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Karriere als Sportler beim Bundesheer

Das Österreichische Bundesheer unterstützt die heimischen Spitzensportler und damit auch angehende Tennis-Profis mit einer Vielzahl an beruflichen Förderungen.

Sportlern, die ihr 18. Lebensjahr erreicht haben und ihren Stellungstermin absolviert haben, bietet das Österreichische Bundesheer drei Möglichkeiten der Berufsförderung, also der Gewährleistung einer sozialen und finanziellen Basis für ihre sportliche und berufliche Karriere.

Grundwehrdienst:

150 qualifizierte Spitzenathleten aller Sportarten werden nach absolviertem Stellungstermin als Grundwehrdienst leistende Wehrpflichtige vom Österreichischen Bundesheer betreut. Das bedeutet, von den jährlich 30.000 einrückenden Rekruten werden 150 Sportler auf Grund ihres Rankings und der Empfehlung des jeweiligen Verbandes nach der Basisausbildung ins Heeres-Sportzentrum (HSZ) versetzt, um dort ihrem Sport nachgehen zu können. "Bei Spitzensportlern wie etwa Dominic Thiem sind das meist vier Wochen Grundausbildung, danach haben sie fünf Monate Zeit, ihren Sport auszuüben", erklärt ÖTV-Sportkoordinator Florian Pernhaupt.

Den Sportlern wird dabei eine sogenannte Standortkontrolle auferlegt, was bedeutet, dass sie dem zuständigen Kommandanten täglich ihre Trainingszeiten und -orte bekanntgeben müssen. "Ansonsten haben sie den ganzen Tag Zeit, ihrem Sport professionell nachzugehen", so Pernhaupt. Innerhalb der sechs Monate Präszendienst prüfen der Kommandant wie auch der Verband Leistungsstand und -tendenz des Athleten. Bei positivem Urteil - im Tennis etwa bei guter Weltranglisten-Entwicklung - kann der Sportler nach dem Grundwehrdienst Zeitsoldat werden.

Zeitsoldat:

In Abstimmung mit dem jeweiligen Verband – im Tennis der Österreichische Tennisverband – kann das HSZ eine Weiterverpflichtung des Sportlers als Zeitsoldat für die Dauer von sechs Monaten vereinbaren. Voraussetzung dafür ist eine entsprechend positive Leistungstendenz des Spitzensportlers. Während der Präsenzdiener derzeit 313,02 Euro monatlich erhält, verdient der Zeitsoldat bereits etwa das Dreifache. Pernhaupt: "Tennisspieler können dazu etwa in der Südstadt trainieren, erhalten drei Gratis-Mahlzeiten pro Tag und werden vom Bundesheer in allen Belangen unterstützt." Nach den sechs Monaten als Zeitsoldat kann ein Antrag auf einen der begehrten Plätze als Militärperson auf Zeit gestellt werden.

Militärperson auf Zeit:

Das Österreichische Bundesheer stellt dem Sport derzeit insgesamt 192 Arbeitsplätze zur Leistungssportförderung als sogenannte Militärperson auf Zeit zur Verfügung. Hier beziehen die Spitzensportler ein monovak_hsz_16072015_2natliches Gehalt von 1.300 Euro pro Monat und sind kranken- und sozialversichert. Auch hier gilt eine strenge Leistungsüberprüfung: Erfüllt ein Sportler seine Leistungsvorgaben nicht, wird er ausgemustert. Spieler können aber auch "zu gut" sein oder werden, also in sportlicher Hinsicht den Leistungskorridor verlassen und nach einer genauen Überprüfung durch HSZ, BSO (Österreichische Bundes-Sportorganisation) und nationalem Verband aus dem Programm ausscheiden, wie ÖTV-Sportkoordinator Florian Pernhaupt erklärt: "Für jeden Sportler wird ein Leistungskorridor festgelegt. Verdient ein Athlet auf Grund seiner Leistungen zu gut, fällt er genauso aus dem Fördernetz wie ein Sportler, der die Ziele nicht erreicht."

Im Moment steht dem Österreichischen Tennisverband ein Förderungsplatz als Militärperson auf Zeit zu. Diesen Platz belegt derzeit Dennis Novak, der diesen ab Dezember 2015 Südstadt-Talent Lucas Miedler "vererbt", weil Novak "den Korridor auf der guten Seite verlässt", also den festgelegten Korridor von Weltranglistenplatz 250 übertroffen hat.

Der ÖTV hofft, im Olympia-Jahr 2016 drei der begehrten Förderplätze zu erhalten. Pernhaupt: "Wir versuchen, die Quote zu erhöhen. Unser Glück ist, dass nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro einige Plätze frei werden von Sportlern, die dann ihre Karriere beenden." Der Vertrag als Militärperson auf Zeit läuft grundsätzlich über drei Jahre, danach kann ein Jahr berufliche Fortbildung (bei 80 Prozent der Bezüge) beantragt werden, etwa für ein Studium.

Der ÖTV gibt Interessierten gerne persönlich Auskunft. Ansprechpartner ist ÖTV-Sportkoordinator Florian Pernhaupt (Mail: florian.pernhaupt@oetv.at, Telefon: +43 1 865 45 06 – 12)

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