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"Ich habe Rafa immer Probleme bereitet"

Bei der ÖTV-Trainerfortbildung am Samstag verriet Startrainer Toni Nadal (Bild) einige seiner Geheimnisse bei der Arbeit mit seinem Neffen Rafael Nadal: "Er musste oft auf schlechten Plätzen oder mit schlechten Bällen spielen. Dadurch wurde vor allem sein Kopf trainiert, da er für diese Probleme Lösungen suchen und finden musste."


Bei der am Samstag im Hotel Böck (Brunn am Gebirge) sowie im Leistungszentrum Südstadt stattgefundenen ÖTV-Trainerfortbildung standen diesmal die Themen "Konzepte für den familienfreundlichen Tennisverein" (Referent: Detlev Kreysing) sowie "Arbeit mit der Nummer 1 der Welt" im Mittelpunkt des Interesses. Ca. 150 LizenztrainerInnen, darunter u. a. Thomas Strengberger, Walter Grobbauer, Alfred Tesar etc., waren der Einladung des ÖTV gefolgt und zeigten sich vor allem vom Vortrag und den anschließenden Trainingsübungen von Toni Nadal, Onkel und Trainer des aktuell besten Tennisspielers der Welt Rafael Nadal, begeistert. Dabei warf der 52-jährige Spanier hochinteressante Blicke hinter die Kulissen des Lebens und Trainings seines Neffen. "Als Rafael jung war, war er sehr aggressiv, hatte einen sehr guten Drive auf der Vorhand. Das Problem bei ihm war allerdings: Wir sind zu früh auf die ATP-Tour gegangen", so Toni Nadal. "Deshalb musste er immer gegen Spieler spielen, die besser waren als er und den Ball viel schneller geschlagen haben als er. Was haben wir also im Training gemacht? Ich habe ihm immer und immer wieder den Ball sehr weit vor seinen Körper gespielt oder geworfen, sodass er dem Ball ständig entgegen laufen musste."

Schlechte Bälle, schlechte Courts, guter Kopf
Eine weitere Trainingsstrategie war, "dass wir in so gut wie jedes Training Probleme eingebaut haben
: Er musste oft auf schlechten Plätzen oder mit schlechten Bällen spielen. Dadurch wurde vor allem sein Kopf trainiert, da er für diese Probleme Lösungen suchen und finden musste. Das wirkte sich u. a. auf seine Koordination und seine mentale Stärke aus." Die Auswirkungen, so Nadal, seien heute unübersehbar: "Ich glaube, dass er heute einer der mental stärksten Tennisspieler auf der Tour ist, der viele Bälle aus einer schlechten Stellung heraus spielt, aber dennoch den Punkt macht." Die Bilanz von ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel nach dieser Fortbildungsveranstaltung für heimische Trainer: "Auf der einen Seite gab es am Vormittag durch den Breitensport-Experten Detlev Kreysing wertvolle und äußerst strukturierte Informationen über die Strategien der Jugendarbeit in Tennisvereinen bzw. die Belebung von Vereinen. Auf anderen Seite konnte der ÖTV mit Toni Nadal einen Mann mit unglaublicher Ausstrahlung für diese Fortbildung gewinnen, der sowohl in Theorie als auch am Court in der Praxis einen Blick hinter die Kulissen der hochinteressanten, aber auch beinharten Arbeit mit einem der besten Tennisspieler der Welt geworfen hat."

  

 

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