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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN (60)

Wohl selten hat der ÖTV-Sportchef seinen Kommentar zur Situation des österreichischen Tennis so gern verfasst wie nach dem großartigen Daviscup-Erfolg unserer Herren gegen Großbritannien auf dem Rasen von Wimbledon.

Selten so nervös
Der Davis Cup in London wird mir sicher immer in Erinnerung bleiben: ein perfektes Ambiente mit dem Schauplatz Wimbledon, optimales Wetter und ein Ergebnis, auf das wir natürlich nur gehofft hatten; das waren die so erfreulichen  Resultate einer wirklich denkwürdigen Woche. Sehr gefreut habe ich mich besonders für Alex Peya: Die Situation, bei 2:2 für sein Land im Daviscup zu kämpfen, ist eine ganz spezielle. Diesem Druck erfolgreich zu widerstehen, war für ihn sicher eine ganz bedeutsame Selbstbestätigung und ich hoffe, dass er diesen Schwung in die kommenden Turniere mitnehmen kann.
Ich muss gestehen, dass ich selten so nervös war wie vor diesem alles entscheidenden Match. Ich wusste, dass Alex der bessere Spieler ist, konnte aber nicht klar einschätzen, wie er mit der Situation umgehen würde. Umso größer die Freude danach. Jürgen Melzer und Julian Knowle boten wieder eine sehr gute Leistung im Doppel; ich glaube, dass auch international gesehen, alle Teams Respekt vor dieser Paarung haben. Jürgen Melzer hat wieder einmal gezeigt, auf welch gutem Weg er unterwegs ist, und ich freue mich auf seine weitere Entwicklung wenn er diesen Weg konsequent weiter verfolgt.

Dank an das gesamte Team
Diese Woche wird mir auch in Erinnerung bleiben weil wir als Team, als ein Ganzes, in dieser Woche sehr gut gearbeitet und harmoniert haben. Daher möchte ich mich auf diesem Weg auch noch einmal bei allen Beteiligten, Spielern wie Betreuern, bedanken. In meinen Gedanken 52 nach dem Daviscup gegen die USA habe ich geschrieben, dass es für die Zukunft unser Ziel als Team sein sollte, diesen einzigartigen Bewerb des Tennissports besser zu verkaufen.
Ich denke, dieses Vorhaben ist uns gegen Großbritannien gelungen. Die Stimmung und die Unterstützung von außen sind neben dem sportlichen Erfolg das Salz in der Suppe des Davis Cups. Eine kleine, aber feine Fangruppe hat gemeinsam mit unserem Team für hervorragende Stimmung gesorgt, die uns auf dem Platz immer den Rücken gestärkt hat. Diesen Spirit möchte ich im Daviscup gern zur Tradition machen. Auch in Zukunft wird es einen großen  Unterschied machen, ob wir gewinnen oder verlieren; aber es ist  ungemein wichtig, dass sich die Tennisinteressierten in Österreich mehr mit dem Team und vor allem mit den Spielern identifizieren. Wenn sie bei Begegnungen dabei sein und mitfiebern wollen, dann hilft das der gesamten Mannschaft enorm.

Jetzt kommt Deutschland
Der Startschuss dazu ist jedenfalls in London gefallen und unser nächster Gegner, Deutschland,  kann sich auf diese positive Stimmung im österreichischen Lager gefasst machen. Sportlich gesehen sehe ich uns in der Außenseiterrolle. Die Spitzenspieler der Gastgeber hatten allerdings in den vergangenen Monaten immer wieder Verletzungsprobleme und es bleibt abzuwarten, wer tatsächlich für Deutschland antreten sein wird. Der Vorteil der Deutschen ist die Leistungsdichte, haben sie doch aktuell sieben Spieler unter den Top 100. Natürlich hoffe ich auch auf ein erfolgreiches Comeback von Stefan Koubek, freue mich schon darauf, sein Spiel in Wien wieder zu beobachten, und wünsche ihm, dass es nach seiner Rückkehr keine Verletzungsprobleme irgendeiner Art mehr gibt.

Die Hallensaison begonnen - Eure Stunden sind hoffentlich schon gebucht ...

Auf ein Wiedersehen bei den bevorstehenden großen Events der ATP!

Gilbert Schaller

 


 

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