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LINZ: PATRICIA HAAS SCHEITERT ERST IM VIERTELFINALE AN EINER "ALTEN" BEKANNTEN

Beim ITF Junior Open in Linz erreichte Patricia Haas (Bild) mit dem Einzug ins Viertelfinale ihren international bisher größten Erfolg.

 

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Aus erst im Viertelfinale
(16.7.2010)
Seit mittlerweile vier Wochen trainiert Patricia Haas bereits bei Günter Bresnik. „Er traut mir viel zu, sagt immer wieder, dass ich eine gute Tennisspielerin bin“, zieht die 16-jährige Ex-„Südstädterin“ auf www.tennisnet.com eine erste Bilanz. „Langsam beginne ich ihm das auch zu glauben“ und verrät auch gleich ihr Erfolgsrezept: „Ich versuche, den Punkt mit meiner Vorhand aufzubauen, spiele viel cross, zupf' den Topspin, und wenn die Gegnerin kürzer wird, gehe ich auf den Punkt.“ Im Viertelfinale des ITF Junior Open in Linz traf Haas heute auf Daria Salnikova (ITF 139), mit der sie noch eine Rechnung offen hatte: Bei der Spring Bowl (Kat. 2) in St. Pölten hatte sie Haas im Viertelfinale in zwei Sätzen geschlagen, und auch bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen hatte die Russin die Nase vorne. Salnikova besiegte Haas mit 2:6, 4:6.

"Es gibt keine Geschenke mehr"
(15.7.2010)
Am ersten Spieltag hatte es 34 Grad im Linzer Schatten - und Barbara und Patricia Haas gewannen ihre Auftaktpartien jeweils in drei Sätzen. Am zweiten Tag hatte es 35 Grad - und Barbara und Patricia Haas gewannen ihre Matche in drei Sätzen. Erst am dritten Tag sank die Temperatur auf 27 Grad herunter - und Barbara Haas verlor ihr erstes Achtelfinale bei einem Kat. 1-Turnier in zwei Sätzen, während die "große" Schwester ihre Partie gewinnen konnte. "Offensichtlich braucht Barbara heißes Wetter, um wirklich auf Betriebstemperatur zu kommen", versuchte Helmut Fellner danach, die 2:6, 0:6-Niederlage seines Schützlings gegen Sophia Kovalets (UKR/2.) mit Humor zu erklären. "Barbara hat sehr gut in die Partie hineingefunden, hat dann aber leider bei 1:1 und 40:0 bei eigenem Aufschlag das Game gegen eine defensiv sehr gut spielende Gegnerin nicht "zu" machen können. Sie hat heute oft das Spiel gemacht, allerdings nicht den Punkt. Das sind aber nur Kleinigkeiten, die sie in den nächsten zwei Jahren noch lernen muss. Sie muss noch konstanter werden, da sie mittlerweile in einem Bereich ist, in dem es von den Gegnerinnen keine Geschenke mehr gibt."

"Bestes Tennis seit langem"
Patricia Haas (ITF 226) sorgte hingegen mit ihrem 6:1, 3:6, 6:3-Sieg über die Nummer 8 des Turniers Anna-Lena Friedsam für eine kleine Überraschung, rangiert die 16-jährige Deutsche im ITF-Ranking doch auf Platz 97 und damit 129 Plätze vor Haas. Noch dazu war sie vor einer Woche in Berlin (Kat. 1) bis ins Semifinale vorgestossen und war deshalb - zumindest auf dem Papier - als Favoritin in ihr Match gegen Haas gegangen. "Patricia spielt derzeit ihr bestes Tennis seit langem", hatte Mutter Martina allerdings positiv in die nächste Zukunft geblickt - und damit recht behalten. Helmut Fellner, der auch Patricias Match live verfolgt hat: "Sie hat sehr gut gespielt und in einer engen Partie kühlen Kopf bewahrt. Sie hat Kampfgeist bewiesen, sich im Verlauf des Turniers immerhin drei Mal über drei Sätze zum Sieg gespielt und kann, wenn sie so weitermacht, hier in Linz noch viel erreichen." Ihr Lebensmotto als Tennisspielerin, nach dem sie einmal für eine ÖTV-Pressemappe gefragt wurde, könnte ihr in Linz den notwendigen Rückenwind geben: "Wer positiv denkt, sieht das Unsichtbare, fühlt das Unantastbare und erreicht das Unmögliche."

Revanche für die Spring Bowl?
Im Viertelfinale des ITF Junior Open wird Patricia Haas nämlich auf Daria Salnikova (ITF 139) treffen, mit der sie noch eine Rechnung offen hat: Bei der Spring Bowl in St. Pölten hatte sie Haas im Viertelfinale in zwei Sätzen geschlagen. Danach hatte es im Haas-Umfeld einige Änderungen gegeben, die offensichtlich jetzt Wirkung zeigen: Anfang Juni hatte Patricia, die vor genau einem Jahr ihr letztes Kat. 1-Turnier (ebenfalls in Linz; 2. Rde.) gespielt hatte, ihr Trainingsumfeld geändert, als sie den Vertrag mit dem ÖTV aufgelöst hatte und seither privat bei Günter Bresnik trainiert. Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften (AK) hatte sie gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Partnerin Denise Maxl bereits für eine erste Sensation gesorgt, als sie sich gegen die topgesetzten Daniela Kix/Stephanie Vock den Doppeltitel sichern konnten. Die aktuelle Hochform kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt: In der kommenden Woche werden die Haas-Schwestern nämlich für Österreich um Edelmetall bei Europameisterschaften kämpfen - Barbara bei der U14-EM in Pilsen, Patricia U18-EM in Klosters, jeweils von 19. bis 25. Juli.

Auf Betriebstemperatur
(14.7.2010)
Zwei Schwestern allein auf weiter Flur. 16 ÖsterreicherInnen waren zur ersten Runde des ITF Junior Open in Linz angetreten, in Runde 2 und sogar ins Achtelfinale einziehen durften allerdings nur Patricia und Barbara Haas. Der Rest von Österreichs "Armada" (Christopher Pfeiffer, Michael Eibl, Alexander Huber, Johannes Mühlberger, Patrick Ofner, Sebastian Stiefelmeyer, Felix Schüller, Mattäus Nguyen, Andreas Hametner, Denise Maxl, Anna Götz, Pia König, Anna Maria Heil, Karoline Kurz) war bereits zum Auftakt ausgeschieden. Als hätte sich das Schwestern-Duo abgesprochen verloren beide in ihrem Auftaktmatch jeweils den ersten Satz, um bei 34 Grad Lufttemperatur erst dann auf ihre "Betriebstemperatur" umzuschalten und in die zweite Runde des ITF Kat. 1-Turniers einzuziehen. Patricia Haas (ITF 226) hat es dabei mit Tereza Smitkova (ITF 160) zu tun bekommen und die in der Weltrangliste weitaus besser platzierte Tschechin mit 4:6, 6:4, 6:3 aus dem Bewerb geworfen, worüber sich insbesondere Mutter Martina sehr freute: "Patricia hat derzeit neben ihrer Schwester Barbara die absolut besten Ergebnisse aller österreichischen Spielerinnen."

"Patricias Leistung absolut top"
ÖTV-Konditionstrainer Florian Pernhaupt, der in Linz das Südstadt-Duo Eibl und Heil betreut, aber trotzdem noch einen "Seitenblick" auf seinen ehemaligen Südstadt-Schützling geworfen hat: "Patricia ist eine Spielerin mit sehr guten technischen Auflösungen, die sich insbesondere bei der Beinarbeit - konkret der spezifischen Schnelligkeit - in den letzten Monaten enorm entwickelt hat." Das sind Eigenschaften, mit der die 16-jährige Niederösterreicherin auch Runde 2 "überleben" konnte. Bei 35 Grad im Schatten war ihre Gegnerin die an Nummer 11 gesetzte Britin Jennifer Ren (ITF 89). "Und Patricia hat sie bei dieser brutalen Hitze", so Pernhaupt, "nach über dreieinhalb Stunden in drei Sätzen besiegt. Ihre Leistung ist als absolut top einzustufen." Ihre nächste Gegnerin wird die Nummer 8 des Turniers, die Deutsche Anna-Lena Friedsam sein, die mit ihrem vorwöchigen Semifinal-Einzug beim Kat. 1-Turnier in Berlin und daher mit ausreichend Selbstvertrauen im "Gepäck" in ihr Duell mit Haas gehen wird. Eine ähnlich hohe Hürde baute sich nach ihrem 3:6, 6:4, 6:2-Sieg über Ysaline Bonaventure auch vor Barbara Haas auf: die an Nummer 13 gesetzte Tschechin Klara Fabikova. Mit 3:6, 6:4, 7:6(2) zog der Schützling von Helmut Fellner in das erste Kat. 1-Achtelfinale ihrer Karriere ein, wo die an Nummer 2 gesetzte Sophia Kovalets auf sie wartet. Mit ihrem ITF-Weltranglistenplatz 22, einem Kat. 1-Turniersieg (Beaulieu Sur Mer) und einem Kat. 1-Finale (Offenbach) in ihrer bisherigen Saisonbilanz geht die 16-jährige Ukrainerin zumindest auf dem Papier als klare Favoritin in das Duell mit Haas.

Spielt Haas in Wien? 
(13.7.2010)
Im Vorjahr hatte er kurz damit spekuliert, seinen damals erst 13-jährigen Schützling Barbara Haas mit einer Wildcard beim 10.000-Dollar-Turnier auf der UTC LaVille-Anlage ins kalte Wasser zu stoßen. Haas-Manager und Turnierdirektor Raimund Stefanits damals: „Das wäre für sie eine Möglichkeit, Erfahrungen im Damentennis zu sammeln. Daher könnte sie komplett ohne Leistungsdruck an den Start gehen.“ Dass Barbara Haas bei diesem ITF-Future-Event (heuer: 31.7.-8.8.2010) letztendlich doch nicht dabei war, war für den Manager „eine Bauchentscheidung. Im nächsten Jahr ist es früh genug, dann wird sie mit den 16- und 17-Jährigen schon mithalten können“ – und damit vielleicht in die Fußstapfen von Stefanits‘ zweitem Zugpferd Niki Hofmanova treten: Die 19-jährige Burgenländerin hatte dreimal in Wien gespielt, einmal in der ersten Runde verloren, einmal das Doppel und zuletzt 2008 das Einzel gewonnen. Stefanits: „Einen ähnlichen Weg wird hoffentlich auch Babsi beschreiten.“ 

16 ÖsterreicherInnen am Start 
Vorerst soll in dieser Woche beim ITF Junior Open in Linz der nächste Schritt nach oben gewagt werden. "Es ist mein erstes Einser-Turnier", strahlt Haas. "Ich freu mich drauf!" In Runde 1 wird Haas (ITF 146) auf die Belgierin Ysaline Bonaventure (ITF 164) treffen, die in dieser Saison zwar schon einen Semifinal-Einzug (Cuenca im Jänner) verbuchen konnte, zuletzt bei ihren Turnierstarts aber über die zweite Runde nicht hinauskam. Haas war in der Vorwoche beim ITF-Kat. 3-Turnier in Pilsen (CZE) im Einzel und mit Schwester Patricia im Doppel ins Viertelfinale vorgestoßen. Im Einzel hatte sie gegen Stephanie Nauta (USA) im dritten Satz verloren, sich aber nur kurz über ihre verpassten Chancen geärgert: "Naja, vielleicht mache ich ja in Linz die knappen Games." Österreichs weitere "Armada" in Linz: Christopher Pfeiffer (WC), Michael Eibl (WC), Alexander Huber (WC), Johannes Mühlberger (WC), Patrick Ofner, Sebastian Stiefelmeyer (11.), Felix Schüller (WC), Mattäus Nguyen (WC), Andreas Hametner (WC) sowie bei den Mädchen Denise Maxl (WC), Anna Götz (WC), Patricia Haas (WC), Pia König (WC), Anna Maria Heil (WC), Karoline Kurz (WC).


 

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