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"Ich bin ein harter Coach ...

... und Rafa hat das manchmal satt." Die einzige Chance zu gewinnen? „Harte Arbeit und Intensität, unter welchen Umständen auch immer!“ Toni Nadal, Trainer seines Neffen Rafael Nadal, wird am 12. Oktober im Rahmen einer ÖTV-Trainerfortbildungsveranstaltung aus dem Nähkästchen plaudern. Im Vorfeld gibt es auf www.oetv.at die wichtigsten Quotes des Trainer-Stars!



 

Toni Nadal über ...

... den Alltag eines Weltstars: Er hat sich noch nie darüber beschwert, "nur" die Nummer 2 in der Weltrangliste zu sein, sondern ist damit glücklich, was er gerade hat. Ich habe schon immer versucht, ihm zu erklären, dass alles, was im Leben passiert, seine positiven und negativen Seiten hat. Feuert man zum Beispiel ein Gewehr ab, dann geht nicht bloß eine Kugel nach vorne weg, sondern man verspürt auch den Rückstoß in der Schulter. Logisch, dass der Druck größer wird, wenn man die Nummer 1 ist. Es ist aber auch diese Position, die dir den Kick gibt, weiterzumachen. Es gibt nicht viele Spieler, die dieses Gefühl kennen. 

... den Respekt des Spielers: Ich hätte es nie ertragen, wenn mein Neffe Starallüren entwickelt hätte. Ich würde Rafael niemals die Tasche mit seinen Schlägern tragen, das ist undenkbar. Ich sehe natürlich, dass andere das machen, aber das geht eigentlich nicht. 

... Spieler, die ihren Trainer beschimpfen: Ich würde aufstehen und gehen. 

... Rafaels knapp siebenmonatige Verletzungspause:
Rafa hat Erfahrung damit, Probleme anzunehmen. Natürlich ist es nicht einfach, immer geduldig zu sein. Aber er ist damit ziemlich gut fertig geworden. Leider wird er immer Schmerzen (linkes Knie; Anm.) spüren, wenn er Matches spielt und trainiert. Es ist nicht immer der gleiche Grad an Schmerz, aber es sind immer Schmerzen da. Er muss das akzeptieren, so schwierig das auch ist.

... die Beziehung zwischen Onkel und Neffe: Wir kommen sehr gut miteinander aus. Ich bin ein harter Coach und Rafa hat das manchmal satt. Aber er wusste immer, dass ich überzeugt bin, dass es ihm gut tut.

... das Training eines Weltstars: Wir haben schon immer auf die gleiche Weise trainiert. Und ich würde es nicht verstehen, das ändern zu müssen, bloß weil jemand erfolgreich ist. Er akzeptiert harte Arbeit und Intensität, unter welchen Umständen auch immer. Das ist seine einzige Chance zu gewinnen.

... ehrgeizige Eltern: Eltern stellen ihre Kinder zu sehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, heben sie auf ein Podest. Sie glauben dann schon, etwas Besonderes zu sein, ohne etwas Besonderes geleistet zu haben.

Toni Nadal_1


... die Bedeutung von Religion:
Zero. Ich glaube nicht daran. Ich habe ursprünglich Geschichte studiert: Religion hat ihre Wurzeln oft in der Unwissenheit der Menschen. Sobald Menschen einen Blitz oder etwas Ungewöhnliches sehen, sagen sie sofort: Das ist Magie! Sobald sich eine Gesellschaft aber weiterentwickelt und Technologie immer wichtiger wird, rückt für sie Religion automatisch in die zweite Reihe. Für mich persönlich ist es viel wichtiger, moralisch und ein guter Mensch zu sein. 

... seine und Rafaels Hobbies: Rafael liebt das Fischen sehr. Gemeinsam gehen wir oft Fussball und Golf spielen.

... den Ursprung seiner "Tennissucht": Es war 1972, als ich die Möglichkeit bekam, zum Masters nach Barcelona zu reisen. In diesem Jahr gewann Ilie Nastase, der dann zu meinem Idol wurde. Also begann ich im Tennisclub in Manacor (auf Mallorca; Anm.) zu spielen und bin jetzt schon seit 1974 dort Mitglied.

... die Wurzeln seiner Trainer-Karriere: Da mich Sport schon immer interessiert hat, habe ich die Ausbildung zum Tennistrainer abgeschlossen und habe danach als Trainer in Manacor gearbeitet. Unsere Tennisschule hat eine exzellente Qualität, ist eine der besten auf den Balearen. Rafa war einer unter vielen Jugendlichen, die dort trainiert haben. Das erste Mal habe ich mit ihm trainiert, als er 1990 als Vier-Jähriger mit dem Tennis begann. 1996 oder 1997 habe ich mich dann ausschließlich auf ihn konzentriert. Das war aber nicht deshalb, weil wir schon so früh entschieden hätten, aus ihm einen Profi zu machen. Die eigentliche Erklärung ist viel einfacher: Rafa hat sehr viele Turniere gespielt und brauchte daher jemanden, der ihn begleitet. Und Rafa's Dad wollte, dass ich diesen Job übernehme.

Toni_Nadal2

... seine Trainer-Philosophie: Will man mit einem Spieler in einer gesunden Art und Weise arbeiten, muss es der erste Schritt des Trainers sein, dem Spieler Eigenverantwortung zu geben. Meine Philosophie ist nicht, dem Spieler zu sagen: "Du MUSST den Ball unbedingt auf diese oder jene Art schlagen, weil das nur der einzige Weg ist, das zu tun!" Das ist falsch! Statt dessen müssen die Spieler das Spiel erst einmal verstehen - deshalb findet der erste Schritt im mentalen Bereich statt.

... ungewöhnliche Trainingsmethoden: Den Aufschlag haben wir Rafael zu Beginn mit der linken und der rechten Hand trainieren lassen. Er konnte beides nicht. Ich war so zu Rafael, weil er ein besonderer Junge war, ein sehr folgsamer Schüler.

... Real Madrid-Fan Rafael Nadal: Er weiß ganz viel über Tennis. Nur vom Fussball hat er keine Ahnung (Toni Nadal ist FC Barcelona-Fan; Anm.).

... Toni Nadal als Federer-Trainer: Würde ich mit Roger Federer trainieren, würde ich mich bei ihm vor allem auf die technische Arbeit konzentrieren, da sein Spiel sehr von Technik abhängt und das etwas ist, dass man erhalten muss. Federer ist nicht der Spieler, mit dem man den ganzen Tag über Fußarbeit machen könnte.

... seine Trainer-Karriere nach Rafas Karriereende: Ich hoffe, er spielt noch ein paar Jahre und kann an den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien teilnehmen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ich - sobald er einmal zurückgetreten ist - noch einmal einen Spieler wie ihn trainieren könnte. Das wäre für mich sehr schwierig. Ich glaube, dass ich mich danach wieder auf das Training Jugendlicher konzentrieren würde.



 


TRAINERFORTBILDUNG - ECKDATEN 

Datum: Samstag, 12. Oktober,  9:30 bis 17:00 Uhr 

Ort: Theorie: Hotel Böck, Wiener Straße 196, 2345 Brunn am Gebirge 

Praxis:
 BSFZ Südstadt, Liese Prokop Platz 1, 2344 Maria Enzersdorf 

Vortragende: Toni Nadal (Spitzensport), Detlev Kreysing (Breitensport) 

Teilnahmegebühr inkl. Mittagessen: € 150.- bzw. € 100.-  (ermäßigter Preis nur für ÖTV-Lizenztrainer) 

Anmeldung: zum Online-Formular 
bis spätestens 11.10.2013 (Bei Fragen wenden Sie sich an fortbildung@oetv.at)  

Einzahlung:
 Per Überweisung bis spätestens 08.10.2013 einlangend auf unserem Konto lautend auf Österreichischer Tennisverband 
IBAN AT15 1100 0096 5441 5000, BIC BKAUATWW, Konto 09654415000, BLZ 12000

> Fortbildung mit Toni Nadal | Programm


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