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ATP

KITZBÜHEL: STEFAN KOUBEK TRIUMPHIERT IM DOPPEL, AGUSTIN CALLERI IM EINZEL

Bei den mit 646.250 Euro dotierten Generali Open in Kitzbühel heissen die Doppel-Sieger Stefan Koubek und Philipp Kohlschreiber! Die beiden setzten sich gegen Oliver Marach/Cyril Suk klar in zwei Sätzen durch. Die Trophy für den Turniersieg im Einzel holte sich Agustin Calleri!

Mit dem ersten Doppelsieg eines Österreichers in der 61-jährigen Geschichte des Kitzbüheler Tennis-Klassikers wurde der Finaltag beim Generali open 2006 eröffnet. Der Kärntner Stefan Koubek und der Deutsche Philipp Kohlschreiber besiegten im Endspiel den Steirer Oliver Marach und dessen tschechischen Partner Cyril Suk mit 6:2, 6:3. Für Koubek war es der erste ATP-Doppeltitel seiner Karriere. Mit einem Blick auf das Abschneiden der Österreicher eröffneten auch Turnierdirektorin Sandra Reichel und TCK-Präsident Gerhard Priglinger ihre diesjährige Turnierbilanz.

„Jürgen Melzer hat mit dem Einzug ins Viertelfinale seine Kitzbühel-Aversion endgültig abgelegt. Erfreulich war auch, dass der Tiroler Rainer Eitzinger eine Runde gewonnen hat. Dass Österreich zu einer Großmacht im Doppel aufgestiegen ist, zeigt die Tatsache, dass das gesamte heimische Daviscup-Team im Halbfinale vertreten war“, meinte Priglinger. „Nur schade, dass Stefan Koubek im Einzel gegen Nicolas Lapentti nicht die Geduld für einen möglichen Sieg aufgebracht hat“, ergänzte Reichel.

In punkto Besucherzahlen liege man bis vor dem Finaltag im Plan, konkrete Zahlen seien aber erst in den kommenden Tagen verfügbar. „Die Hitze während der Turnierwoche hat aber gezeigt, dass die Infrastruktur im Stadion verbessert gehört. Die bereits in Planung befindliche neue Arena sollte etwas kleiner konzipiert werden, dafür sollte man eine Überdachung der Tribünen in Erwägung ziehen“, so Turnierberater Peter-Michael Reichel. „Das heurige Turnier hat auch gezeigt, dass wir über eine Verschiebung der Beginnzeiten in den späten Nachmittag und frühen Abend nachdenken sollten. Und auch die Ticketpreise werden wir überdenken“, sagte Sandra Reichel.

Die Entscheidung, ob Hauptsponsor Generali den auslaufenden Vertrag verlängert, wird in den kommenden Wochen fallen. „Es gibt durchaus positive Signale, aber die endgültige Entscheidung, ob die Generali in Kitzbühel weitermacht, steht noch aus“, sagte Sandra Reichel. Erfreuliches hatte der ORF über die Einschaltquoten beim Generali open zu berichten. Das Viertelfinale zwischen Jürgen Melzer und Mikhail Youzhny verfolgten am Freitag auf ORF 1 und ORF Sport Plus 150.000 Zuschauer. Zum Vergleich: Das Formel-1-Training in Hockenheim erreichte am selben Tag einen Wert von 83.000 Sehern.

Die gemeinsame Austragung eines Herren- und Damenturniers bleibt weiterhin ein Thema. Larry Scott, der oberste Chef der Damentennis-Profivereinigung WTA, war in dieser Woche in Kitzbühel zu Gast, um sich von den Gegebenheiten ein Bild zu machen. Sandra Reichel: „Wenn wir wollen, bekommen wir eine Lizenz für ein Damen- und ein Herrenturnier.“ Apropos Scott: Der US-Amerikaner trat im Jahr 1982 beim ATP-Turnier in der Qualifikation an, in der er eine Runde überstand. „Es ist beeindruckend, wie sich diese Location verändert hat“, erkannte Scott die Anlage an der Kapser-Brücke fast nicht wieder.

Der große Triumphator des Generali open 2006 in Kitzbühel heißt Agustin Calleri. Der 29-jährige setzte sich in einem rein argentinischen Finale gegen Juan Ignacio Chela nach 2:23 Stunden mit 7:6 (11/9), 6:2, 6:3 durch und holte sich damit seinen zweiten ATP-Titel nach Acapulco 2003. Die Nummer 59 der Weltrangliste kassierte für den bisher größten Erfolg in seiner Karriere ein Preisgeld von 110.600 Euro. Der unterlegene Finalist Chela konnte sich mit 58.200 Euro Preisgeld trösten.

Eine Vorentscheidung in dieser Partie fiel im Tiebreak des ersten Satzes, in dem sich die beiden Tennis-Gauchos einen packenden Schlagabtausch lieferten. Chela ließ in der Kurzentscheidung drei Satzbälle (zwei bei 6:4, einen weiteren bei 9:8) ungenützt. Calleri machte es besser und holte sich mit seinem dritten Satzball den ersten Durchgang. Danach wirkte der 26-jährige Chela in der Gluthitze des Kitzbüheler Center Courts, auf dem Temperaturen bis zu 50 Grad gemessen wurden, wie ein angeschlagener Boxer. Calleri dominierte die Sätze zwei und drei und blieb sekundenlang regungslos am Boden liegen, nachdem er den zweiten Matchball verwertet hatte.

Noch vor der Siegerehrung eilte Calleri in die Umkleidekabine, um sein Tennis-Shirt mit dem Schriftzug „Feliz cumple, Mama“ zu versehen. Er gratulierte damit seiner Mutter Sonia zu ihrem heutigen Geburtstag. „Das ist einer der schönste Tage in meinem Leben. Ich habe meiner Mutter zum Geburtstag einen Sieg geschenkt“, strahlte der überglückliche Sieger. Erste Gratulantin war Calleris schwangere Ehefrau Cecilia. „Der heutige Tag wird nur noch von der Geburt unserer Tochter übertroffen werden, die im November auf die Welt kommen wird“, sagte Calleri, der in den direkten Duellen mit seinem Landsmann auf 6:3 erhöhte.

„In den vergangenen zwei, drei Wochen ist es mit meinen Leistungen schon steil bergauf gegangen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis mir der ganz große Erfolg gelingt. Wir waren beide im Finale sehr nervös. Zum Glück habe ich etwas weniger Fehler als mein Gegner gemacht“, ergänzte der Argentinier, der nun in seiner Heimat eine kurze Turnierpause einlegt, ehe er in New Haven wieder in das Geschehen auf der ATP-Tour eingreift.

Juan Ignacio Chela trauerte dem verlorenen Tiebreak im ersten Satz nach. „Es ist hart, wenn du 6:4 führst, aber das Tiebreak nicht gewinnen kannst. Hätte ich den ersten Satz gewonnen, wäre die Partie wohl anders gelaufen. Aber ich habe meine Chancen nicht genützt und gratulierte Agustin zum Sieg. Ich spiele nicht besonders gerne gegen ihn, weil er gegen Argentinier immer besonders motiviert ist. Aber wie gesagt, er war heute der bessere Spieler und hat sich den Sieg verdient“, sagte Chela.


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