup zu spielen. Er war heute einfach nicht so locker." Jetzt liegt es an Jürgen Melzer, um im zweiten Match des ersten Tages den ersten Punkt für Österreich zu holen."

Haider-Maurer eröffnet gegen Sela
(15.9.2010)
Um 13:30 Uhr wurde ausgelost, Andreas Haider-Maurer eröffnet in seinem ersten Davis Cup-Match gegen Dudi Sela. Danach trifft Jürgen Melzer auf Harel Levy. Am Freitag treffen Melzer und Alexander Peya auf Jonathan Erlich/Andy Ram. Für die drei Spieltage erhofft sich Österreichs Numer 1, drei Punkte für Österreich. "Den ersten würde ich gerne am Donnerstag holen." Für Davis Cup-Kapitän Gilbert Schaller war die Entscheidung pro Haider-Maurer und kontra Martin Fischer "sicherlich nicht einfach. Für mich war die entscheidende Frage: Wer hat das Spiel, das vielleicht gefährlich ist für Dudi Sela? Ich glaube, dass Andi den Dudi mit seiner Spielanlage doch gehörig ins Schwitzen bringen wird“, meinte Schaller zu seiner Wahl, die nicht auf den zweitbesten ÖTV-Spieler im Ranking, gefallen ist.

"Mein Aufschlag wird entscheiden"
„Andy hat hier im Training sehr gut serviert, ein guter Aufschlag in dieser Halle ist definitiv ein wichtiger Faktor“, erklärte Schaller. „Mich freut es natürlich, dass ich das erste Mal für Österreich spielen darf. Ich fühle mich gut, ich habe Selbstvertrauen gesammelt in den letzten Wochen", meinte Haider-Maurer. "Ich habe wenig zu verlieren, bin klarer Außenseiter, aber deshalb rechne ich mir trotzdem Chancen aus und will Österreich in Führung bringen." Gegen Sela hat der 23-jährige Niederösterreicher noch nie gespielt, kennt seinen Gegner in der Theorie aber dennoch gut. "Es ist wichtig, dass man viel attackiert. Er ist ein super Grundlinienspieler und kontert auch gut, da muss man aufpassen. Mein Aufschlag wird sicher entscheidend sein", sagte der Teamneuling, der vor einem Jahr in Chile erstmals als Sparringpartner Davis-Cup-Luft hatte schnuppern dürfen. Jürgen Melzer ist von einem positiven Ablauf der Haider-Maurer-Premiere jedenfalls überzeugt. „Er hat im Training vor allem mit dem Aufschlag sehr dominiert. Er wirkt relativ cool, nimmt die Aufgabe an. Was mir gefällt, ist, dass er gesagt hat, er ist da, um den Punkt zu holen. Das ist für mich ganz wichtig. Ich wünsche es ihm, dass er es umsetzen kann.“

Premiere für den "neuen" Melzer gegen Levy
Auch Melzer hat noch nie gegen Levy gespielt. "Das ist das Schöne am ‚Best of five‘, man hat ein bisschen Zeit, um sich einzustellen. Er hat sehr viel Erfahrung im Davis Cup, nichtsdestotrotz ist das ein Spiel, das wir gewinnen müssen. Mit dem Druck muss ich auch leben und umgehen können. Schade, dass ich nicht anfangen kann, aber das kann man sich nicht aussuchen." Auf Österreichs Nummer eins lastet bei diesem Länderkampf natürlich wieder der gesamte Druck, zumindest zwei Einzelpunkte werden fix von ihm erwartet, auch die Israelis rechnen wohl damit. Zwar hat der Weltranglisten-13. in diesem Bewerb mit 12:19 eine negative Bilanz, doch der Sprung, den der Niederösterreicher nicht nur im Ranking, sondern auch spielerisch und mental gemacht hat, macht ihn zu einem "neuen Jürgen Melzer". "Ich habe gegen die Slowakei drei Punkte gewonnen und werde auch hier alles tun, um die nötigen Punkte einzufahren. Ich mache mir nicht viel aus Bilanzen. Es ist ein sehr gutes Jahr für mich. Es wäre sehr schön, wenn wir diesen Davis Cup gewinnen würden."
"11.000 schreiende Fans im Rücken"
(15.9.2010)
Die letzten Stunden vor dem Weltgruppen-Playoff-Duell Israel gegen Österreich - eine Mixtur aus Training (heute ab 16:00 Uhr: Jürgen Melzer mit Martin Fischer), Verpflichtungen (gestern Official Dinner), aber auch großen Worten. Während des Official Dinners im "Daniel Hotel" sickerte durch, dass "sich die Israelis ein ausverkauftes Haus erhoffen", so ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl. Der Grund für diese Hoffnung liegt auf der Hand: "Wir haben Selbstvertrauen und spielen viel besser, wenn wir zu Hause spielen, mit 11.000 schreienden Fans im Rücken", kündigte Israels Nummer 1 Dudi Sela jedem österreichischen Spieler einen zweiten Gegner an. "Wir sind alle gute Freunde, deshalb haben wir es vergangenes Jahr auch ins Semifinale geschafft. In Israel haben wir das schlimmste Publikum für den Gegner - das wird nicht leicht für euch."

"Drei Punkte für uns"
Weiche Knie verursacht diese Ankündigung allerdings kaum. "Mein Job ist es hier, als Nummer eins unseres Teams dafür zu sorgen, dass wir drei Punkte machen. Den ersten würde ich gern am Donnerstag holen, und zwar im ersten Match", so Jürgen Melzer selbstbewusst in seinem Online-Tagebuch auf www.tennisnet.com. Und auch für den freien Spieltag (Samstag), am Feiertag Yom Kippur, steht für Österreichs Team bereits das Programm fest. "Gott sei Dank müssen wir an diesem Feiertag nicht fasten", so Teuschl. "Also lädt Österreichs Botschafter, Mag. Michael Rendi, unser Team in seine Residenz zum Mittagessen ein. Da am Samstag kein öffentlicher Verkehr stattfindet, werden wir ihn zu Fuß besuchen." Der nächste Programmpunkt am heutigen Tag: Die Auslosung um 13:30 Uhr im Hotel.


"Wir können uns auf etwas gefasst machen"

(14.9.2010)

Davis Cup-Captain Gilbert Schaller erwartet sich im Nokia Stadium einen Hexenkessel, starke Konterspieler und "eine enge G'schicht".

Ab Donnerstag kämpft Österreich in Israel um die Rückkehr in die Weltgruppe. Wie stehen die Chancen für Ihr Team?

Für mich sind wir leichter Favorit, aber wir dürfen uns keine Illusionen machen. Das wird eine enge G’schicht. Wir haben zwar mit Jürgen Melzer den klar besten Mann in der Weltrangliste, aber wir wissen um die Gefährlichkeit der israelischen Spieler. Die haben nicht umsonst im Vorjahr Russland mit 4:1 nach Hause geschickt.

Sie haben die Gefährlichkeit der Israelis angesprochen. Wo liegen Ihre Stärken?
Ihre Nummer eins, Dudi Sela, besticht durch Kompaktheit, gutes Kontertennis und starke Beinarbeit. Harel Levy hat zwar seine beste Zeit schon hinter sich, war aber vor neun Jahren Nummer 30 der Welt. Daran erkennt man schon, dass er Tennis spielen kann. Er ist im Gegensatz zu Sela ein Offensivspieler, für den die Erfahrung spricht. Zudem haben die Israelis mit Erlich/Ram ein eingespieltes Doppel, das 2008 die Australian Open gewonnen hat.

Israel baut auch auf den Heimvorteil, der im Davis-Cup schon oft eine entscheidende Rolle gespielt hat. Was erwartet Ihre Mannschaft in der Nokia-Halle von Tel Aviv?

Wir sind seit Sonntag in Tel Aviv und haben am Montag erstmals in dieser imposanten Halle trainiert. Wenn die halbwegs voll wird, wird das ein Hexenkessel. Dann können wir uns auf etwas gefasst machen.

Dudi Sela bezeichnet das israelische Publikum als das „schlimmste für den Gegner“. Haben Sie irgendwelche Befürchtungen?
Nein, denn im Davis-Cup muss man auswärts immer mit einigen Fans rechnen, die den Bogen überspannen können. Ich habe nur gehört, dass die Russen im Vorjahr schon etwas entnervt waren.

Nervenstärke wird auch bei den möglichen Davis-Cup-Debütanten Andreas Haider-Maurer und Martin Fischer gefragt sein. Haben Sie sich schon für den zweiten Einzelspieler neben Melzer entschieden?
Nein. Das wird eine ganz schwere Entscheidung, die ich erst am Mittwoch unmittelbar vor der Auslosung der Partien bekanntgeben werde. Ich möchte die Israelis so lange wie möglich im Dunkeln tappen lassen.

Spricht die aktuelle Form nicht eher für eine Nominierung von Haider-Maurer?

Haider-Maurer hat bei den US Open ein tolles Fünf-Satz-Match gegen Söderling gespielt, aber Fischer kann bisher ebenfalls auf eine tolle Saison zurückblicken und ist nicht umsonst Österreichs Nummer zwei im ATP-Ranking. Auch wenn die Ergebnisse in den letzten Wochen bei Fischer nicht optimal waren, haben beide dieselbe Chance auf eine Nominierung.

Beide ÖTV-Youngsters haben einige Jahre unter Ihnen in der Südstadt trainiert. Dennoch wird Ihre Arbeit als ÖTV-Sportdirektor von einigen Seiten hart kritisiert. Was entgegnen Sie Ihren Kritikern?
Fischer und Haider-Maurer haben die Südstadt als Nummer 171 bzw. 180 verlassen. Jetzt stehen sie auf Position 134 bzw. 180. Wenn wir in der Südstadt so schlecht gearbeitet haben, dann kommt mir das unlogisch vor. Die Kritik ist völlig überzogen.

Einer Ihrer schärfsten Kritiker ist Ex-Davis-Cup-Kapitän Günter Bresnik, der im ORF.at-Interview vor einigen Monaten einen „akuten Handlungsbedarf im ÖTV“ gefordert hat ...
Kritik ist gut und wichtig, aber das artet ja teilweise schon in eine Hetzjagd gegen den ÖTV, die Südstadt und mich aus. Bresniks Sticheleien sind aber offenbar die beste Publicity für seine private Tennisakademie. Nur weil er derzeit mit Dominic Thiem eines der größten heimischen Talente betreut, braucht er sich nicht ständig als Supertrainer verkaufen.

Wie gehen Sie mit dem Druck auf Ihre Person vor dem Davis-Cup-Duell gegen Israel um?

Druck spüre ich vor jedem Match, aber ich habe den Rückhalt von der ÖTV-Spitze und von meinen Spielern. Als Davis-Cup-Kapitän hat man eben nicht den einfachsten Job. Läuft es gut, haben die Spieler gewonnen. Läuft es schlecht, hat der Kapitän falsch aufgestellt.


"Court? Zügig."
"Ballabsprung? Flach."
"Halle? Beeindruckend."

(14.9.2010)
Obwohl weder Jürgen Melzer und Martin Fischer noch Alex Peya und Andreas Haider-Maurer im "Nokia Stadium" bis jetzt ein ernsthaftes Match bestritten haben, steht der erste Sieger in der Daviscup-Woche in Tel Aviv längst fest: Nach dem gestrigen Abendessen vergnügte sich Österreichs Team mit dem bereits traditionellen Pokerturnier, "und Sieger war der Captain" (Peter Teuschl). Die nächste Gelegenheit, sich für das Duell gegen Israel auf "Betriebstemperatur" zu bringen, haben Melzer & Co am Dienstag in zwei Trainingsschichten - von 12:00 bis 14:00 Uhr (Haider-Maurer mit Peya bzw. Melzer mit Fischer) sowie von 16:00 bis 18:00 Uhr. "In dieser zweiten Schicht", so Captain Gilbert Schaller, "wird Doppel trainiert." Heute Vormittag wurde Österreichs Team bei der Team-Pressekonferenz - bei der auch die Fa. Simacek (Facility Management) als neuer Teamsponsor präsentiert wurde - von israelischen Journalisten u. a. über ihren ersten Eindruck über die Bedingungen im "Nokia Stadium", der Heimstätte von Israels erfolgreichster Basketballmannschaft Maccabi Tel Aviv, befragt. "Der Court ist zügig", antwortete Jürgen Melzer, "und der Ballabsprung flach. Die Bedingungen hier sind sehr gut." Martin Fischer ergänzte: "Die Halle ist beeindruckend. Die Fans sitzen fast am Court. Das werden heiße Daviscup-Tage in der klimatisierten Halle." Die nächsten Programmpunkte für Schaller & Co am heutigen Tag: Ab 20:00 Uhr das Official Dinner im Hotel und morgen um 13:30 Uhr die Auslosung.

Training um 10:00 Uhr ...
(13.9.2010)
Die Voraussetzungen haben sich durch Stefan Koubeks Daviscup-Karriereende und die Verletzung von Julian Knowle zwar geändert, "ich glaube aber trotzdem, dass wir als leichter Favorit ins Rennen gehen werden" (Daviscup-Kapitän Gilbert Schaller). Am Donnerstag werden nun Jürgen Melzer, Alexander Peya, Martin Fischer ("Ein absolutes Sasion-Highlight") und Andreas Haider-Maurer ("Bin bereit für die neue Herausforderung") in Tel Aviv das Unternehmen „Wiederaufstieg in die Weltgruppe“ in Angriff nehmen. Der eigentliche Startschuss dafür wurde heute gegeben. Nach einem leichten Training am gestrigen Anreisetag und einem gemeinsamen Essen am Strand hat heute der "normale" Arbeitstag für Österreichs Daviscup-Team begonnen: Das erste Training im Nokia Stadium wurde für heute 10:00 Uhr angesetzt.

... und um 14:00 Uhr
"Zuerst haben Alexander Peya und Martin Fischer miteinander trainiert" berichtet ÖTV-Generalsekretär Peter Teuschl aus Tel Aviv, "danach war Jürgen Melzer gemeinsam mit Andreas Haider-Maurer am Court." Die nächste 2,5 Stunden lange Trainingseinheit wird ab 14:00 Uhr absolviert. Während das erste Training "sehr gut verlaufen ist" (Schaller), hatte es davor für das rotweißrote Team einigen Widerstand gegeben: Da der Verkehr in Tel Aviv außergewöhnlich stark ist, "sind wir heute über 40 Minuten zum Training gefahren" (Teuschl). Die nächsten Programmpunkte für Schaller, Melzer & Co nach dem heutigen Nachmittagstraining: "Heute abend geht es zum gemeinsamen Abendessen nochmals raus aus dem Hotel. Ab morgen (Official Dinner im Hotel; Anm.) bleiben wir abends wahrscheinlich immer zu Hause" (Teuschl).


Weltgruppen-Play-off: Israel - Österreich

Termin: 16. bis 19. September 2010
Spieltage: Donnerstag, Freitag, Sonntag
Spielort: Nokia Stadium, Tel Aviv

TV-Übertragung, live aus Israel

Do, 16.9., ab 12:55 Uhr, ORF Sport plus
Fr, 17.9., ab 10:55 Uhr, ORF Sport plus
So, 19.9., ab 13:25 Uhr, ORF Sport plus

Top Themen der Redaktion

COVID-19Turniere

Anpassungen bei den Ranglisten

Aufgrund der Regierungsmaßnahmen vom 2.12.2020 und weiteren Einschränkungen im Tennissport und vor allem im Turnierbetrieb, gibt es neuerlich Anpassungen bei den Ranglisten für die Berechnungszeiträume.

Verbands-Info

Der Tennissport muss noch warten

Der Beschluss der Bundesregierung, Indoor-Sportstätten bis mindestens 7. Jänner 2021 geschlossen zu halten, stößt in der Tennis-Community auf wenig Begeisterung. Der ÖTV fordert eine möglichst rasche Öffnung der Tennisanlagen für die mehr als 400.000…