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GILBERT SCHALLER - GEDANKEN 34

Diesmal meldet sich der ÖTV-Sportdirektor in seinen beiden Funktionen zu Wort – nicht nur als Verantwortlicher in der Südstadt sondern auch als Davis Cup-Kapitän, als der er sich über das Finale dieses Jahres zwischen Russland und Argentinien (3:2) natürlich ganz genau informiert hat. Vor allem aber galt es diesmal, der ersten Österreicherin zu gratulieren,die die Orange Bowl bis 18 gewonnen hat – Österreichs Damentennis sieht mit den Riesentalenten Niki Hofmanova und Tamira Paszek einer großen Zukunft entgegen.

Niki Hofmanova hat einmal mehr unterstrichen, dass sie ein ganz großes Versprechen für die Zukunft ist. Ihr Orange Bowl-Turniersieg zeigt erst so richtig die Dimension des geradezu sprunghaften Fortschritts in ihrer Entwicklung. Was mir neben den sportlichen Erfolgen noch positiv aufgefallen ist, das sind ihre Aussagen in den diversen Interviews, in denen sie auf mich sehr selbstbewusst und zielorientiert wirkte. Wie ich schon oft erwähnt habe, ist fast immer ein guter Kopf Voraussetzung für sportliche Spitzenleistungen. Bei Niki ist – auch dank ausgezeichneter Betreuung - die Basis für große internationale Erfolge gegeben.

Nun zu unserer bevorstehenden Aufgabe im Davis Cup gegen Argentinien. Leider war das diesjährige Finale zwischen den "Gauchos" und dem Team Russland nicht im Fernsehen zu beobachten, aber die Ergebnisse lassen doch einige Rückschlüsse zu. Der ganz große Pluspunkt für die Argentinier ist David Nalbandian. Er hat auch auf einem schnelleren Belag beide Einzel souverän gewonnen, obwohl die Gegner immerhin Safin und Davydenko hießen. Das stimmt mich doch ein wenig nachdenklich, weil es ganz einfach aufgezeigt hat, dass Nalbandian kaum zu schlagen sein wird, sollte er sein Land auch 2007 gegen uns vertreten. Auf der anderen Seite hatte er ein langes und hartes Jahr hinter sich, im Jänner geht es für ihn weiter zu den Australian Open. Wenn er auch dort erfolgreich ist und lang im Bewerb bleibt, dann schauen wir einmal wie groß seine Lust ist, bald danach wieder Daviscup in Europa zu spielen.

Aber auch wenn unsere Gegner in stärkster Besetzung antreten sind sie zu schlagen - wir müssen`s eben so machen wie die Russen. Leichter gesagt als getan, keine Frage, aber durchaus möglich. Die Nummer zwei der Argentinier, egal wer von ihnen spielt, ist für unsere Teamspieler sicher zu schlagen und auch unser Doppel hat seine Qualitäten. Sollte es gelingen, mit einer 2:1 Führung in den Sonntag zu gehen, ist sicher alles möglich.

Der Belag für den Daviscup liegt jedenfalls schon in Süßenbrunn. Ich habe mich mit Jürgen Melzer, Julian Knowle und Karl-Heinz Wetter getroffen und die Bedingungen scheinen für unsere Spieler sehr gut zu sein. Auch Oliver Marach, Stefan Koubek und Alex Peya sowie weitere Kaderspieler haben jederzeit die Möglichkeit, auf diesem Belag zu trainieren. Ich hoffe, dass von dieser Möglichkeit reichlich Gebrauch gemacht wird. Auch die Bälle haben wir teilweise schon getestet - aber da warte ich noch weitere Meinungen ab.

Mit der Intersport Arena in Linz ist wieder ein attraktiver Daviscup-Schauplatz gefunden worden; ich denke, es wird eine sehr schöne Veranstaltung und hoffe natürlich auf eine ganz große Leistung unserer Mannschaft.

Und jetzt wieder zur Südstadt:
Mit einer Digitalkamera bewaffnet habe ich mich daran gemacht, einen typischen Arbeitstag von mir zu dokumentieren. Ich wollte einmal einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des ÖTV und der Südstadt gewähren und die agierenden Personen, die Tag für Tag für das österreichische Tennis arbeiten, nicht unerwähnt lassen.

>Hier geht's zum typischen Tagesablauf in der Südstadt<

Die Anmerkungen sind nicht immer ganz ernst zu nehmen, unsere Devise lautet: die Qualität der Arbeit muss passen, aber der Spaß sollte dabei auf keinen Fall zu kurz kommen.

Also dann, ich wünsche Euch viel Spass beim Tennis und frohe Weihnachtsfeiertage!


Euer

Gilbert Schaller


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