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GRAZ: DIE MELZERS GEWINNEN DAS TURNIER

Alles gemeinsam: Beim 30.000-Euro-Challenger in Graz standen Jürgen und Gerald Melzer (Bild) erstmals gleichzeitig im Achtelfinale eines ATP-Turniers. Im Doppel lief es noch besser: M&M holten sich ihren ersten gemeinsamen Titel auf ATP-Ebene.

Erster Turniersieg für die Brüder
Gerald und Jürgen Melzer wandeln auf den Spuren berühmter Tennis-Brüder wie Bob und Mike Bryan oder Sanchai und Sonchat Ratiwatana. Die Niederösterreicher gewannen dank eines 1/6, 7/6(2), 10:4-Finalerfolges über die französische Paarung Julien Jeanpierre und Nicolas Renavand den Doppelbewerb des mit 30.000 Euro dotierten ATP-Challenger-Turniers in Graz und holten sich damit ihren ersten gemeinsamen Titel auf ATP-Ebene. „Es gibt kaum etwas Schöneres, als an der Seite seines Bruders ein Turnier zu gewinnen“, freute sich Jürgen, der es auf der ATP-Tour immerhin schon auf vier Turniersiege gebracht hat. Die 55 ATP-Punkte für den Triumph werden vor allem bei Gerald für eine gewaltige Verbesserung in der Doppel-Weltrangliste sorgen. Der 18-Jährige, der bisher mit vier Zählern auf Platz 1.600 zu finden war, wird fast 1.000 Ränge überspringen und sich auf einer Position um 650 einreihen. Zudem zeigte sich Jürgen spendabel und überließ seinem jüngeren Bruder zur Gänze den Siegerscheck in Höhe von 1.900 Euro.

Die Brüder im Finale
"Mein Bruder ist eigentlich der Talentierterte in unserer Familie", hatte Jürgen Melzer schon vor Jahren einmal gesagt. Durch Verletzungen war Gerald allerdings in seiner Entwicklung stark zurückgeworfen worden. "Ich habe zwei komplette Saisonen verloren und kann erst seit April des vergangenen Jahres wieder leistungsmäßig Tennis spielen." Welches Potential im "kleinen" Bruder steckt, demonstriert er derzeit im Doppelbewerb des 30.000-Dollar-Challengers in Graz: Gemeinsam mit Jürgen erreichte er dank eines 7/5, 6/4-Semifinal-Erfolgs über Rameez Junaid und Gabriel Trujillo-Soler (AUS/ESP) das Endspiel. Gegner sind die Franzosen Julien Jeanpierre und Nicolas Renavand, die sich bereits am Donnerstag gegen die Österreicher Björn Propst und Herbert Wiltschnig mit 6/3, 6/3 durchgesetzt hatten.

Der "Kleine" auf der Spur des "Großen"
Was für die beiden im Einzel nicht geklappt hat, wird jetzt im Doppel nachgeholt: Jürgen und Gerald Melzer stehen im Halbfinale des mit 30.000 Euro dotierten Challenger-Turniers in Graz. Die beiden Brüder aus Niederösterreicher deklassierten am Donnerstag Abend die portugiesisch-argentinische Paarung Rui Machados/Horacio Zeballos klar in zwei Sätzen 6/1, 6/2. "Das ist  eine tolle Sache, mit dem Bruder im Achtelfinale eines Challenger-Turniers zu stehen", hatte Jürgen Melzer zwei Tage davor in seinem Online-Tagebuch bilanziert. "Noch dazu haben wir im dritten Anlauf im Doppel den ersten gemeinsamen Sieg feiert. Ich bin sehr stolz auf Gerald. Ich habe ihn länger nicht spielen gesehen und war ehrlich überrascht, wie gut er sich in Graz präsentiert hat. Natürlich darf er sich jetzt nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern muss weiter hart an sich arbeiten. Mit den hier gewonnenen Punkten hat Gerald auf alle Fälle eine gute Grundlage für die Zukunft, da er bei den Futures wohl fix im Hauptbewerb stehen wird."

Kalte Dusche für die Brüder
Das Viertelfinale des 30.000-Euro-Challengerturniers geht am Donnerstag ohne österreichische Beteilung in Szene. Der als Nummer eins gesetzte Jürgen Melzer gab im Achtelfinale gegen den Deutschen Simon Greul (ATP 224) im ersten Satz eine 5/1-Führung aus der Hand und musste sich am Ende mit 6/7(5), 3/6 geschlagen geben. Auch für Jürgens Bruder Gerald Melzer war Endstation. Der 18-Jährige unterlag dem Spanier Pablo Andujar (ATP 106) mit 2/6, 1/6. Schließlich verlor der Vorarlberger Martin Fischer gegen den Franzosen Sebastien De Chaunac (ATP 262) mit 3/6, 3/6. 

Heißer Auftakt für Jürgen M.
Bei dem mit 30.000 Euro dotierten ATP-Challenger-Turnier hatte der topgesetzte Jürgen Melzer in seinem Erstrunden-Match mehr Mühe als erwartet. Der in Stuttgart lebende Ire Louk Sorensen (ATP 297) verlangte dem Niederösterreicher zwei Sätze lang alles ab, nach 2:20 Stunden ging der Olympia-Starter aber doch als 6/7(3), 7/5, 6/1-Sieger vom Platz. Beim Stand von 1/3 im zweiten Durchgang schienen Melzer die Felle bereits davonzuschwimmen, als er drei Breakbälle von Sorensen abwehren musste. „Dann wäre ich mit 1/4 und zwei Breaks hinten gelegen, dann wäre die Sache wohl gegessen gewesen. Als ein Zuschauer etwas Abfälliges auf den Platz gerufen hat, bin ich noch zusätzlich heiß geworden. Ich bin froh, dass ich durch bin“, freute sich Melzer, der im Achtelfinale auf Simon Greul trifft. Der Deutsche profitierte in Runde eins von der Aufgabe des Vorarlbergers Philipp Oswald, der bei 4/6, 2/2 nach einer eben erst überstandenen Grippe das Handtuch werfen musste. Auch für Rainer Eitzinger (4/6, 1/6 gegen den Deutschen Simon Stadler) und Bertram Steinberger (2/6, 2/6 gegen den Argentinier Sebastian Decoud) kam das Aus.

Zwei Österreicher im Achtelfinale
Ein perfektes Debüt feiert Gerald Melzer beim mit 30.000 Dollar dotierten Challenger-Turnier in Graz. Nach der erfolgreich absolvierten Qualifikation gewinnt der 18-jährige Niederösterreicher, der damit erstmals im Hauptfeld eines Challengers stand, auch sein Erstrunden-Match gegen den Spanier Gabriel Trujillo-Soler 7/6(9),6/2. Auch Martin Fischer steht nach einem 6/1,6/2 über Miloslav Mecir im Achtelfinale. Andreas Haider-Maurer musste hingegen gegen Pablo Andujar (ESP) beim Stand von 0/5 im 1. Satz aufgeben.

Gerald M. erstmals in einem Challenger-Hauptbewerb
Premiere für den "kleinen" Bruder: Gerald Melzer fertigte den als Nummer drei gesetzten Slowaken Alexander Somogyi (ATP 547) in 56 Minuten mit 6/0, 6/2 ab und meisterte damit die „Knochenmühle“ der Qualifikation ohne Satzverlust. Damit kommt es beim s Tennis Masters zu einer Premiere: Erstmals schlagen die Melzer-Brüder Jürgen und Gerald im Einzel des selben ATP-Turniers auf. Zudem spielen die beiden auch noch gemeinsam im Doppel. „Ich bin mit nicht allzu großen Erwartungen hierher gekommen, dafür ist die Freude jetzt umso größer“, strahlte Gerald Melzer, der trotz seiner Jugend schon einen langen Leidensweg hinter sich hat. Eine Knöcheloperation im Alter von 15 Jahren hatte eine Bakterieninfektion zur Folge, die vier weitere Eingriffe (drei an den Knien, einen weiteren im Knöchel) nach sich zog. „Ich habe zwei komplette Saisonen verloren und kann erst seit April des vergangenen Jahres wieder leistungsmäßig Tennis spielen“, erzählte der 18-jährige Niederösterreicher, der im Oktober 2007 in das Leistungszentrum Südstadt wechselte, wo er laut ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht hat. „Er hat großes Potenzial. Wenn er von weiteren Verletzungen verschont bleibt, ist ihm viel zuzutrauen“, urteilte Schaller. Für den Vorstoß in den Hauptbewerb des s Tennis Masters kassiert Gerald Melzer zwei ATP-Punkte. Damit wird er sich in der Weltrangliste, für die er bisher gerade einmal einen Zähler ergattert hat, von Position 1.611 auf einen Rang um 1.300 verbessern. Bei einem Sieg in der ersten Runde gegen den Spanier Gabriel Trujillo-Soler (ATP 345) winken fünf weitere Punkte und der Vorstoß unter die Top 1.000 im ATP-Ranking.

wowo 

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