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ATP

Jürgen Melzer muss sich dem Größten beugen

Der Österreicher (links) bot Roger Federer einen harten Kampf, verlor aber in vier Sätzen. Auch Bruder Gerald schied bei den Australian Open in Runde 1 aus, er vergab einen Matchball.

©GEPA
Das Kräftemessen zweier 35-jähriger Langzeit-Verletzten war mit Spannnung erwartet worden in der Rod-Laver-Arena, schließlich konnte sich Roger Federer, der seit Juli 2016 auf der großen Tour gefehlt hatte, gegen Jürgen Melzer durchsetzen. Der Deutsch-Wagramer lieferte dem 17-fachen Sieger bei Grand-Slam-Turnieren allerdings ein gutes Match, ehe er nach 2:05 Stunden mit 5:7, 6:3, 2:6, 2:6 den Kürzeren zog. Beide Routiniers begingen zahlreiche Eigenfehler. Melzer anerkannte die bessere Leistung des Schweizers „Ich habe einen sehr, sehr guten zweiten Satz gespielt, aber was er heute serviert hat, war von einem anderen Stern.“ In Zahlen: 19 Asse. „Er war schon Minimum eine Klasse besser. Ich habe gut gespielt, aber ich kann es im Moment nicht besser. Er kann halt dann immer noch zulegen können, das macht dann den Unterschied aus.“ Melzer bleibt natürlich in Australien, im Doppel trifft er mit dem Pakistani Aisam-ul-Haq Qureshi auf seinen Freund Alex Peya, der mit dem Kroaten Mate Pavic antritt. „Gegen Alex zu spielen, ist für mich so, als ob ich gegen meinen Bruder spiele. Wobei: Das wäre vielleicht sogar noch viel schlimmer.“ Besagter Bruder Gerald hat den ersten Sieg im Hauptbewerb eines Grand-Slam-Turniers hauchdünn verpasst. Der 26-Jährige (ATP 87) verlor in der ersten Runde der Australian Open gegen den 17-jährigen Lokalmatador Alex De Minaur (ATP 301), der mit einer Wildcard in den 128er-Raster gekommen war, nach 3:42 Stunden mit 7:5, 3:6, 6:2, 6:7 (2), 1:6. Besonders bitter: Dem Daviscupper aus Österreich fehlte nur ein Punkt zum Sieg, bei 5:4 im vierten Satz wehrte De Minaur, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird, mit einem Service-Winner einen Matchball ab. Im Tiebreak war Melzer chancenlos, ebenso im entscheidenden Durchgang.Somit ist aus österreichischer Sicht Dominic Thiem das einzige Einzel-Feuer, der als Nummer 8 gesetzte Niederösterreicher trifft in Runde 1 auf den Deutschen Jan-Lennard Struff (ATP 56).

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