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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 49

Ein sportlich interessantes Tennisjahr neigt sich dem Ende zu. Aus österreichischer Sicht waren diesmal viele schöne Siege dabei, natürlich auch einige bittere Niederlagen - aber in Summe kann der ÖTV-Sportchef auf ein erfolgreiches Jahr 2007 zurückblicken.

Sybille Bammer, Tamira Paszek und Julian Knowle sind die großen Gewinner dieses Tennisjahres; aber auch Yvonne Meusburger, Stefan Koubek und Werner Eschauer können mit der vergangen Saison sehr zufrieden sein.
Für Jürgen Melzer war es sicher ein durchwachsenes Jahr: zuerst die Trennung von seinem langjährigen Coach Karlheinz Wetter, danach die Probleme mit dem Handgelenk. Jetzt aber sehe ich eine gute Basis für einen neuen Angriff auf die Top 30.
Im Fedcup konnten wir uns etwas unerwartet in Linz gegen Israel noch nicht für die Weltgruppe A qualifizieren, aber trotzdem gehört diesem jungen Team die Zukunft; wir haben Top-Spielerinnen, auch wenn es vor allem im Doppel noch Reserven gibt.
Die Davis Cup-Mannschaft konnte sich in der Weltgruppe halten, über Lospech in der Relegation dürfen wir uns wirklich nicht beschweren. Schön wäre es, einmal dieser Abstiegs-Relegation aus dem Weg zu gehen; im nächsten Jahr kann uns das allerdings nur durch einen Sieg über die USA (8. – 10.2. im Wiener Dusika-Stadion) gelingen – ganz schwierig, aber mit Hilfe eines begeisterten Publikums machbar.
Erstmals haben einige junge Spielerinnen und Spieler nachdrücklich aufhorchen lassen und ich hoffe, dass sie sich schon im nächsten Jahr in die Schlagzeilen spielen werden.
Auch ich bin sehr gespannt auf ihre weitere Entwicklung: Niki Hofmanova wird den Turnier-Schwerpunkt sicher zunehmend auf das Damentennis verlagern.
Auch Melanie Klaffner ist eine der jungen Spielerinnen, die 2008 durchaus Chancen hat, sich in der Damenweltrangliste wesentlich weiter nach vorn zu spielen.
Bei den Herren machten Andi Haider-Maurer und Martin Fischer einen Sprung vorwärts in der ATP-Weltrangliste. Auch Martin Slanar spielt sich immer mehr nach vorn, sicher eine überraschende und umso positivere Entwicklung.
Wichtig ist jetzt der nächste Schritt für die gerade erwähnten Herren, ein Sprung in die Top 150 im nächsten Jahr sollte das große Ziel sein.
Bei den jüngeren Burschen ist Österreich weit definitiv Potential da, aber das Erreichen der nächsten Ziele ist auch mit harter, konsequenter Arbeit verbunden. Einige werden vermutlich daran scheitern, aber es wird mit Sicherheit den einen oder anderen geben der hart und somit erfolgreich genug ist, um Medien wie Sponsoren auf sich aufmerksam zu machen.
Die Südstadt als Leistungszentrum wird ihrem Namen absolut gerecht; gerade jetzt in der Aufbauphase herrscht bei uns natürlich Hochbetrieb.
Von Jürgen Melzer und Julian Knowle ausgehend wird über unsere Profigruppe bis hin zu den 15-jährigen zielorientiert gearbeitet. Die spielerische Qualität ist da, der Austausch untereinander funktioniert bestens und gerade das sind meiner Meinung nach wesentliche Elemente eines Leistungszentrums.
Wir haben seit heuer so viele Spieler wie noch nie in der Südstadt, dementsprechend groß ist natürlich auch der Trainerstab. Es hat organisatorisch sehr gut funktioniert, die Qualität wurde weiter verbessert, nur die Platzkapazitäten waren teilweise ein Problem.
Seit September stand für unsere Schüler der Aufbau für die nächste Saison im Vordergrund, nun kommen die ersten Turnier-Schwerpunkte.
Die 91iger-Jahrgänge, für die Walter Grobbauer verantwortlich zeichnet, haben jetzt eine ITF-Turnierserie in Mittel- und Südamerika auf dem Programm. Bis jetzt war ihre Entwicklung sehr erfreulich, jetzt hoffen wir auf den nächsten Sprung im Ranking und das Ziel ist es, im September 2008 bei den US Open startberechtigt zu sein.
Die Gruppe der älteren Jahrgänge bereitet sich unter Alexander Pfann für die Bergheim Hallen-Futures vor, die im Jänner beginnen.
Unsere jüngsten Mädchen und Burschen werden Anfang Jänner unter der Leitung von Conny Gruber beim ITF-Jugendturnier in Bergheim an den Start gehen und dabei versuchen, die ersten Punkte zu erobern.
Bei den Profis tüfteln wir noch am Turnierplan; fix in Australien wird Martin Fischer an den Start gehen, Andi Haider-Maurer wird vermutlich auf Australien verzichten. Der Aufbau steht im Vordergrund, weil er heuer doch sehr lang Turniere gespielt hat. Daher wird es für ihn vermutlich nach Südamerika gehen.
Ich freue mich auf die neue Saison und erwarte, dass sich bei den Südstadtgruppen einiges tun wird: Klar, dass ich vor allem auch auf Erfolge unserer besten im FedCup wie Daviscup hoffe!
Frohe Weihnachten und ein gesundes, erfolgreiches Tennisjahr 2008 wünscht Euch

Gilbert Schaller

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