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HEADCOACH JÜRGEN HAGER: AUFRUF ZU MEHR ZUSAMMENHALT

Teil 1: Mit dem neuen ÖTV-Sportkonzept bekam auch Jürgen Hager (Bild) neue Kompetenzen. Der künftige Headcoach über Fehler in der Vergangenheit, künftige Kooperationen und die Probleme mit der österreichischen Mentalität.

"Alle an einem Strang"
(21.8.2009)

Am 1. September treten Sie offiziell Ihren Job als neuer ÖTV-Headcoach an. Wie waren die Reaktionen darauf, als diese Information veröffentlicht wurde?
Grundsätzlich sehr positiv. Bei vielen Gesprächen bei diversen Turnieren in Österreich war aber eine negative Stimmung spürbar, was mich doch etwas verwundert hat. Da wird vom „Feinsten“ kritisiert“ und auf dem ÖTV herumgepickt bzw. du hast das Gefühl, du bist irgendwie „anders“, nur weil du für den ÖTV bzw. in der Südstadt arbeitest.

Was meinen Sie mit negativer Stimmung?
Ich finde es einfach nicht angebracht, Personen, Institutionen, Systeme immer nur schlecht darzustellen. Mir ist schon bewusst, dass der Verband die Spitze des „Eisberges“ ist und immer Kritik ausgesetzt sein wird. Ich sage auch nicht, dass da in der Vergangenheit keine Fehler gemacht wurden, aber es geht mir einfach darum, dass diese Kritiker „alles“ immer nur durch ihre „Brille“ sehen bzw. gar nichts zur Verbesserung leisten können bzw. wollen. Sich einmal eine andere „Brille“ aufzusetzen, bzw. den anderen einmal zuzuhören, wäre schon eine Steigerung. Es gibt viele Meinungen, aber wenn alle an einem Strang ziehen, würde sicher „mehr“ herauskommen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch einmal Schilli Schaller in Schutz nehmen. Er „lebt“ Tennis wie kaum ein anderer, beschäftigt sich rund um die Uhr mit diesem Sport und macht sich Gedanken darüber, wie man die Situation im Österreichischen Tennis verbessern könnte. Er hat seine Ansichten, seine Erfahrungen und versucht immer diplomatisch vorzugehen. Da verdient er eine andere Darstellung. Es da jedem recht zu machen, ist einfach unmöglich. Man vergisst einfach was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Man vergisst die „Eigenheit der österreichischen Mentalität“, den Generationswechsel. Das sind Faktoren, die kannst du nur schwer beeinflussen. Die Gesamtleistung ist eben das Produkt von mehreren leistungsbestimmenden Faktoren.

Wo sehen Sie die Vorteile des „Konzept Neu“?
Wenn man sich einmal anschaut, wer aller schon das „Ruder“ beim ÖTV in der Hand gehabt hat und wie deren Konzepte ausgesehen haben, wird man feststellen: Das ist bzw. war die Creme de la Creme des österreichischen Tennissports. D. h. jetzt nicht, dass ich die „alten Konzepte“ kritisiere. Im Gegenteil, es gibt SpielerInnen die in diesen Zeiten große Erfolge gefeiert haben oder eben später den „Schritt“ geschafft haben. Ich habe großen Respekt vor deren Leistungen. Da spreche ich von Trainer- und Spielerpersönlichkeiten wie Franker, Kukal, Hutka, Eipeldauer, Wiesner, Krajcek, Tesar, Leitgeb, Sjögren, Bresnik, Nyström, Muster und vielen mehr. Aber es gibt vielleicht auch Bereiche, denen nicht gerade viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Auswirkungen fallen uns jetzt schon etwas „auf den Kopf“. Denn, wenn deren Konzepte auch die jüngeren Jahrgänge  U10 bis U14 bzw. Spieler/innen, die in ihrer Entwicklung noch nicht soweit waren, im Auge gehabt hätten, würde das österreichische Tennis jetzt vielleicht mehr Athleten in den diversen Weltranglisten vertreten haben. Es ging halt immer stark um die momentanen Profis. Mit ihnen steht und fällt das Ansehen. Das „Konzept Neu“ setzt aber eben  auch gerade bei den jüngeren Jahrgängen verstärkt an.

Teil 2 (24.8.2009): "Talente werden oft überbetreut"

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