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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN (66)

Seit September arbeiten wir von Tennis Austria an der Umsetzung des neuen Sportkonzeptes. Ich möchte heute darüber informieren, was sich in der Zwischenzeit getan hat und wie der weitere Zeitplan aussieht.

Kleine Kader, große Ziele
(14.10.2009)
Die Eckpunkte des neuen Konzeptes sind für mich in folgende große Bereiche unterteilt:

-    Umstrukturierungen in der Südstadt mit neuen Kadereinteilungen
-    Externer B-Kader mit finanzieller Förderung
-    Bundesnachwuchstrainer für den Bereich U14 und U12

Zur Südstadt:
Seit Schulanfang arbeiten die Trainer Jürgen Hager, Thomas Weindorfer mit den Burschen sowie Konstantin Gruber mit den Mädchen in der Südstadt. Derzeit trainieren insgesamt 8 Burschen und 3 Mädchen bei uns. Wie schon Anfang des Jahres beschrieben, gibt es jetzt keine fixen Gruppen mehr. die Athleten sollen nicht immer nur in ihrem Altersbereich trainieren, sondern die Möglichkeit haben, sich nach oben zu orientieren. Dies bewirkt auch bei unseren Trainerteam, dass es keine permanente Zuteilung eines/r SpielersIn zu einem Trainer mehr gibt. Sondern: Ein Trainer hat die Verantwortung über die Planung und Steuerung der gesamten sportlichen Entwicklung. In den Prozess der Umsetzung ist dann der gesamte Trainerstab – mich eingeschlossen – involviert. Dies setzt natürlich eine gut funktionierende Kommunikation im Team voraus, welche Schwerpunkte bei welchem/r SpielerIn aktuell gesetzt werden sowie die Definierung der Zielsetzungen für die nächsten Wochen und deren Umsetzungsstrategien.

Interne Kommunikation
Die Instrumente dafür wurden geschaffen und werden schrittweise bis Ende des Jahres im Detail noch verfeinert, aber das System steht und funktioniert in der Umsetzung viel besser als gedacht. Wir arbeiten mit einem Jahresplan, der alle Inhalte eines/r AthletenIn dokumentiert. Wir erfassen alle absolvierten Einheiten , die Jahresperiodisierung, die Schwerpunkte jeder Trainingswoche sowie die Probleme die dabei auftauchen, die Schule, das Training, die Regeneration, die körperlichen Aspekte und die mentale Verfassung an jedem einzelnen Trainingstag. Ein weiteres Instrument ist der Turnierplan aller SpielerInnen mit Periodisierung, ausgerichtet auf die nächsten drei Monate. Dadurch ist es für uns möglich, auf einem Blick zu erkennen, wann unsere SpielerInnen vor Ort im Land sind oder gerade unterwegs. Wichtig ist dies für die Abmeldungen in der Schule bzw. im Internat, aber auch für den engeren Kontakt mit externen SpielernInnen und den Möglichkeiten einer Einladung. Dies können sowohl gemeinsame Trainingstage in der Südstadt sein als auch gemeinsame Turnierreisen.

Individuelles Training für jeden
Sowohl der Jahresplan als auch der Turnierplan werden vom gesamten Trainerstab permanent bearbeitet und aktualisiert, sodass wir eine Gewährleistung darüber haben, dass die Räder ineinander greifen. Der wichtigste Part jedoch ist und bleibt die Arbeit auf dem Platz und die Entwicklungsmöglichkeiten der Jugendlichen.  Auch unser neuer Verantwortlicher im Konditionsbereich Florian Pernhaupt hat sich für mich als Glückgriff erwiesen. Er erkennt auf den ersten Blick die körperlichen Schwächen unserer Athleten, ist sehr kreativ im Erarbeiten von Lösungen, bringt eine gute, positive Stimmung ins gesamte Team und ist für uns eine sehr große Unterstützung in der strukturellen Arbeit. Ich denke, dass unser Anspruch in die Tat umgesetzt worden ist. Nämlich jener, für jede/n AthletenIn – obwohl sie in Gruppen trainieren –  ein sehr individuelles Training anzubieten. Die Eckpfeiler Fordern und Fördern sollen immer in der richtigen Balance bleiben. Das wichtigste Ziel von unserer Seite heißt, dieses Niveau jetzt zu halten.

Zum externen B – Kader
:
Ab 2010 haben AthletenInnen die Möglichkeit, direkte finanzielle Förderungen vom ÖTV zu erhalten. Kriterium für die Aufnahme in diesen Kader ist ein entsprechendes Ranking im jeweiligen Alter sowie die Erfüllung einiger Richtlinien. Gemeinsam haben wir einen Entwicklungskorridor entworfen, der im Alter von 11 Jahren beginnt und im Idealfall in den Top 100 endet bzw. im Alter von 20 bei den Mädchen und 21 bei den Burschen. In diesen Leitfaden wurden internationale Schwerpunkte eingearbeitet sowie eine bestimmte Anzahl von Turnieren in verschiedenen Bereichen, die wir für sinnvoll erachten. SpielerInnen, die sich in diesem Korridor befinden werden und nicht in der Südstadt trainieren, bekommen ab 2010 eine quartalsmäßige Förderung in Form einer finanziellen Unterstützung für Turnierreisen. Neben den Kriterien wurden auch Richtlinien ausgearbeitet, die eine Bedingung für diese Förderung darstellen. Die Details werden ab November vorgestellt, Ende Oktober sind einige Sitzungen anberaumt. Dort muss ich mir diese Details noch genehmigen lassen.

Die Bundesnachwuchstrainer
:
Mit Petra Russegger  und Martin Pauer haben wir seit September zwei für den Bereich U14 zuständige Trainer. Russegger ist für den Mädchenbereich verantwortlich, Pauer für die Burschen. Ziel ist es, gemeinsam die Qualität in der Ausbildung zu verbessern sowie mit einem Netzwerk an Partnertrainern eine gemeinsame Struktur in die Ausbildung unserer Talente zu bekommen. Die beiden BNTs sollen dabei nicht nur wie bisher die Kader erstellen, einen internationalen Turnierplan erarbeiten und mit den Jugendlichen dorthin reisen, sondern vor allem den persönlichen Kontakt intensivieren, sich ein genaues Bild über die jeweiligen Möglichkeiten und Probleme verschaffen und unseren zukünftigen Partnertrainern bei der Ausbildung der Jugendlichen zur Seite stehen. Dadurch werden die BNTs auf nationaler Ebene sehr präsent sein und ein offenes Ohr für alle Probleme haben, aber auch durch ihre Kompetenz schnelle Hilfe anbieten. Zur Zeit ist die Erstellung der Kaderkriterien in der Fertigstellung. Auch die neuen Richtlinien und der genaue Zeitplan für geplante Lehrgänge und Aktivitäten bis Ende März werden ab November vorgestellt und umgesetzt. Auch dies muss in den Detailfragen vorher noch genehmigt werden, bevor es endgültig zur Umsetzung kommt.

Auf dem richtigen Weg
Die letzten Wochen waren sehr zeitintensiv. Alles im Detail auszuformulieren, ist mit sehr viel Kopf- und Schreibarbeit verbunden. Intern herrscht eine gute Aufbruchsstimmung, weil wir wissen, dass wir im Begriff sind, wichtige und richtige Maßnahmen zu setzen. Natürlich spüren wir auch die Kritik und das Misstrauen, das teilweise in der heimischen Tennislandschaft vorherrscht. Fehler passieren und sind passiert. Diese Tatsache werde ich auch gar nicht abstreiten. Wichtig ist vielmehr, daraus zu lernen und sich nicht beirren zu lassen, wenn man überzeugt ist, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir sind auf dem richtigen Weg! Es gilt jetzt, diesen konsequent weiter zu gehen und sich durch eventuelle Störungen von außen nicht allzu weit vom gemeinsamen Ziel abringen zu lassen.

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