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ITF Pörtschach: Überzeugende Kraus kämpft um nächsten W25-Heimerfolg

Die ÖTV-Zukunftshoffnung schafft erneut bei einem internationalen Damenturnier in Kärnten den Finaleinzug.

Sinja Kraus ©GEPA pictures/ Walter Luger

Die Turnierserie Carinthian Ladies Lake’s Trophy könnte einen aus rot-weiß-roter Sicht perfekten Abschluss erleben. Denn mit Sinja Kraus hat die einzige heimische Hoffnung, die beim vierten und letzten Halt in Pörtschach über das Achtelfinale hinausgekommen war, ihre Titelchancen eindrucksvoll gewahrt und nunmehr sogar das Endspiel erreicht. Die fünftgereihte Wienerin ließ sich im Semifinale auch von der Russin Victoria Kan nicht stoppen und setzte sich sehr souverän mit 6:4, 6:2 durch. Nach ihrem ersten Turniersieg bei einem ITF-W25-Event vor knapp einem Monat in Warmbad Villach hat die 20-Jährige damit erneut in der Heimat die Möglichkeit auf einen zweiten Triumph auf dieser Ebene. Ihre dahingehend letzte Hürde ist die Serbin Ivana Jorovic, die in ihrer Vorschlussrunde die zweitgesetzte Argentinierin Paula Ormaechea nach 2:10-stündigem Kampf 7:5, 7:5 eliminierte. Das große Finale in der Werzer Arena ist am Sonntag für 11:00 Uhr geplant.

„Ich habe ganz gut geliefert“

Beide Finalistinnen haben mit lediglich einem Satzverlust das Titelmatch erreicht. Jener von Kraus war gleich der erste Durchgang in der ersten Runde gewesen: „Ich habe auch da schon ganz gut gespielt, auch gut angefangen, aber den Satz dann blöderweise noch verloren. Danach lief es wieder richtig gut, eigentlich nur in eine Richtung“, erzählte sie im Gespräch mit dem ÖTV. Im Achtelfinale hatte es ein Wiedersehen mit der Tschechin Michaela Bayerlova gegeben, gegen die sie in der Vorwoche knapp vorm Aus gestanden war und letztlich doch noch mit 4:6, 6:2, 7:5 gewonnen hatte. Diesmal war es eine weit klarere Angelegenheit gewesen: „Ich habe genau gewusst, wie ich gegen sie spielen soll – und das hat echt gut geklappt, da war ich sehr froh und zufrieden. Gestern und heute dann auch. Man kann sagen: Ich habe ganz gut geliefert“, lächelte die aktuelle Nummer 286 der Welt, die sich im Ranking auf einen weiteren Sprung nach vorne freuen darf.

Gegen ihre heutige Halbfinalgegnerin Kan hatte Kraus schon auf dem Weg zum Triumph in Warmbad Villach im Viertelfinale 6:4, 6:1 gewonnen. Bei der jetzigen Revanche gab es zwar ein ganz ähnliches Ergebnis, „es war diesmal jedoch auf jeden Fall schwieriger. Ich habe aber trotzdem sehr gut gespielt, einen genauen Plan gehabt. Und immer, wenn ich ihr diesen aufzwingen konnte, lief’s für mich richtig gut. Sie hat immer wieder versucht, mein Spiel durcheinanderzubringen, aber ich habe das dann eigentlich zumeist sehr gut gemanagt.“ Dabei hatte Kan zuvor gleichfalls ein starkes Turnier gespielt, in Runde eins Österreichs Nummer eins, die topgesetzte Julia Grabher, mit 6:3, 0:6, 6:1 bezwungen, im Achtelfinale auch Alina Michalitsch mit 6:0, 6:4. „Julia und mich kann man jedoch wenig vergleichen“, sagte Kraus, „vielleicht liegt ihr Julias Spielweise eher. Ich habe jedenfalls versucht, die Punkte stets sofort an mich zu reißen, und das hat so gut funktioniert.“

Kraus hat sich Respekt verschafft

Mit Jorovic wartet auf Kraus nunmehr eine ehemalige Top-100-Spielerin – und Neuland: „Ich kenne sie gar nicht. Ich habe ihre Matches hier ein bisschen verfolgt, davor habe ich sie noch nie gesehen.“ Die Ex-Jugend-Weltranglistenerste war im Juli 2019 bereits auf Platz 86 im WTA-Ranking zu finden. Kraus gibt sich dennoch gute Karten: „Ich denke, die Chancen stehen gut. Es ist eine offene Partie, würde ich sagen. Sie hat die Woche auch sehr gut gespielt. Wir werden sehen, wie’s läuft. Ich werde mir mit meinem Trainer noch einen Matchplan zurechtlegen, aber ich will trotzdem mehr auf mich selbst achten und auf das, was ich zu tun habe.“ Unabhängig vom Finalergebnis bleibt festzuhalten, dass sich Kraus, die in Pörtschach zugleich ihr sechstes Viertelfinale in Folge erreicht hatte, inzwischen auf mittlerer und höherer ITF-Turnierebene voll etabliert hat, dank konstant guter Leistungen: „Auf jeden Fall. Ich fühle mich sehr wohl. Ich habe bereits die letzten Wochen auch stets sehr gut gespielt und bin jetzt auch gut im Matchrhythmus drinnen. Und ich denke, dass die Spielerinnen jetzt sicherlich auch ein bisschen Respekt vor mir haben, weil sie sehen, dass ich seit vielen Wochen konstant stark drauf bin.“ Sicherlich keine schlechten Voraussetzungen für das Endspiel.

Die erste Titelentscheidung ist in Pörtschach indes am Samstagnachmittag gefallen. Im Doppelbewerb sicherte sich Kraus’ Einzel-Achtelfinalkontrahentin Bayerlova zusammen mit der Slowenin Tina Cvetkovic mit einem 6:3, 6:3 gegen die topgesetzten Caijsa Wilda Hennemann (Schweden) und Martyna Kubka (Polen) den Turniersieg. Die viertgesetzten Bayerlova/Cvetkovic hatten am Freitag im Semifinale zuvor Kraus und deren Billie-Jean-King-Cup-Teamkollegin Melanie Klaffner hauchdünn 2:6, 6:4 und 10:8 im Match Tiebreak aus dem Bewerb genommen.

Hier alle Ergebnisse des ITF-W25-Turniers in Pörtschach.

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