9. November 2016
Hundstorfer ist BSO-Präsident

Der Ex-Minister wurde einstimmig zum Chef der Österreichischen Bundes-Sportorganisation gewählt. Der 65-Jährige fordert mehr Geld für den Sport und will "unangenehm sein gegenüber der Bundesregierung".

Rudolf Hundstorfer wurde am 4. November 2016 im Rahmen der 47. Österreichischen Sportversammlung einstimmig zum neuen Präsidenten der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) gewählt. Er folgt damit Herbert Kocher nach, der dieses Amt drei Jahre bekleidete. „Ich freue mich, diese verantwortungsvolle ehrenamtliche Aufgabe übernehmen zu dürfen und danke allen für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Ich werde mein Bestes geben, um die Erwartungen zu erfüllen. Als jemand, dem Sport immer ein Anliegen war, sowohl als Aktiver, als auch als Funktionär, ist es mir wichtig, dass alle an einem Strang ziehen und der Sport so mit einer starken Stimme spricht. Es gibt viel zu tun, vor allem wenn es um die Wertigkeit des Sports in Österreich geht oder um seine Rahmenbedingungen. Ich möchte hier die gute Arbeit meines Vorgängers fortsetzen.“

Rudolf Hundstorfer, 65, war selbst aktiver Handballer und bekleidet seit mehr als 20 Jahren das Amt des Präsidenten des Wiener Handballverbandes. Schon in seinen politischen Funktionen wirkte er bei der Entwicklung der Fußballer-Gewerkschaft (heute Vereinigung der Fußballer) mit, setzte sich als Sozialminister maßgeblich für die finanzielle Absicherung des Nordischen Ausbildungszentrums Eisenerz ein und war in derselben Funktion auch Förderer des Vereins KADA – Sport mit Perspektive. Weiters unterstütze er AMS-Aktivitäten für arbeitslose Profifußballer.

Die BSO betreut als Interessenvertretung und Serviceorganisation des Sports in Österreich in 67 Mitgliedsverbänden und ihren Vereinen rund drei Millionen Menschen. Themenbereiche, um die Position des Sports zu verbessern, sind zahlreich. Hundstorfer sprach bei seinem ersten Pressetermin einige konkret an. Die im Burgenland erprobte tägliche Sport- und Bewegungseinheit an Volks- und Neuen Mittelschulen soll laut dem ehemaligen Sozialminister „in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren" vom Neusiedler See bis zum Bodensee ausgedehnt werden. Zudem will Hundstorfer den Zulauf zu den Sportvereinen fördern. "Wir müssen Breite zur Verfügung stellen, um die Spitze zu erreichen."

Als eine der gesellschaftspolitischen Maßnahmen kündigte Hundstorfer mehr Aktivitäten im Gesundheitsbereich an. „Da wird die BSO Partner sein und ein Sprachrohr für den Sport.“ Überhaupt benötige der Sport mehr Geld. „Da werden wir unangenehm sein müssen gegenüber der Bundesregierung", sagte der Ex-ÖGB-Chef. Die Höhe der Mittel müsse angepasst werden. In der Sportförderung müsse die Förderstruktur verbessert werden, den Verbänden müsse durch langfristige Förderung Stabilität vermittelt werden. Im Bereich der Sportförderung, die ab Mitte 2017 über eine GesmbH laufen soll, sieht er sich übrigens „in voller Übereinstimmung“ mit Minister Hans Peter Doskozil.

Hundstorfer wurde mit 100 Prozent der Stimmen gewählt. „Das hat sehr gut getan.“ Die Funktionsperiode für diese ehrenamtliche Tätigkeit beträgt drei Jahre. Der Bundespräsidentschaftskandidat hat sich einiges vorgenommen. „Ich bin nicht da, um zu verwalten, sondern um zu gestalten.“

Das neue Präsidium der BSO
Im Rahmen der 60. Sitzung des Österreichischen Sportrates, der 95. Sitzung des Österreichischen Sportfachrates und der 47. Österreichischen Sportversammlung wurden weiters die VertreterInnen des Präsidiums der BSO für die kommende Funktionsperiode 2016-2019 gewählt:

Präsident:                      BM a.D. Rudolf Hundstorfer (ASKÖ)
1. Vizepräsident:           Dr. Leo Windtner (Fußball)
2. Vizepräsident:           Kons. Siegfried Robatscher (ASVÖ)
3. Vizepräsident:           Michael Eschlböck (American Football)
4. Vizepräsident:           GD Hartwig Löger (SPORTUNION)

Weitere Mitglieder des Präsidiums:
Mag. Dr. Michael Bielowski (Rodeln)
Robert Fiegl (Golf)
Univ. Prof. Dr. Paul Haber (ASVÖ)
Helmar Hasenöhrl (Rudern)
Mag. Petra Huber (ASKÖ)
KR Brigitte Jank (Behindertensport)
Abg.z.NR Hermann Krist (ASKÖ)
Prof. Friedrich Manseder (Turnen)
Mag. Rudolf Sporrer (Tischtennis)
Abg.z.NR Mag. Michaela Steinacker (SPORTUNION)
Dr. Karl Stoss (ÖOC)

Mit beratender Stimme:
GF Mag. Barbara Spindler-Oswald, MBA (BSO)
Landessportdirektor Mag. Reinhard Eberl (Ländervertreter)

Das Präsidium ist das Leitungsorgan der BSO. Die Aufgaben des Präsidiums sind unter anderem die Führung der Verbandsgeschäfte und die Vorgabe sportpolitischer Ziele.

Die Österreichische Sportversammlung ist das oberste Gremium des organisierten Sports und findet jährlich statt. In ihr vertreten sind 60 Fachverbände, ASKÖ, ASVÖ, SPORTUNION, ÖOC, ÖPC, ÖBSV und Special Olympics Österreich. Mitglieder mit beratender Stimme sind der Geschäftsführer, die Delegierten der außerordentlichen Mitglieder sowie die Ehrenmitglieder.

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