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ITF-Tour: Neumayer holt in Madrid den größten Titel in seiner jungen Karriere

Und das ohne Satzverlust. Zudem triumphiert David Pichler beim ITF-M15-Turnier in Casablanca im Doppel.

Lukas Neumayer © | GEPA pictures/ Patrick Steiner

Nach drei ATP-Challenger-Auftaktniederlagen in Serie ist Lukas Neumayer letzte Woche eine Ebene tiefer auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Und zwar auf beeindruckende Art und Weise: Der 20-Jährige hat beim ITF-M25-Hartplatzevent in Madrid ohne Satzverlust den bis dato größten Titel in seiner noch so jungen Karriere erobert. Es ist der dritte der großen ÖTV-Nachwuchshoffnung bei den Herren in der bisherigen Laufbahn und zugleich in dieser Saison, nach zwei ITF-M15-Events in Antalya Mitte Februar und Anfang März.

Neumayer hatte bereits Ende Juni in Klosters, in seinem vierten ITF-M25-Halbfinale, den ersten Finaleinzug auf diesem Turnierniveau geschafft, dieses Mal klappte es jetzt auch mit dem Pokalgewinn. Dabei ließ er im gesamten Turnierverlauf keine wirklichen Zweifel aufkommen: Nach dem 7:6 (2), 6:3 über den US-Qualifikanten Jean Baptiste Badon (ATP -) und dem 7:5, 6:3 über den bolivianischen Qualifikanten Luis Diego Chavez Villalpando (ATP -) gestaltete der zweitgesetzte Salzburger (ATP 333) die weiteren Aufgaben sogar noch deutlicher: mit einem 6:1, 6:3 gegen den Russen Svyatoslav Gulin (ATP 827), einem 6:1, 6:2 über den drittgereihten Spanier Alberto Barroso Campos (ATP 403) sowie einem 6:4, 6:1 gegen den topgesetzten US-Amerikaner Nicolas Moreno de Alboran (ATP 306).

Neumayer erreicht schon jetzt ungefähr sein Saisonziel

„Die letzten ein, zwei Wochen waren sicher nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, darum bedeutet mir der Titel umso mehr“, bekannte Neumayer gegenüber dem ÖTV. „Ich habe leichte Rückenprobleme gehabt und war deswegen auch in der ersten Runde noch ein bisschen unsicher, aber es ist dann zum Glück viel besser geworden. Ich habe in den ersten drei Runden eigentlich nicht wirklich gut gespielt und mich größtenteils über den Kampf durchgesetzt, das Semifinale und Finale war dann jeweils sehr gut. Vor allem im Endspiel habe ich meistens mein bestes Tennis gespielt.“ Für den Schützling von Günter Bresnik und Gerald Kamitz erwies es sich gleichzeitig als guter Schachzug, durch einen Schritt zurück, von der Challenger-Ebene ausgehend, wieder einen Schritt nach vorne zu machen: „Mit Sicherheit! Mir ist’s wichtig, viele Matches zu spielen, um mein Spiel weiter zu verbessern, und das geht bei den Futures perfekt.“

Links Finalist Nicolas Moreno de Alboran, rechts Turniersieger Lukas Neumayer. ©zVg

Mit dem Titelgewinn könnte Neumayer sein Saisonziel, den Einzug unter die Top 300 der Welt, womöglich bereits Mitte September abhaken: Er wird sich in der Weltrangliste am nächsten Montag auf einen Platz um 300 einreihen. „Das jetzt schon erreicht zu haben, macht mich sehr stolz. Das nächste große Ziel sind jetzt die Australian Open“, verriet er. Um in Melbourne 2023 zum ersten Mal in einer Grand-Slam-Qualifikation aufzuschlagen, müsste er sein ATP-Ranking voraussichtlich noch um ein paar Dutzend Ränge drücken – eine Platzierung um 250 sollte hierfür im Normalfall reichen. Weiter geht’s für Neumayer in dieser Woche wieder eine Ebene höher: Beim ATP-125-Sandplatz-Challenger in Genua rutschte er als Alternate noch in den Hauptbewerb. Dort trifft er in der ersten Runde auf den achtgesetzten, italienischen Hausherrn Marco Cecchinato (ATP 147). „Ich habe jetzt schon öfter gegen Spieler dieser Klasse gespielt und weiß, dass ich das gewinnen kann“, zeigte er sich vor dem French-Open-Halbfinalisten von 2018 unerschrocken. Sebastian Ofner (ATP 197) hat in Genua ebenfalls einen Gesetzten gezogen: den sechstgereihten, argentinischen Linkshänder Federico Delbonis (ATP 113).

Jubiläumstitel für Pichler

Nach Neumayer erging es vergangene Woche auf ITF-Niveau eindeutig David Pichler am besten. Der Burgenländer (ATP 600) erreichte nach seinem vierten Saisonendspiel in der Woche davor beim nächsten ITF-M15-Sandplatzturnier in Casablanca diesmal immerhin das Halbfinale. Nach zwei Zweisatz-Siegen sowie einem Dreisatz-Erfolg musste sich der 26-Jährige erst dem topgereihten Franzosen Titouan Droguet (ATP 350) nach Kampf mit 0:6, 7:6 (6), 2:6 geschlagen geben. Im Doppelbewerb schnappte sich der Schützling von Stefan Hirn dafür mit dem Russen Daniil Golubev den bereits 40. ITF-Herren-Doppeltitel seiner Karriere. Und das auf recht kuriose Art und Weise: Nach einem 6:4, 4:6, 10:3 über die Italiener Federico Campana und Alessandro Ragazzi profitierten Golubev/Pichler gar von zwei Nichtantritten in Folge und zogen so ins Endspiel ein. Dort bezwangen sie dann die Argentinier Thiago Cigarran und Sean Hess ebenso im Match Tiebreak, und zwar mit 7:5, 3:6, 10:8. Für Pichler ist’s der sechste Doppeltitel der Saison, er wird sein aktuelles Career High von Platz 242 dadurch weiter verbessern.

Hier alle Ergebnisse des ITF-M25-Turniers in Madrid.

Hier alle Ergebnisse und Auslosungen des ATP-125-Challengers in Genua.

Hier alle Ergebnisse des ITF-M15-Turniers in Casablanca.

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