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INTERVIEW: ANDREAS HAIDER-MAURER - "EINMAL MIT DEM NADAL TRAINIEREN, DAS WÄR SCHON WAS!"

Gestartet war er in die Saison als Nummer 196, beenden wird er das Jahr im unmittelbaren Umfeld der Top 100. Andreas Haider-Maurer (Bild), Aufsteiger des Jahres, über Geldanlagenschulung in London, sein Basistraining in der Südstadt und was Rafael Nadal und Hermann Maier vereint.

 
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"Ich spür die Saison in den Knochen"
(25.11.2010)

Was steht derzeit bei dir am Programm? Noch die Regeneration nach dieser Saison oder bereits der Aufbau auf 2011?
Noch bin ich in der Regeneration. Ich hab jetzt eine Woche nach Salzburg keinen Schläger mehr in die Hand genommen. Am Sonntag geht's dann nach London zur ATP Academy. Erst, wenn ich dann am Donnerstag wieder zurückkomme, geht's mit dem Aufbau richtig los. Ich werde dann für eine Woche nach Wien zu meinem Konditionstrainer fahren, danach bin ich wieder in Innsbruck, um bis 28. Dezember zehn Tage lang zu trainieren und dann geht's zum ersten Turnier 2011 nach Chennai.

Was wird dich bei der ATP Academy erwarten?
Jene Spieler, die in diesem Jahr unter die Top 150 im Einzel gekommen sind oder im Doppel zu den besten 100 zählen, bekommen bei der Academy Vorträge zu verschiedenen Themen zu hören. Darunter u. a. Geldanlage, Wetten, Interviewtraining. Ein bissl ist das für jeden Spieler mühsam, da dadurch vier Tage verloren gehen und man unter'm Strich nicht allzuviel dazulernt. Das Meiste davon hat man durch sein alltägliches Leben ohnehin schon verinnerlicht. Die Teilnahme ist aber verpflichtend und ich hab mir aussuchen können, ob ich jetzt nach London fliege oder im Mai nach Florida. Natürlich mach ich's jetzt viel lieber in London, dann hab ich's hinter mir.

Du hast die bislang beste Saison deiner Karriere hinter dir. Wie müde und ausgelaugt bist du jetzt eigentlich?
Ich spür die Saison schon in den Knochen. Es ist v. a. das ganze Rundum-Programm - die Vorbereitung aufs Match, das Anreisen zum nächsten Turnier usw. - was mich in den letzten Wochen ein bissl müde gemacht hat. Deshalb hab ich ja das Turnier in Helsinki ausgelassen, weil ich gemerkt habe, dass mir der Arm schon ziemlich weh tut. Man wird durch diesen Stress auch verletzungsanfälliger, und dieses Risiko wollte ich jetzt am Ende der Saison nicht mehr eingehen.

Zum Rundum-Programm gehören auch die Interviews, die nach deinem Finale in der Stadthalle nicht gerade weniger geworden sind. Eine neue Erfahrung für dich, so plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen?
Also das find ich nicht einmal so schlimm. Man hat letztendlich ja auch was davon. Wenn man keine Interviews gibt, dann bist du nicht in der Öffentlichkeit und damit auch nicht für potentielle Sponsoren von Interesse. Es gleicht sich alles also aus.

Du warst von 2003 bis 2008 im Leistungszentrum Südstadt. Eine Zeit, auf die du gerne zurückblickst?
Ja. Ich habe in dieser Zeit viel dazu gelernt. Für meine Entwicklung - auch zu dem Punkt, wo ich jetzt gerade stehe - hat es mir einiges gebracht. Vor zwei Jahren musste ich mich aber dazu entscheiden, den privaten Weg zu gehen, weil eine 1:1-Betreuung doch rascher zum Erfolg führt. Das wäre in einer Südstadt-Gruppe, wo ein Trainer mehrere Spieler betreut, schwierig gewesen.

Als Trainingspartner in der Südstadt sind dir damals Spieler wie Martin Fischer, Philipp Oswald, manchmal auch Julian Knowle oder Jürgen Melzer zur "Verfügung" gestanden ...
... nicht immer! Mit einem Koubek oder einem Melzer hab ich damals nicht allzuoft trainiert. Die Haupttrainingspartner waren die Spieler aus "meiner" Gruppe wie eben z. B. Martin Fischer. Seit ich in Innsbruck bin, hat sich an der Qualität der Trainingspartner gar nix geändert. Jetzt hab ich einen Ager, einen Sandbichler, einen Eitzinger, einen Schießling. Rundum alles super Trainingspartner, wo der eine oder andere immer wieder vor Ort ist.

Was für ein Typ Mensch ist eigentlich dein Trainer Karel Van Wyk? Einer, der dich in den Allerwertesten tritt oder doch einer, der mehr auf der sensiblen Seite beheimatet ist?
Er ist schon einer, der mir in den A... tritt, wenn's aus seiner Sicht nötig ist. Er ist hart, wenn es um die Sache geht, aber herzlich, wenn es um dich als Mensch geht. Man könnte also sagen: Hart, aber herzlich. Er hört mir zu, wenn ich etwas brauche. Es ist nicht er, der alles bestimmt, sondern wir besprechen alles gemeinsam. Meine Meinung hat in dieser "Partnerschaft" den gleichen Wert wie seine eigene. Besser hätte ich's mit ihm gar nicht treffen können.

Woran müsst ihr in der Vorbereitungszeit auf 2011 noch arbeiten, um auch in der kommenden Saison ähnliche Erfolge zu erzielen wie heuer?
Wir haben das letzte halbe Jahr sehr gut gearbeitet. Jetzt geht es darum, gewisse Feinheiten herauszufeilen. Dazu zählt u. a. der Return. Das Endergebnis sollte sein, dass das ganze Spiel konstanter wird.

Was ist 2011 für dich möglich? In der ersten Saisonhälfte hast du ja nicht all zuviele Punkte zu verteidigen.
Das erste halbe Jahr hab ich 2010 tatsächlich nur wenige Punkte gemacht. Mit Blick auf die kommende Saison ist das sehr positiv. Mein Ziel ist aber nicht, die Top 100 mit Kampf und Krampf zu erreichen. Viel wichtiger wäre, mir einen solchen Level anzueignen, dass ich mich auf längere Zeit unter den ersten hundert halten kann. Der nächste Schritt wäre dann der in Richtung Top 50. Ich will also unbedingt langfristig denken und nicht kurzfristig ein Ziel erreichen, das dann vielleicht schon nach ein paar Wochen wieder in der Luft verpufft.

Wenn du es dir aussuchen könntest, mit welchem internationalen Spitzenspieler würdest du gerne trainieren?
Rafael Nadal. Das wär schon was!

Warum ausgerechnet er?
Weil er einer dieser Typen ist, die nicht nur einen besonderen Ehrgeiz haben, sondern dieses Gefühl auch nach außen tragen und jeden daran teilhaben lassen. Solche Persönlichkeiten wie es im Skifahren der Hermann Maier war, gibt es nur selten. Das sind Typen, die mich begeistern. Deshalb schau ich mir ein Match vom Nadal viel lieber an als eines vom Federer.

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