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Kids & Jugend

ITF Wien: Gasparovic aus der Quarantäne zweimal ins Finale

Die junge Niederösterreicherin war beim ITF-U18-Jugendturnier am Colony Club der größte rot-weiß-rote Lichtblick.

Claudia Gasparovic ©GEPA pictures/ Johannes Friedl | GEPA pictures/ Johannes Friedl

Bei recht kühlen Außentemperaturen von nur rund zehn Grad sind die wieninvest GROUP Junior Open powered by Zepter & WTV am Colony Club im 14. Wiener Gemeindebezirk an diesem Samstag nunmehr zu Ende gegangen, und zwar mit rot-weiß-roter Beteiligung in beiden Endspielen bei den Mädchen. Mit einem Heimerfolg hat es hierbei allerdings nicht geklappt: Claudia Gasparovic verlor sowohl im Einzel als auch im Doppel das Titelmatch bei dem heuer erstmalig ausgetragenen ITF-J5-Sandplatzturnier in Wien-Hütteldorf. Die siebtgesetzte Niederösterreicherin musste sich bei diesem U18-Event am Vormittag der neuntgereihten Slowakin Adela Gemzicka 4:6, 0:6 geschlagen geben – dies auch vor den Augen der Ex-Weltranglisten-40. Barbara Schwartz, mit der sie bis vor wenigen Monaten noch trainiert hatte (und aber weiterhin einen sehr guten Kontakt pflegt). Am Freitag am Nachmittag hatte die 17-jährige heimische Nachwuchshoffnung bereits im Doppelfinale, zusammen mit der Russin Ekaterina Perelygina an eins gesetzt, gegen Gemzicka und die Ukrainerin Yana Mykytyn mit 4:6, 5:7 den Kürzeren gezogen.

Tomas Zlatohlavek, Pavel Lagutin ©Colony Club

Nebst Gasparovic hatte es bei den Mädels nur Lilli Tagger mit zwei Matchsiegen – einem davon gegen die Nummer acht des Turniers – wenigstens bis ins Achtelfinale geschafft. Dort war aber auch für die erst 14-jährige Osttirolerin, die vergangene Woche in Güssing überraschend ihren Premierentitel auf der ITF-Jugend-Tour geholt hatte, Endstation. Im Doppel war Gasparovic aus rot-weiß-roter Sicht ab dem Semifinale dann ebenfalls allein auf weiter Flur. Bei den Burschen sicherte sich indes Tomas Zlatohlavek das Double. Der großgewachsene Tscheche gewann im Einzelfinale gegen den Russen Pavel Lagutin klar mit 6:2, 6:3 und schon am Freitag den Doppelbewerb mit seinem Landsmann Jakub Vrba gegen die Slowenen Tristan Flander und Nikola Puntaric mit 6:3, 6:1. Im Single lagen drei Österreicher bis zum Achtelfinale noch gut im Rennen. Dort scheiterte jedoch schließlich Lokalmatador Janis Graski, der Sohn von WTV-Vizepräsident und Anlagenchef Johannes Graski, genauso am späteren Gewinner Zlatohlavek (3:6, 2:6) wie im Viertelfinale Manuel Lazic (6:7, 2:6). Der drittgesetzte Patrick Jozwicki wurde im Achtelfinale gestoppt – und im Doppel kam einzig Syl Gaxherri mit Lazic ins Viertel- und letztlich bis ins Halbfinale.

Gasparovic wollte Turnier Corona-bedingt auslassen

Adela Gemzicka, Claudia Gasparovic ©Colony Club

Der rot-weiß-rote Lichtblick war jedoch trotz der Finalniederlagen zweifellos Gasparovic. Vor dreieinhalb Wochen hatte sich die in Baden geborene und in Traiskirchen wohnhafte Südniederösterreicherin in Güssing zu der Österreichischen U18-Hallenmeisterin gekürt, nun sorgte sie auch auf internationaler Ebene für Aufsehen. Dabei waren die Vorzeichen alles andere denn gut gewesen: „Ich hatte Corona und bin erst letzten Mittwoch aus der Quarantäne rausgekommen. Ich habe vor dem Turnier nur dreimal trainieren können und bin also nicht mit allzu vielen Erwartungen reingegangen und bin deshalb mit der Woche umso mehr sehr zufrieden, auch wenn ich natürlich gerne gewonnen hätte“, erzählte sie im Gespräch mit oetv.at. ÖTV-Beachtennis-Referent Martin Schmidt, bei dem Gasparovic seit Herbst trainiert, präzisierte: „Eigentlich war’s der Plan, dass sie wegen Corona nicht beim Turnier antritt. Aber am Samstag hat sie dann so gut trainiert und sich gut gefühlt, daher wollte sie es unbedingt spielen. Sie meinte scherzhaft, sie hat eh noch keinen ITF-Titel, worauf ich noch sehr schmunzeln musste.“ Tatsächlich fehlte dazu letztlich jedoch nicht viel: „Sie ist nach der ersten Runde immer besser ins Turnier hineingekommen.“

Schmidt war „vor allem von ihrem Auftritt her sehr zufrieden, da geht’s nicht nur um das Spielerische. Denn sie muss lernen, jeden Punkt zu spielen, zu kämpfen und sich nicht zu sehr zu ärgern, wenn sie einen Fehler macht, sich sofort wieder auf den nächsten Punkt vorbereiten. Diese Dinge haben – außer in der dritten Runde – diesmal großteils sehr gut funktioniert.“ Im Titelmatch fühlte sich Gasparovic dann allerdings „sehr nervös. Ich war schon mal bei einem internationalen Turnier im Finale, da konnte ich es mir damals auch nicht holen. Ich wollte es diesmal unbedingt und vielleicht dann etwas zu sehr.“ Schmidt sah im Finale „eine bittere Niederlage, es ist leider nichts gegangen. Sie schafft es noch nicht, sich dann mehr zu bewegen, den Matchplan zu ändern, wenn’s mal nicht läuft. Sie hat zwar gekämpft, aber es ist nicht aufgegangen. Das muss man abhaken – und weiter hart arbeiten.“ Baustellen gäbe es noch genug: „Körperlich und von ihrer Spielanlage her gibt’s noch einiges zu verbessern. Beim Vollieren und bei der Rückhand ist sie noch nicht stabil genug, mit dem Rückhand-Slice könnte sie auch mal mehr Variation hineinbringen. Und an ihrer Bewegung beim ersten Aufschlag müssen wir ebenso arbeiten. Der ist noch keine Waffe, obwohl sie technisch und von der Hand her das Potential zu einer hätte.“

„Richtig gute Arbeit“ – im ÖTV und am Colony Club

©Colony Club

Derzeit macht Gasparovic in der Jugend-Weltrangliste noch keine Riesensprünge, da sie wenige internationale Turniere bestreitet – „bloß das, was für mich in der Umgebung ist. Ich gehe in ein normales Gymnasium und würde dort im nächsten Jahr dann maturieren. Wenn ich das erledigt habe, werde ich sicher viel mehr spielen als jetzt. Es lässt sich im Moment halt noch nicht allzu gut kombinieren.“ Nach der Schule will sie ihre Träume und Wünsche weiterverfolgen: „Die hat jeder. Ich will auf jeden Fall mal Grand-Slam-Turniere spielen, sicher auf der WTA-Tour ganz vorn mitspielen.“ Trainer Schmidt weiß: „Bei ihr ist es ein bisschen anders als bei anderen, sie wird erst nach der Matura dann so richtig ins Damentennis starten.“ Welche Chancen er ihr dabei denn gibt? „Vom Talent her gebe ich ihr, wie man beim Pokern sagen würde, lauter Asse. Aber der Punkt ist: Das ist vor allem harte Arbeit, da geht’s nicht um Talent.“ Den Sprung nach oben hofft man auch in einem gemeinsamen Weg mit dem ÖTV zu bestreiten, „wenn man eine größere Trainingsgruppe unterstützt und fördert, wie’s jetzt step by step der Fall ist, und die jungen Spielerinnen dort vorantreibt. Der ÖTV ist jetzt spitzenmäßig besetzt, mit einem Jürgen Melzer, Lukas Jastraunig, Manuel Hochegger, einer Stephanie Hirsch. Die machen richtig gute Arbeit.“

Richtig gute Arbeit hat man dieser Tage auch wieder einmal beim Colony Club geleistet, wo die ITF-Jugend-Turnierpremiere reibungslos über die Bühne ging. WTV-Vizepräsident und Anlagenbetreiber Johannes Graski freute sich über eine gelungene Woche. „Und ich möchte mich sehr herzlich bei allen Sponsoren bedanken, die ungemein wichtig sind: der wieninvest GROUP, Zepter, Oral B, Kronehit oder der WestWood Kunststofftechnik GmbH. Ohne solche Sponsoren ginge eine solche Veranstaltung nicht.“ Nach dem Turnier ist am Colony Club übrigens zugleich auch schon wieder vor dem Turnier. Denn zwei Tage nach dem Finaltag des ITF-Jugendturniers beginnt an der Helene-Odilon-Gasse 10 am Montag sogleich das zweite Event der ÖTV Challenge Series 2022 powered by wieninvest GROUP und WTV. Das ÖTV-Kat.-1-Event für Damen und Herren ist mit gesamt stolzen 7200 Euro Preisgeld dotiert und also eines der absolut wichtigsten nationalen Turniere, gleich nach den Österreichischen Staatsmeisterschaften. Zudem gibt’s dabei wieder tolle Preise wie hochwertige Oral-B-Zahnbürsten der neuen iO-Series zu gewinnen. Die Veranstaltung ist bis nächsten Freitag eingeplant.

Hier alle Ergebnisse vom ITF-Jugendturnier in Wien.

Hier alle Ergebnisse und Auslosungen vom 2. Event der ÖTV Challenge Series powered by wieninvest GROUP und WTV in Wien.

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