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IM ÖSTERREICHISCHEN ROLLSTUHLTENNIS IST SO EINIGES AM LAUFEN!

Die kürzlich auf der Anlage des Tennis Point Fontana in Oberwaltersdorf abgehaltenen Österreichischen Staatsmeisterschaften gaben einen guten Einblick, wie rasant und dynamisch sich diese Sportart in Österreich entwickelt.

Neben den tollen, sportlichen Erfolgen der Athleten rund um Österreichs Aushängeschild Martin Legner (Nummer 6 der Welt) wird im Hintergrund vom Rollstuhlreferenten des ÖTV Bernhard Kühtreiber, vom Referenten des ÖBSV Harald Pfundner, der selbst aktiver Kaderspieler ist, und vom Kontoführer Sandro Lamprecht laufend für bestmögliche Strukturen und Unterstützung der Athleten gesorgt.

Für Nachwuchs sorgen zwei Vorzeigeprojekte: Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem RZ Weißer Hof in Klosterneuburg und dem RZ Tobelbad bei Graz wird verunfallten Menschen mit dem Sport Rollstuhltennis die Möglichkeit geboten eine neue Motivation zu finden. Pionierarbeit leistete dabei Mag. Michael Wöhrer, der gemeinsam mit Karin Tesar, der Tochter des Fed-Cup Captains Alfred Tesar, beim Weißen Hof direkt an der „Quelle“ arbeitet. Davon konnte sich auch der damalige NÖTV Präsident Johannes Coreth bei einem von Alexander Antonitsch, der die Patronanz über den Rehabsport übernommen hat und Martin Legner geleitetem Workshop überzeugen und meinte begeistert: „Was braucht ihr alles?“ In weiterer Folge hat der Landesverband Mittel zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Aus diesen beiden Projekten kamen alleine im letzten Jahr 6 Topspieler in Niederösterreich, sowie 5 Topspieler und vier Nachwuchstalente in der Steiermark hervor.

Mittlerweile werden den Topspielern auch die teuren Rollstühle zur Verfügung gestellt. „Mit diesen Maßnahmen haben wir absolut das Potential eine Rollstuhltennis-Hochburg in Europa zu werden, denn trotz des vergleichsweise geringen Budgets hat Österreich beim diesjährigen World Team Cup (Mannschaftsweltmeisterschaften, ähnlich dem Davis Cup) den vierten Platz geholt.

Dies ist natürlich nur mit der Unterstützung von sozial und sportlich engagierten Partnern möglich. Als erstes haben die NÖ-Versicherung und die BA-CA das Potential am Sponsoring im Rollstuhltennis erkannt. Dank dieser Vorreiterrolle konnten auch weitere Sponsoren wie Magna, Rado, Coloplast, Isospeed und natürlich das Tennis Point Fontana (Herzlichen Dank an Harry Diem) – die Hochburg des österreichischen Rollstuhltennis-Sports – begeistert werden. Der jüngste Erfolg ist der Einstieg der Novomatik AG mit Dr. Franz Wohlfahrt als Sponsor für Martin Legner und Österreichs größten Nachwuchstalenten Johanna Beyer und Thomas Frühwirt.

Für die SpielerInnen steht neben dem sportlichen Ehrgeiz auch das Teamleben im Vordergrund. Johanna Beier (Nummer 68 der Welt): “Ich habe vor ca. 2 ½ Jahren bei Karin Tesar im Weißen Hof angefangen und heuer schon einige schwierige Gegner geschlagen. Im Dezember habe ich in Prag sogar die Consultation gewonnen. Besonders schätze ich das Tourleben.“

Dem kann Henriett Koosz („Heni“), die erst vor zwei Wochen in der Schweiz das Halbfinale erreichte, nur beipflichten: „Bei uns gibt es kein Zickentum sondern es herrscht eine ehrliche Freundschaft im Team. Ich weiß, dass in mir noch mehr drinnen steckt, und das möchte ich voll ausnutzen.“

Auch, wenn noch etwas entfernt, bei den Paralympics in Peking 2008 möchten sich unsere Rollstuhlasse von der besten Seite präsentieren. Für dieses Ziel wird unser Team weiterhin von der ÖTV u12 Kadertrainerin und RTÖ Nationaltrainerin Susanne Graber mit leidenschaftlichem Einsatz unterstützt. Aber auch auf heimischem Boden ist die Turnierlandschaft bestens ausgestattet.

Seit über 10 Jahren wird das BA-CA Austrian Masters ausgetragen. Heuer kann dank der Unterstützung der Novomatik AG und der hohen Spieleranzahl auch erstmals ein Damenmasters veranstaltet werden.

Dazu kommen vier internationale Turniere (Groß Siegharts, Spittal an der Drau, Steyr und Salzburg), Staats- und Landesmeisterschaften und Exhibitions wie z.B. im Rahmen des ATP-Turniers in der Wiener Stadthalle. Österreich braucht den internationalen Vergleich nicht scheuen. In ganz Deutschland werden z.B. nur zwei internationale Turniere veranstaltet.

„Der Vorteil am Rollstuhltennis-Sport ist das Miteinander zwischen „Rolli und Geher“. Das ist auch in allen Vereinen total akzeptiert!“ bringt Harald Pfundner seinen Sport auf den Punkt und Bernhard Kühtreiber ergänzend: „Ich verstehe nicht, wie Zeitungen schreiben können, dass jemand an einen Rollstuhl gefesselt ist. Sollten sie jemanden sehen, der an einen Rollstuhl gefesselt ist, binden Sie ihn bitte los!“

tp

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