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WTA

"Ich will unbedingt unter die Top 100!"

Bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften ist sie an Nummer 1 gesetzt und mit ihrem 7:6, 6:3-Sieg über Christina Wolfgruber ins Viertelfinale eingezogen. Im ÖTV-Interview spricht Yvonne Neuwirth (Bild) über ihren (nach einer Verletzung) harten Weg zurück ins Damentennis, Männer als Sparringpartner und weshalb ein junger Hund, der sich über steile Steinstufen nach oben quält, ein Synonym für ihre Karriere ist.


Im August 2012 hast du in Pörtschach dein erstes WTA-Turnier gewonnen. Wie zufrieden bist du damit, wie es danach weitergegangen ist?

Nachdem ich danach mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, kann ich damit nicht wirklich zufrieden sein. Es wäre prinzipiell viel mehr drinnen gewesen. Noch dazu war ich nicht so tough im Kopf, habe viele Chancen nicht genutzt. Im Oktober 2013 hab ich mir dann beim 25.000-Dollar-Turnier in Herzlia im Achtelfinale gegen Yulia Beygelzimer einen Kahnbeinbruch zugezogen. Ich bin im dritten Satz beim Stand von 1:1 umgeknickt und voll auf die Hand gestürzt. Ich habe aber noch weiter gespielt und verloren. Im Spital hat man mir dann gesagt, dass es nur eine Prellung wäre. Also bin ich gleich zum nächsten Turnier nach Frankreich weitergeflogen und bin als Lucky Loser in den Hauptbewerb gekommen. Dort hab ich gegen Alexandra Dulgheru in der ersten Runde noch gewonnen, danach ist aber nichts mehr gegangen. Danach hab ich Pause machen müssen.

Ein Ergebnis, das deshalb umso mehr heraussticht, ist das Achtelfinale beim 50.000-Dollar-Turnier in Nantes im Oktober 2013.
Das war etwas, worüber ich mich noch heute sehr freue. Hut ab!

In Bad Gastein hättest du im Vorjahr beinahe die Qualifikation für ein großes WTA-Turnier geschafft, bist nur ganz knapp (6:7, 6:3, 3:6) an Michaela Honcova gescheitert. Was fehlt jetzt noch, damit du auch solche Hürden überspringst?
Ich muss ganz einfach viel ruhiger werden. Bei mir fehlt es derzeit noch im mentalen Bereich. Bei den Schlägen fehlt nicht allzuviel. Ich muss aber noch viel konstanter und ruhiger werden. Dann hab ich's!

Wie kann man diese Ruhe trainieren?
Wenn man weiß, dass man topfit ist, dann kommt das eigentlich von alleine. Und dann ist man auch nicht mehr so nervös. Ich arbeite sehr viel mit Flo Pernhaupt (ÖTV-Konditionstrainer; Anm.) zusammen, der mich während meiner Verletzungspause sehr gut unterstützt hat. Da ist  sehr viel weitergegangen. Dadurch bin ziemlich rasch wieder fit geworden. Jetzt muss ich das Ganze nur mehr am Platz auch umsetzen.

Mit welchen Sparringpartnern trainierst du die meiste Zeit?
Viel mit Burschen und Männern. Ich habe z. B. sehr viel mit Mario Kargl, mit Marco Prochazka oder Andreas Fasching gespielt. Ich trainiere aber auch oft mit Pia König. Auf der einen Seite ist das Männer-Training schon sehr gut, weil da der Ball doch mit einem ganz anderen Speed rüberkommt. Auf der anderen Seite ist es logischerweise gut, auch viel mit Mädchen oder Frauen zu trainieren, weil ich ja nun einmal auf der Damen-Tour unterwegs bin und Frauen ein komplett anderes Tennis als Männer spielen.

Auf deiner Facebook-Seite hast du vor kurzem das Startbild verändert: Es zeigt jetzt einen kleinen Hund, der sich über ein paar Steinstufen nach oben quält. Auf dem Bild steht auch noch der Text "Ich bin noch nicht dort, wo ich hin will. Aber ich bin am Weg." Wo willst du hin?
Das Bild ist für mich ein ganz großes Motivationsbild. Mein großes Ziel sind die Top 100 in der Weltrangliste. Das allergrößte Ziel sind aber die Top 50. Für heuer habe ich mir vorgenommen, dass ich die Top 200-Grenze knacke. Und wenn noch mehr rauskommen sollte, bin ich darüber natürlich auch glücklich.

Man hört von dir immer wieder, dass deine Trainerin Barbara Schwartz „der beste Coach überhaupt“ ist. Was unterscheidet sie von anderen Trainern?
Vor allem der menschliche Bereich. Sie ist auch außerhalb des Platzes ein extrem hilfsbereiter Mensch - egal, worum es gerade aktuell geht. Und im Training merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass sie von mir und für mich immer nur das Beste will. Sie kann extrem gut motivieren. Als ehemalige Top 50-Spielerin weiß sie ganz genau, wie es im Damentennis zugeht. Dafür bin ich ihr einfach nur dankbar.


Link:
Österreichische Hallenmeisterschaften (AK) | Website
Sämtliche Partien live auf www.tennistouch.net 

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