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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 54

Unser Fedcup-Team hat es mit dem 2:3 gegen die Schweiz in Dornbirn nicht geschafft in der Weltgruppe 2 zu bleiben. Für den ÖTV-Sportdirektor gilt, möglichst schon nächstes Jahr den Wiederaufstieg aus der Europa-Afrika Gruppe in die Weltgruppe zu schaffen.

Ich bin überzeugt davon, dass der Wiederaufstieg schnell geschafft werden kann, wenn unser Team keine wesentlichen Ausfälle verkraften muss. Während des Fedcups war ich im Ausland und es war mir leider nicht möglich die Matches zu sehen. Aber die Sprache der Resultate und die Medienberichte sind deutlich. Sybille Bammer war, vor allem nach dem glatten Sieg über Patty Schnyder, die absolut positive Überraschung aus österreichischer Sicht. Nach einigen körperlichen Problemen scheint sie rechtzeitig vor den kommenden großen Turnieren in Europa wieder ihre Bestform gefunden zu haben. Nicht den Erwartungen entsprochen hat Tamira Paszek; vor allem mit ihrer Niederlage gegen die in der WTA kaum erfolgreiche Stefanie Vögele. Man muss jedoch bedenken, dass diese
Situation sicher auch eine neue Erfahrung für Tamira war: erstmals stand sie im Fedcup sehr unter Druck, den entscheidenden Punkt für sein Team holen zu müssen, ist – wie ich aus
eigener Erfahrung weiß - die vielleicht schwierigste Drucksituation im Tennissport. Aber auch zwischen den Zeilen der Medienberichte wurde deutlich, dass es für Tamira nun
offenbar ein paar Veränderungen gibt; sie ist jetzt gefordert, die richtigen Entscheidungen für ihre weitere Karriere zu treffen. Es schien ja, als wäre es ihr fast mühelos gelungen, die Top 50 im Damentennis zu erreichen. Aufgrund ihres sicher vorhandenen Potentials ist natürlich der Anspruch für die weitere Entwicklung sehr hoch angesetzt und viele sprechen vom Erreichen der Top 10 im Damentennis. Auch ich denke, dass dies möglich ist, aber dafür müssen jetzt mit den richtigen Entscheidungen die Weichen für ihre weitere Karriere gestellt werden. Laut Medienberichten nimmt sie sich ja in Zukunft selbst mehr in die Verantwortung für ihre weitere Laufbahn. Dasist ein Schritt, der natürlich gewisse Risiken birgt, aber sicher auch für die Entwicklung einer Spielerpersönlichkeit unabdingbar ist. Ich hoffe sehr, dass Tamira die für sie richtigen Entscheidungen treffen wird, dann werden
wir sicher noch viele Erfolge mit ihr feiern.

Für das Davis Cup-Team gibt es gegen England eine ähnliche Situation wie bei den Damen. Ein Topspieler namens Andy Murray, danach einen relativ unbekannten zweiten Spieler nämlich Alex Bogdanovic. Auch hier könnte nach der Papierform das Doppel eine entscheidende Rolle spielen, ich würde sogar im Moment sagen, wer das Doppel gewinnt, wird diese Begegnung für sich entscheiden. Es gibt noch keine offiziellen Infos über den Bodenbelag, den die Engländer wählen werden; aber es wird erwartet, dass auf Rasen gespielt werden wird. Im Gegensatz zu früheren Zeiten macht mir das weniger Kopfzerbrechen. Mehr Sorge bereitet im Moment der Gesundheitszustand unserer Spieler, Stefan Koubek laboriert noch immer an seiner Rückenverletzung und ist jetzt schon seit Februar außer Gefecht. Jürgen Melzer muss auch immer wieder körperliche Rückschläge einstecken, zuletzt verursachte ebenfalls eine Rückenverletzung eine Zwangspause. Bleibt zu hoffen, dass unsere Topspieler ihre Probleme schnellstens in Griff bekommen.

Auf Jugendebene gab es ein schönes Erfolgserlebnis bei einem Kategorie 2-Turnier in der Slowakei: Ein rein österreichisches Finale mit Philip Lang und Sam Weissborn ist ein klares Zeichen für das Potential dieser Jugendlichen. Beide trainieren bei uns in der Südstadt und mit dem 91er Sam Weissborn hat sich sogar der Jahrgangsjüngere im Finale durchgesetzt. Gratulation auch an unseren Coach Walter Grobbauer, der besonders mit den 91iger- Jahrgängen eine gute Entwicklung vorzuweisen hat.

Auch unsere Profis kommen immer besser in Fahrt: Rainer Eitzinger zeigt konstant gute Leistungen auf Sand, Martin Fischer bewies mit Siegen über Rainer Schüttler und Benjamin Becker auf Hardcourt, dass die Richtung stimmt. Mit dem Blickpunkt Daviscup wird auch immer offensichtlicher, dass es an der Zeit ist, junge Spieler an das Team heranzuführen. Dies kann allerdings nur dann geschehen, wenn es entsprechend gut Weltranglisten-Platzierungen gibt. Ich glaube, dass wir Spieler mit dem entsprechenden Potential haben, aber umso wichtiger ist es, dieses Potential auch so gut wie möglich auszuschöpfen. Da gehören die richtigen Entscheidungen für eine weitere Karriere ebenso dazu wie die ständige Weiterentwicklung im sportlichen Bereich.

Und wie war Euer Outdoor-Saisonbeginn? Ein paar Trainerstunden wären vielleicht ganz gut...


Gilbert Schaller

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