Junioren-EM: Top-Leistungen der ÖTV-Talente

Mit zwölf ÖTV-Talenten an drei Locations hatte Österreich vor zwei Tagen das Projekt "Junioren-Europameisterschaften" gestartet. Vier von ihnen sind noch mit im Rennen um EM-Gold: Lucas Miedler (Bild), Sebastian Ofner, Julia Grabher, Christina Wolfgruber. In Klosters zog Lucas Mieder mit seinem 6:4, 6:1-Sieg gegen den Bulgaren Velislav Cholakov problemlos ins Achtelfinale ein. Klosters ist für das ÖTV-Talent ein Ort vieler positiver Erlebnisse: 2012 hatte Miedler EM-Gold im Einzel, 2013 im Doppel geholt.


Seit 1976 werden Junioren-Europameisterschaften bereits veranstaltet, und die Namen jener SpielerInnen, die am jeweils letzten Spieltag als SiegerInnen vom Platz gehen konnten, lesen sich wie ein Who is Who? im Profitennis: Wilander, Edberg, Graf, Seles, Hingis, Gasquet, Djokovic, Krajicek, Noah, Mandlikova, Robredo, Tsonga, Cilic, Cornet, Lendl, Maleeva, Moya, Kournikova, Grosjean, Soderling. Aber auch zahlreiche ÖTV-Talente haben in den Siegerlisten der letzten Jahrzehnte ihre Spuren hinterlassen: Reinhard Wawra (u14 / 1987 bzw. u18 / 1990), Horst Skoff (u16 / 1984), Petra Ritter (u16 / 1988), Stefan Koubek (u16 /1993), Petra Huber (u18 / 1983), Marion Maruska (u18 / 1990), Petra Schwartz (u18 / 1997). Ob auch heuer EM-Gold an ÖTV-Talente vergeben wird, das wird derzeit gerade ermittelt.

Gelingt Miedler die Titelverteidigung?
In die aktuell in dieser Turnierwoche stattfindenden European Junior Championships war Österreich am Montag mit insgesamt zwölf SpielernInnen gestartet: Lucas Miedler, Sebastian Ofner, Julia Grabher und Jasmin Buchta (u18-EM in Klosters / SUI), Matthias Haim, Jakob Aichhorn, Mira Antonitsch und Christina Wolfgruber (u16-EM in Moskau / RUS), Christof Zeiler, Sandro Kopp, Arabella Koller und Elena Griessner (u14-EM in Pilsen / CZE). Nach dem dritten Spieltag mischen in den Einzelbewerben noch vier ÖTV-Talente bei der Vergabe um die Medaillen mit: Miedler, Ofner, Grabher, Wolfgruber. Lucas Miedler zog in Klosters nach einem Freilos in Runde 1 und einem kampflosen Erfolg (6:0, ret.) in der zweiten Runde mit seinem 6:4, 6:1-Sieg gegen den Bulgaren Velislav Cholakov problemlos ins Achtelfinale ein. "Lucas war gegen diesen Linkshänder zu Beginn zwar mit einem Break hinten", berichtet ÖTV-Headcoach Michiel Schapers aus Klosters. "Danach hat er seine Taktik geändert und ziemlich glatt gewonnen." Sebastian Ofner hatte gegen Tim Sandkaulen wesentlich härter zu kämpfen, konnte gegen den Deutschen aber letztendlich doch als 6:7, 6:2, 7:6-Sieger vom Platz gehen. Wie hart umkämpft diese Partie war, "hat ein Game beim Stand von 1:1 im zweiten Satz, das über zwanzig Minuten gedauert hat, bewiesen", so Schapers. Im dritten Satz musste er beim Stand von 5:6 einen Matchball abwehren. "Mit einem Inside-out-Stopp von ganz weit hinter der Linie und dazu auch noch mit Netzberührung" (Schapers). Im Mädchenbewerb ließ Julia Graber in der zweiten Runde Kajsa Rinaldo Persson (SWE) keine Chance - 6:1, 6:0. Jasmin Buchta musste sich hingegen Julia Terziyska (BUL) 2:6, 1:6 geschlagen geben. Insbesondere für Lucas Miedler ist Klosters ein Ort behaftet mit zahlreichen "goldigen" Erinnerungen: Im Vorjahr hatte er bei der u18-EM sein bereits zweites EM-Gold gewonnen. Nach dem Gewinn der u16-EM im Jahr 2012 (Einzel) besiegte er 2013 mit Partner Filippo Baldi im Endspiel der u18-EM die Russen Karen Kachanov / Daniil Medvedev mit 6:3, 4:6, 10:5. Heuer geht Miedler mit Trainings- und Südstadt-Partner Sebastian Ofner im Doppel an den Start.

Gut gekämpft, trotzdem verloren
Pilsen1Bei der u14-EM im tschechischen Pilsen gelang mit Elena Griessner und Sandro Kopp zwei ÖTV-Talenten der Sprung in die zweite Runde. "Elena zeigte in ihrem Erstrundenspiel, dass sie eine große Kämpferin ist", so ÖTV-Betreuer Walter Grobbauer. "Sie begann gegen die Schwedin Ferding etwas nervös und machte dadurch vor allem im ersten Satz noch zu viele unerzwungene Fehler im Spielaufbau. In Satz 2 und 3 lief es dann um einiges besser, sie fand sie zu ihrem gewohnten druckvollen Spiel und gewann diese Sätze klar mit 6:1 und 6:2. Bei den Burschen gewann Sandro Kopp mit einer soliden Leistung gegen einen Spieler aus Litauen mit 6:4 und 6:1. Er hatte seinen Gegner steht's fest im Griff und dominierte seinen Gegner mit seinem variantenreichen Spiel." Am zweiten Tag kam sowohl für Griessner als auch für Kopp allerdings das Aus. Grießner traf in der zweiten Runde auf die an Nummer 14 gesetze Britin Francesca Jones aus Großbritannien, der sie mit 2:6 und 3:6 unterlag. "Auch in diesem Match zeigte sie wieder großen kämpferischen Einsatz und spielte vor allem auf ihrer Rückhand einige schöne Punkte heraus. Der Spielverlauf war sehr eng und Elena hat gezeigt, dass sie auch mit den Top-Spielerinnen aus Europa durchaus mithalten kann. Für Sandro Kopp gab es gegen an den an Nummer 13 gesetzen Tschechen Tomas Machac nichts zu holen, und er verlor glatt in zwei Sätzen mit 1:6 und 0:6. Der wieselflinke Tscheche bereitete Sandro mit seinem druckvollen Spiel vor allem auf der Vorhand große Probleme und agierte über zwei Sätze nahezu fehlerfrei" (Grobbauer).

Christina Wolfgruber in Runde 3, Haim & Antonitsch scheiden aus
Bei der u16-EM in Moskau erreichte mit Matthias Haim, Mira Antonitsch und Christina Wolfgruber ein Großteil des von ÖTV-Trainer Andreas Fasching betreuten ÖTV-Teams die dritte Runde. Sowohl Antonitsch als auch Wolfgruber waren zum Auftakt in den "Genuss" eines Freiloses gekommen. Während Antonitsch bei ihrer ersten Partie hart kämpfen musste (6:4, 2:6, 6:4 gegen Valeria Gorlats), zog Wolfgruber mit ihrem 6:2, 6:2 gegen Nikita Liebkind rasant in die dritte Runde ein. Österreichs u18-Meister Matthias Haim musste in Runde 1 zuerst den Polen Piotr Smietana mit 6:3, 2:6, 6:1 überwinden, ehe er mit seinem 6:3, 6:4 gegen den an Nummer 15 gesetzten Letten Tomas Vaise in die dritte Runde einziehen konnte. Dort präsentierte sich insbesondere Christina Wolfgruber in absoluter Topform, indem sie die Deutsche Anna Gabric mit 7:6(5), 1:6, 7:6(3) in die Knie zwang. "Das war ein absolut verdienter Sieg", bilanzierte Andreas Fasching unmittelbar nach dem Match, "da sie das taktische Konzept sehr gut umgesetzt hat, obwohl sie im zweiten Satz einen kleinen Hänger gehabt hat. Der erste und der dritte Satz waren spielerisch auf einem sehr hohen Niveau. Für Antonitsch (2:6, 2:6 gegen Dalma Galfi / HUN) und Haim (4:6, 1:6 gegen Kenneth Raisma / EST) kam hingegen das Aus. "Mira hat gegen eine der Mitfavoritinnen auf den Titel verloren", so Fasching. "Sie hat heute allerdings nicht ihr bestes Tennis gezeigt." Haim hatte in seiner Partie bereits einen kleinen Schritt in Richtung Sieg gemacht, "da er früh mit einem Break geführt hat. Er hat allerdings rasch ein Rebreak bekommen und im zweiten Satz keine Chance mehr gehabt. Mit Raisma hat er allerdings gegen einen Spieler verloren, der bei der Vergabe der Medaillen sicherlich noch ein Wörtchen mitreden wird."


Die nächsten Herausforderungen für Österreichs Jung-Talente:

Tennis Europe Nations Challenge
24. - 27.7.: Rakovnik / CZE: Lukas Rohseano, Lukas Neumayer, Michael Frank, Mavie Österreicher, Anna Größ, Daniela Glanzer

European Summer Cup (u16)
30.7. -1.8., Trani / ITA: Gabriel Huber, Jakob Aichhorn, Gregor Ramskogler
30.7. - 1.8., Rakovnik / CZE: Christina Wolfgruber, Anna-Lena Neuwirth, Victoria Walter

European Summer Cup (u18)
30.7. - 1.8., Westendorf / AUT: Lukas Miedler, Sebastian Ofner, David Pichler


Links:
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