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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 42

Der ÖTV-Sportchef war heuer wieder einmal in Roland Garros, um Österreichs Spitze beim zweiten Grand Slam-Turnier des Jahres zu beobachten. Und er wird in nächster Zeit aus aktuellem Anlass vermehrt im Ausland sein.

In der Quantität waren wir in Paris so stark wie schon sehr lange nicht mehr vertreten, immerhin sieben SpielerInnen im Hauptbewerb! Ein wenig schade, dass noch lang nicht so viele Qualifikation gespielt haben wie ich es gerne hätte, aber nächstes Jahr ergibt sich auch dort vielleicht schon ein anderes Bild.
Die Erfolge waren angemessen, im Herrenbewerb waren wir mit drei Spielern in der zweiten Runde vertreten, darüber hinaus – nach Niederlagen gegen durchwegs sehr starke Gegner - leider nicht mehr. Bei den Damen war Justin Henin die prominente Spielverderberin unserer Hoffnungen, aber das Achtelfinale von Sybille Bammer war ein sehr schöner Erfolg. Nichts desto trotz traue ich ihr bei dem einen oder anderen Grand Slam-Turnier noch mehr zu.
Für Yvonne Meusburger kam in der ersten Runde das Aus, aber der nächste Grand Slam-Termin und damit die nächste Chance kommt bald. Tamira Paszek hatte mit der Auslosung nicht viel Glück, ansonsten wäre sicher noch mehr möglich gewesen - aber der Weg stimmt.
Auch für Werner Eschauer freue ich mich über das Erreichen der zweiten Runde. Die Erkenntnis, mit einem Nikolay Davydenko auf fast gleichem Niveau mitspielen zu können, bringt hoffentlich das nötige Selbstvertrauen für die kommenden Turniere auf Tour Level.
Auch Stefan Koubek und Jürgen Melzer erreichten ihre Zielvorgaben.
Ich nutzte auch die Gelegenheit, um mit Oliver Marach vor Ort über den Daviscup und zukünftige Pläne zu sprechen. Es war ein sehr gutes und konstruktives Gespräch und ich denke, dass nach der unglücklichen Erfahrung der vergangen Daviscup-Veranstaltung die Grundlage für erneute gute Zusammenarbeit geschaffen wurde.
Natürlich habe ich mich auch mit Jürgen Melzer über seine zukünftigen Pläne unterhalten. Nach der Trennung von seinem langjährigen Coach Karl- Heinz Wetter ist Jürgen auf der Suche nach einem neuen Trainer und will dabei nichts übereilen, was ich auch ganz richtig finde.
Da er in Paris ziemlich auf sich allein gestellt war, und mit Wimbledon und den Vorbereitungsturnieren auf Rasen eine für ihn doch sehr wichtige Zeit kommt, habe ich Jürgen meine Hilfe angeboten. Jürgen nahm mein Angebot sehr gerne an und auch ÖTV-Präsident Prof. Wolner stimmte meiner Beurlaubung für diesen Zeitraum sofort zu. Er meinte, dass Jürgen immer für den ÖTV und den Daviscup da war und wenn seitens des Verbandes damit Hilfestellung gewährleistet werden kann, ist dies eine Selbstverständlichkeit. Ich werde Jürgen also während der Rasensaison begleiten und freue mich schon darauf: zum einen weil ich glaube, dass wir eine gute Basis finden werden, zum anderen, weil ich denke, dass es auch in Blickrichtung Daviscup ein Riesenvorteil ist , wenn wir uns noch besser kennen lernen.
Ich hoffe natürlich auch, dass Jürgen bald einen geeigneten neuen Coach findet, und ich werde ihn auch bei der Auswahl beraten. Aber während des laufenden Kalenderjahres ist es sehr schwierig.
Vor den French Open war ich in Pörtschach und ich möchte auf diesem Weg auch Ronnie Leitgeb zu diesem Turnier gratulieren. Das Flair dieses Events hat sich auf jeden Fall ein Topranking unter den schönsten Tennisturnieren der Welt verdient.
Ich denke, dass die Spieler dies auch honorieren werden und wir uns auch in Zukunft über eine tolle Veranstaltung mit Topbesetzung am Wörthersee freuen dürfen. Leider wurde der Turnierdirektor nicht mit Erfolgen von Österreichern im Einzelbewerb unterstützt, aber ich hoffe, dass sich dies in Zukunft ändern wird.
Im Doppelbewerb siegte Julian Knowle mit seinem neuen Partner Simon Aspelin. Nach den starken Auftritten in Monte Carlo und Hamburg sowie dem Erreichen der dritten Runde in Paris ist mit dem neuem Partner noch einiges möglich.
Im Hinblick auf den Daviscup ist es natürlich schade, dass es das Duo Knowle/Melzer nicht mehr auf der Tour gibt, aber ein fitter Jürgen Melzer ist mir natürlich auch im Daviscup sehr wichtig.
Noch ein Nachtrag zu den Neuaufnahmen in die Südstadt. Letztens habe ich ja berichtet, dass die Elterngespräche bei den Mädchen noch ausständig sind. Diese wurden jetzt positiv absolviert, sodass Patricia Haas und Christina Auer jetzt ab Herbst fix zu uns kommen werden.
In Österreich ist ja jetzt auch gerade Ligazeit. Zum Teil sind wirklich hochkarätige Namen im Einsatz, daher ist Spannung und gutes Tennis garantiert, schauen sie bei den entscheidenden Begegnungen zu und feuern Sie ihren Lieblingsklub an!

Gilbert Schaller

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