Gleichstand bei Österreich gegen Schweden

Andreas Haider-Maurer stellte gegen Christian Lindell in souveräner Manier den Ausgleich in der Davis Cup-Begegnung her. Davor hatte Jürgen Melzer die Auftaktpartie gegen die schwedische Nummer eins Elias Ymer in fünf Sätzen verloren.

In der Erstrunden-Begegnung der Europa/Afrika Zone I zwischen Österreich und Schweden ist nach dem ersten Spieltag alles offen. Andreas Haider-Maurer holte den Punkt für das SIMACEK AUSTRIAN DAVIS CUP TEAM mit einer starken Leistung und einem 6:3, 6:4, 6:2-Sieg gegen Christian Lindell. Davor hatte Jürgen Melzer gegen die schwedische Nummer eins Elias Ymer trotz einer Aufholjagd nach 0:2-Satzrückstand mit 4:6, 3:6, 6:3, 6:2, 3:6 den Kürzeren gezogen.

"AHM" souverän
Haider-Maurer demonstrierte in der Abendpartie gegen Lindell seine aktuelle Topform, die ihn zuletzt mit eindrucksvollen Vorstellungen in Rio de Janeiro und Acapulco bis auf Rang 55 der Weltrangliste und damit fast 180 Plätze vor seinem Kontrahenten geführt hatte. Mit einem frühen Break stellte der 27-Jährige gegen den trotz einer Körpergröße von 1,93 Metern eher auf Sandplatz beheimateten Schweden früh die Weichen auf Satzgewinn. Vor den Augen des neuen Präsidenten Robert Groß servierte der Groß Gerungser – wenngleich erst mit dem sechsten Satzball – zum 6:3 aus.

Lindell kann nicht zusetzen

Im  zweiten Satz hielt Lindell, übrigens gebürtiger Brasilianer und erst seit dem Jahr 2007 für das Heimatland seines Vaters im Einsatz, besser dagegen und brachte seine Aufschlagspiele bis zum Stand von 4:4 durch. Mit starkem Angriffstennis erzwang Haider-Maurer dann aber das vorentscheidende Break. Danach kam von Lindell nicht mehr allzu viel Gegenwehr: Mit zwei Doppelfehlern ermöglichte er dem Niederösterreicher zu Beginn des dritten Satzes das nächste Break, danach ließ Österreichs Nummer eins nichts mehr anbrennen und siegte nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit.

Haider-Maurer "sehr zufrieden"
"Ein Sieg im Davis Cup fühlt sich natürlich immer gut an. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Es ist nicht immer einfach, als Favorit in ein Match zu gehen, ich habe auch von Anfang an den Druck gespürt. Aber ich bin relativ gut in die Partie gestartet, hatte ein super Gefühl und war eigentlich übers ganze Match ungefährdet", zeigte sich Haider-Maurer sichtlich glücklich über seinen vierten Sieg in bisher neun Davis Cup-Partien.

Melzer ohne Rhythmus
In der ersten Freitags-Partie tat sich Jürgen Melzer in der passabel gefüllten Idrottshuset-Tennisarena von Örebro von Beginn an schwer, seinen Rhythmus zu finden: Zwar schaffte der 33-Jährige nach dem Aufschlagverlust zum 2:4 im richtigen Moment das Rebreak zum 4:5, musste aber postwendend ein erneutes Break zum Satzverlust hinnehmen. Der 15 Jahre jüngere Ymer blühte in seiner Rolle als Außenseiter auf und zog auch im zweiten Satz schnell auf 3:0 davon.

Ymer mit Selbstvertrauen
Der Teenager aus Stockholm, Sohn eines ehemaligen äthiopischen Marathonläufers, war im Ranking seit Beginn des Vorjahres von Platz 769 bis in die Top 200 geklettert und hatte im Jänner mit der erfolgreichen Qualifikation für die Australian Open aufhorchen lassen. Das gewonnene Selbstvertrauen ließ Ymer Österreichs langjährige Nummer eins spüren, souverän servierte der Youngster zur 2:0-Satzführung aus.

Aufholjagd
Im dritten Satz durfte Melzer vorneweg servieren und ging nach Abwehr von drei Breakbällen erstmals im Match in einem Satz in Führung. Die Initialzündung für eine Aufholjagd: Zwar musste der Niederösterreicher nicht weniger als sieben Chancen herausfighten, dann klappte es aber endlich mit dem ersehnten Break. Während Ymer immer fehleranfälliger wurde, skandierten die treuen und sehr lautstarken österreichischen Fans "Unser Satzerl!" – wenig später verkürzte der entschlossene Deutsch-Wagramer mit einem souveränen Aufschlagspiel zum 6:3 tatsächlich auf 1:2 in Sätzen.

Schwede wackelt, fällt aber nicht
Noch besser verlief der vierte Satz, in dem Melzer körperlich und mental eindeutig stärker war, vor allem in den entscheidenden Momenten besser agierte und Breaks zum 2:1 und 5:2 schaffte. Im entscheidenden fünften Satz zeigte sich Ymer aber wiedererstarkt, präsentierte das Gesicht der ersten beiden Sätze und zog auf 3:0 davon. Obwohl Ymer beim Ausservieren noch leicht zitterte und drei Matchbälle benötigte, fixierte er nach etwas mehr als drei Stunden mit einem Rückhand-Winner die schwedische Führung.

Melzer: "Kleinigkeiten fehlen"
"Extrem bitter, wenn man sich so herankämpft, aber am Ende als Verlierer vom Platz geht", sagte Melzer direkt nach dem Match. "Er hat im fünften Satz am besten gespielt, noch besser als in den ersten beiden. Es fehlen ein paar Kleinigkeiten, um so ein Match zu gewinnen."

Doppel plangemäß
Davis Cup-Kapitän Stefan Koubek fühlte mit seinem langjährigen Teamkameraden mit: "Schade für Jürgen. Er hat sich super zurückgefightet nach den ersten beiden Sätzen, in denen er zu viele Eigenfehler gemacht hat. Im fünften Satz war das Break am Anfang bitter, Ymer hat dann unglaublich serviert und bis zum Ende nicht mehr gewackelt." Trotz der harten Auftaktpartie wird Melzer am Samstag (14:00 Uhr, live in ORF Sport +) das Doppel an der Seite von Alexander Peya bestreiten, die Gegner sind die Routiniers Robert Lindstedt und Johan Brunström.

Top Themen der Redaktion

ATP

Der Urlaub kann beginnen

Dominic Thiem ist bei den ATP-Finals gegen Goffin chancenlos und verpasst den Einzug ins Semifinale. Somit ist für den 24-Jährigen ein erfolgreiches Tennis-Jahr zu Ende.

ATP

Dominic Thiem bleibt im Rennen

Der Niederösterreicher schlägt bei den ATP-Finals in London den Spanier Carreno Busta nach hartem Kampf und spielt am Freitag gegen Goffin um den Einzug ins Halbfinale.